Thomas Wiese gibt Gerichten und Rechtsanwälten viel zu tun

dzAluwerk

Zivilrecht, Strafrecht, Arbeitsrecht – Thomas Wiese und sein Ausscheiden aus dem Aluwerk beschäftigen Juristen mit verschiedenen Schwerpunkten. Wiese selbst tritt dabei in unterschiedlichen Rollen auf.

30.07.2019, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mal ist er Kläger, mal Beklagter und für die Staatsanwaltschaft Dortmund sogar auch Verdächtiger: Der frühere Mehrheitsaktionär und Vorstand ist an mehreren Verfahren beteiligt, die im weitesten Sinne zur Aufarbeitung der Zusammenarbeit mit dem Aluwerk Unna beitragen.

Als Kläger hatte Thomas Wiese am Landgericht Dortmund gleich zwei Verfahren angestrebt. Eines davon, in dem Wiese ausstehende Bezüge für seine Vorstandstätigkeit einklagen wollte, ist vom Gericht aber schon zurückgewiesen worden. Die Richter in Dortmund verwiesen darauf, dass beide Seiten im Anstellungsvertrag vereinbart hatten, Streitigkeit vor einem Schiedsgericht auszutragen. Diese Möglichkeit steht Wiese weiterhin offen.

In einem anderen Verfahren könnte es um Forderungen gehen, die Wieses Unternehmen W.B. Metallverarbeitung und das Aluwerk aneinander stellen. Das Aluwerk bestätigt, von Wiese die Herausgabe von drei Supersportwagen und die Rückzahlung von gut drei Millionen Euro zu verlangen. Was Wieses eigener Antrag dazu besagt, ist nicht bekannt. Letzter Informationsstand des Werkes war, dass es wohl eine Klage von Wiese gebe, für die aber die Gerichtsgebühren noch nicht eingezahlt worden seien. Und bis dies geschehen ist, bleibt so eine Akte im Gericht erst einmal liegen. Dem Aluwerk ist jedenfalls noch keine Klage zugestellt worden.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich gegen Thomas Wiese und seine Frau Irene, sollen den Anfangsverdacht der Veruntreuung und der Unterschlagung prüfen. Die Hausdurchsuchung auf Wieses Anwesen in Uelzen diente zur Sicherung etwaiger Beweismittel. Ob die Wieses strafrechtlich etwas zu befürchten haben, wird sich irgendwann nach Auswertung der Ermittlungsergebnisse zeigen.

Mehrere arbeitsrechtliche Verfahren beschäftigen sich mit Ansprüchen, die von ehemaligen Mitarbeitern der Wiese-Firma W.B. Metallverarbeitung gestellt werden. Bis Ende 2018 bestand etwa ein Drittel der Arbeiter im Aluwerk aus Leihkräften der W.B. Als das Aluwerk zum Jahreswechsel die Übernahme in die Stammbelegschaft anbot, kauften sich die meisten W.B.-Beschäftigten mit Aufhebungsverträgen aus ihrem Arbeitsverhältnis heraus, um schnell in die Aluwerk Unna AG übertreten zu können. Dem Vernehmen nach mussten die Mitarbeiter teils gut gefüllte Überstundenkonten zurücklassen, ohne für die geleistete Arbeit entlohnt worden zu sein.

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