Andreas Grünewald legt eigene Bemühungen „auf Eis“

dzHintergrund

23.10.2018, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Enttäuscht zeigt sich Andreas Grünewald von der Stadt Fröndenberg: Auf sein Angebot, seine Rennradsammlung zur Verfügung zu stellen, habe er bis heute keine klare Stellungnahme der Verwaltung erhalten, sagte der gebürtige Fröndenberger zu unserer Zeitung. „Es ist bis jetzt bei meiner Privatinitiative geblieben“, bedauert Grünewald und ergänzt: „Ich bin auf die Stadt zugegangen und habe etwas angeboten - dazu kann man ja oder nein sagen.“

Das Ladenlokal müsse er vielleicht räumen - wohin dann mit den Rädern?

Zwischenzeitlich hatte Grünewald, der seit vielen Jahren in Schwäbisch Gmünd lebt, einen Teil seiner Sammlung in einem leer stehenden Ladenlokal am Markt 3 im ehemaligen Bestattungshaus Wilms ausgestellt - mit guter Resonanz. So habe er Anfragen von Gruppen aus Münster und Dortmund erhalten, die durch die Ausstellung geführt werden wollten. Von „außergewöhnlichen Schätzen“ habe ein Radsportler gesprochen. In dem Ladenlokal könnten die Räder so lange bleiben, bis ein Mietinteressent gefunden werden, bestätigte Eigentümer Josef Schulte-Ebbert. Die Idee einer Integration in ein erweitertes Kettenschmiedemuseum freue ihn zwar, so Grünewald. „Aber wann wird das umgesetzt?“ Vielleicht müsse er ja vorzeitig das Ladenlokal in der Innenstadt räumen - oder schlimmstenfalls einmal seine Sammlung verkaufen. Seinerseits sei das Thema „auf Eis gelegt“. Auch wenn er sich über die Initiative des ADFC Fröndenberg, eine ehrenamtliche Betreuung der Ausstellung auf die Beine zu stellen, sehr schätze.

Bettina Hartwig-Labs kritisiert Stadt: „Ich sehe nur Ablehnung“

„Ich sehe nur Ablehnung“, kritisiert Bettina Hartwig-Labs die Stadtverwaltung. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende hatte für die CDU den Antrag beim Rat eingebracht, die Sammlung Grünewalds in der Stadt zu präsentieren. Das Beratungsbüro projekt2508 habe die Radsammlung als „große Chance“ für Fröndenberg bezeichnet und dazu geraten, „Mittel und Wege zu finden, das zu realisieren“, so Hartwig-Labs. Selbst Leader-Projektmanagerin Karina Gramse habe aus eigenem Antrieb ein „Rennradmuseum“ als durchaus förderungsfähig eingestuft. „Wenn ein Signal vonseiten der Stadt käme, wäre das sehr schön“, fordert Hartwig-Labs und: „Wir können einen Stifter so nicht behandeln.“

Bürgermeister: „Haben nach wie vor großes Interesse an der Ausstellung“

Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe sieht dagegen die Notwendigkeit, zunächst die Fragen nach dem Raum, nach der Finanzierung und nach ehrenamtlicher Hilfe zu klären. Diese Punkte würden derzeit in Workshops und Beratungsgesprächen geklärt. „Das muss eine ordentliche Linie haben.“ Er habe Andreas Grünewald durchaus deutlich gemacht, dass die Stadt großes Interesse an der Rennradsammlung habe und aus diesem Grund auch den Kontakt zum Radsportexperten Heinz Kuhn vermittelt. Die Präsentation in dem Ladenlokal empfinde er „als Bereicherung“, so Rebbe. „Wenn uns das alles kalt lassen würde, würden wir diese Schritte nicht gehen“, so Rebbe. Man sei Andreas Grünewald für sein Angebot sehr dankbar und habe „nach wie vor großes Interesse an dieser Ausstellung.“

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