An Laubbäumen brechen immer mehr Äste ab

Besorgte Waldspaziergänger melden den Forstämtern im Ruhrgebiet in diesen Wochen immer mehr abgebrochene, belaubte Äste. Experten sind besorgt: Solche „Grünastabbrüche“ könnten ohne Vorwarnung jederzeit geschehen. Ist der fehlende Regen die Ursache?

07.08.2019, 08:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
An Laubbäumen brechen immer mehr Äste ab

Die Sonne scheint in einem Wald durch die Blätter von Buchen. Foto: Guido Kirchner/Archivbild

Vermutlich wegen Trockenheit brechen in Ruhrgebietswäldern immer mehr belaubte Äste ab und stürzen plötzlich zu Boden. Der Leiter des Regionalforstamts Ruhrgebiet, Reinhart Hassel, wies am Mittwoch auf die Gefahr sogenannter Grünastabbrüche hin. Dabei könnten grüne Äste einfach so ohne Vorwarnung und ohne Wind- oder Sturmeinwirkung abbrechen und zur tödlichen Gefahr werden, sagte Hassel der Deutschen Presse-Agentur. „Dagegen gibt es keine Vorsorge.“

Die Äste brächen häufig in den Abendstunden, aber auch tagsüber ab. Sie seien mitunter 30 Zentimeter dick. „Wer unter einen solchen Ast gerät, hat kaum eine Chance. Das macht sie gefährlich.“ Den Forstämtern im Ruhrgebiet lägen in diesem Sommer bereits mehr als 20 Meldungen solcher Abbrüche vor. Verletzt worden sei aber bislang niemand. Der Förster rief die Bevölkerung zur Aufmerksamkeit auf. Beim Spaziergang unter Bäumen solle man auf Knackgeräusche achten.

Hassel betonte, dass es noch keine eindeutige Erklärung für das Phänomen gebe, das hauptsächlich an Laubbäumen auftrete. Er glaubt jedoch, dass die langanhaltende Trockenheit die Ursache ist. Normalerweise werde in den Bäumen Wasser von den Kronen aus dem Boden gesaugt und mit Hilfe halbdurchlässiger Zellen zu den Blättern transportiert.

„Ist kein Wasser oder nicht genügend Feuchtigkeit vorhanden, wird Luft angesaugt“, sagte er. Dies sei fatal für betroffene Bäume. „Der Druck in den Zellen fällt ab, es entsteht eine Luftembolie, die Zellen verlieren ihre Spannung und können das Gewicht der Äste nicht mehr tragen.“ Diese könnten schließlich abbrechen. „Meistens passiert es dann, wenn wir eine längere Trockenheit haben.“

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