Amazon hilft Obdachlosen: Notunterkunft öffnet in der Firmenzentrale in Seattle

Hilfsorganisation

Schlafplätze, Rechtsschutz, ärztliche Betreuung: In der Firmenzentrale des Unternehmens Amazon wird 2020 ein Obdachlosenheim eröffnet. Das hat das Unternehmen für die Hilfsorganisation geplant.

Seattle

von Talisa Moser

, 05.01.2020, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Amazon hilft Obdachlosen: Notunterkunft öffnet in der Firmenzentrale in Seattle

Amazon ist der größte Arbeitgeber in Seattle und eröffnet 2020 eine Notunterkunft für Obdachlose. © Paul Christian Gordon/ZUMA Wire/dpa

In Zusammenarbeit mit der Nonprofitorganisation Mary’s Place entsteht im Amazon-Hauptquartier in Seattle eine Notunterkunft für Obdachlose. Bereits seit 2016 arbeitet Amazon mit Mary’s Place zusammen. Das Unternehmen gab 2018 bekannt, 2 Milliarden US-Dollar für die Obdachlosenhilfe spenden zu wollen.

Auf einer Fläche von über 5800 Quadratmetern bieten die Räumlichkeiten alles, was man zum Leben braucht. Die Einrichtung könnte die größte Unterkunft für Obdachlose in ganz Washington State werden.

Platz für die Familie

Neben Schlafmöglichkeiten für mehr als 270 Menschen bietet das Gebäude auch Räume für die Familie, einen Speisesaal, ein Spielzimmer und die Möglichkeit, zu baden. Außerdem wird es eine Industrieküche geben, in der jährlich 600.000 Mahlzeiten verteilt werden. Das Mitbringen von Haustieren soll ebenfalls gestattet werden.

Die Wohnanlage bietet ihren Schützlingen, neben den Räumlichkeiten, einen Rechtsschutz und ärztliche Betreuung. Die Mitarbeiter, Nachbarn und Freiwilligen helfen den Bewohnern außerdem bei den Hausaufgaben, bei Bewerbungen und Besorgungen.

Finanzieren wird die Hilfsorganisation die nächsten zehn Jahre Amazon selbst. Dafür hat das Unternehmen 100 Millionen US-Dollar eingeplant.

Erst 2018 siegt Amazon im Kampf gegen die Obdachlosensteuer

Es ist noch nicht lange her, dass die Stadt Seattle mithilfe einer Obdachlosensteuer die steigenden Obdachlosenzahlen bekämpfen wollte. Amazon legte mit heftiger Kritik Widerspruch ein und siegte.

Als größter Arbeitgeber der Stadt wollte das Unternehmen verhindern, diese Steuer zahlen zu müssen. Zur Zahlung verpflichtet waren Unternehmen, die pro Jahr mindestens 20 Millionen Dollar in Seattle erwirtschaften. Amazon hätte somit zusätzliche Abgaben in Höhe von 20 bis 30 Millionen Dollar jährlich an die Stadt gehabt.

Unternehmen tragen Mitschuld an steigender Obdachlosenzahl

In den vergangenen Jahren sind die Mieten in Seattle drastisch gestiegen. Seit 2011 um ungefähr 60 Prozent.

Schuld an den steigenden Mieten tragen unter anderem die Megakonzerne Amazon und Starbucks, die zwar zusätzliche Arbeitsplätze schaffen konnten, aber eben auch Zehntausende gut verdienende Angestellte in die Stadt gebracht haben. Durch das steigende Einkommen der Bürger stiegen auch die Mieten. Geringverdiener blieben dabei auf der Strecke.

RND