Anklage nach blutigem Doppelmord am Bahnhof erhoben

Nach dem tödlichen Messerangriff auf seine Ex-Frau und ihrem neuen Freund am belebten Bahnhof von Iserlohn ist ein 43-Jähriger wegen Doppelmordes angeklagt worden. Er soll „aus einer Mischung von Rache und Eifersucht“ erst die 32-jährige mit einem Küchenmesser niedergestochen und dann mit mehr als 70 Stichen den neuen Partner (23) getötet haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen am Mittwoch. Er sehe aufgrund der Vielzahl der Messerstiche auf das männliche Opfer auch das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt.

27.11.2019, 12:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das zwei Monate alte Kind der Frau saß zur Tatzeit im Auto und blieb unverletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Getötete der Vater des Kindes ist. Der mutmaßliche Täter hatte sich widerstandlos festnehmen lassen und kurz darauf die Taten eingeräumt. Zum Motiv habe er jedoch nicht ausgesagt, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der 43-Jährige und das weibliche Opfer stammen aus dem Kosovo, das männliche Opfer aus Afghanistan. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet.

Der blutige Messerangriff im August hatte Entsetzen ausgelöst. Rund um den Bahnhof im Sauerland waren an dem Samstagnachmittag viele Menschen unterwegs - auch eine Hochzeitsgesellschaft. Der Beschuldigte sei seiner Frau gegenüber schon in der Vergangenheit gewalttätig gewesen, wie die Staatsanwaltschaft berichtete. Sie hatte sich Ende 2018 in ein Frauenhaus geflüchtet. Wenige Monate später bekam sie das Kind. Der Angeklagte soll sie vor der Tat bereits gesucht haben.

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