Angeklagter schweigt im Prozess um abgetrennten Kopf

Ein 56-Jähriger wird niedergestochen, dann schneidet ihm der Täter den Kopf bis auf die Wirbelsäule ab. Der gruselige Mordfall beschäftigt seit Mittwoch das Essener Schwurgericht. Auf der Anklagebank sitzt ein Bekannter des Opfers.

10.10.2018, 14:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Angeklagter schweigt im Prozess um abgetrennten Kopf

Das Gebäude, in dem Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht Essen untergebracht sind. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Er soll einen Bekannten niedergestochen und ihm den Kopf mit einem Brotmesser bis auf die Wirbelsäule abgeschnitten haben: Sechs Monate nach der grausigen Tat muss sich ein 22-Jähriger in Essen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord vor. Er soll den 56 Jahre alten Bekannten im April 2018 bei einem Trinkgelage niedergestochen haben. Anschließend habe er versucht, seinem Opfer den Kopf abzutrennen. Ob der 56-Jährige dabei noch lebte, ist laut Anklage unklar. Zum Prozessauftakt am Mittwoch äußerte sich der Pole vor dem Schwurgericht nicht zu den Vorwürfen.

Der Kopf des Opfers war bis auf die Wirbelsäule abgetrennt worden. Laut Anklage wollte der 22-Jährige „offenbar demonstrieren, wie mächtig er ist“. Die Ärzte zählten später außerdem rund 20 Stichverletzungen am Körper des 56-Jährigen - davon allein fünf in der Leber. Zusätzlich wurden massive Hirnverletzungen festgestellt, die offenbar durch Tritte gegen den Kopf verursacht worden waren.

Hintergrund der Tat soll ein Streit um eine Tätowierung gewesen sein. Der 22-Jährige habe mit drei Freunden Alkohol getrunken, als das spätere Opfer plötzlich mit einem Tattoo des Motorradclubs „Bandidos“ geprahlt habe. Die Tätowierung hatte er den Angaben zufolge aber gar nicht. Der 22-Jährige sei wütend geworden und habe zum Messer gegriffen.

Nach der Bluttat soll der Angeklagte mit zwei weiteren Bekannten, die auch in seiner Wohnung waren, noch rund eine Woche neben der Leiche weiter Alkohol getrunken haben. Dann habe einer der beiden anderen Männer seine Mutter informiert. Kurz darauf folgte die Festnahme. Mit einem Urteil ist voraussichtlich Mitte Dezember zu rechnen.

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