Appell zur Fußball-Einheit bei Rauball-Abschied

Reinhard Rauball verabschiedet sich nach zwölf Jahren vom Spitzenamt in der DFL. Die große Konfliktlinie zwischen den Profi-Clubs bleibt für seinen Nachfolger bestehen. Finanzstarke und kleinere Clubs ringen um Einfluss. Bei den Präsidiumswahlen gibt es Überraschungen.

21.08.2019, 15:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem eindringlichen Appell zur Einheit im deutschen Profi-Fußball hat sich der langjährige Ligapräsident Reinhard Rauball von den Delegierten der 36 Vereine verabschiedet.

Sein Nachfolger an der Spitze der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, wird sich künftig aber wohl noch mehr um den Interessenausgleich zwischen den finanzstarken Branchenführern und den kleineren Clubs speziell aus der 2. Liga kümmern müssen.

„Bei allen Unterschieden zwischen Ligen, Clubs und gerade auch mit dem DFB ist unbestreitbar, die Einheit steht nie zur Diskussion“, sagte Rauball, der zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde, während seiner Rede nach zwölf Jahren an der DFL-Spitze in Berlin. „Seriosität, Stabilität und auch Erfolg werden Markenzeichen des deutschen Fußballs sein. Fußball bleibt Volkssport.“

Bei der Wahl zum DFL-Präsidium setzten sich bei der Generalversammlung überwiegend Kandidaten aus dem Mittelbau und den unteren Ebenen des Profifußballs durch. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke trat wie schon am Dienstag publik geworden war mangels Erfolgsaussichten erst gar nicht zur Wahl an. Der Vizemeister aus Dortmund ist somit nach dem Rückzug von Rauball nicht mehr im DFL-Präsidium vertreten.

Hinter Seifert als neuem „Sprecher des Präsidiums“ und dem 1. Stellvertreter Peter Peters von Schalke 04 gehört Oliver Leki vom SC Freiburg als 2. Stellvertreter für die kommenden drei Jahre dem DFL-Führungsgremium neu an. Den Posten als 3. Stellvertreter, der den Zweitligisten vorbehalten ist, übernimmt Steffen Schneekloth von Holstein Kiel.

Als weitere Vertreter aus der Bundesliga komplettieren Jan-Christian Dreesen (FC Bayern München) und Alexander Wehrle (1. FC Köln) sowie Rüdiger Fritsch (SV Darmstadt 98) und Oke Göttlich (FC St. Pauli) aus der 2. Liga das Präsidium.

Wie Watzke hatte auch Michael Meeske (VfL Wolfsburg) kurzfristig von seiner Kandidatur Abstand genommen. Bei einer Teilversammlung am Dienstag hatten sich Mehrheitsverhältnisse zugunsten der nun gewählten Kandidaten abgezeichnet, weshalb auch Klaus Filbry (Werder Bremen) und Bernd Hoffmann (Hamburger SV) ihre Bewerbungen zurückgezogen hatten.

Das Gremium unter Führung von Seifert bestimmt maßgeblich über die Geschäfte der Interessenvertretung der 36 Profi-Clubs. Unter anderem wird auch über den Verteilungsschlüssel der TV-Gelder entschieden. Hier könnte es durch das Wahlergebnis künftig zu einer Verschiebung zugunsten der kleineren Clubs kommen.

In seiner Rede vor der Wahl hatte Seifert die Delegierten vor Machtkämpfen gewarnt. Die Ereignisse der vergangenen Monate dürften sich nicht fortsetzen, sagte Seifert. Der 50-Jährige spielte damit auf die monatelangen Diskussionen um die im Juni verabschiedete Strukturreform und den Einfluss kleinerer Vereine an. In Anlehnung an ein Zitat des einstigen US-Präsidenten Abraham Lincoln sagte Seifert, dass nur ein geeintes Haus stabil stehen könne. Kritik, er stehe nur für die Interessen der Spitzenclubs, wies er zurück.

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