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Altglascontainer schwingt über Garten, in dem kleine Kinder spielen

dzAnwohner-Ärger

Scherben, die vom Himmel fallen: Lydia Holtkamp ist Tagesmutter. Sie findet auf der Terrasse – zwischen Kinderspielzeug – oft Glassplitter. Das passiert, weil ein Glascontainer direkt über ihren Garten schwingt.

von Leandra Stampoulis

Werne

, 10.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Als die Familie Holtkamp 2009 ihr Haus in der Goerdelerstraße baute, waren die Altglascontainer schon da und ein Problem. „Da ich das Grundstück gekauft habe, mussten die Container dann umgesetzt werden“, sagt Andre Holtkamp. Leider wurden die Behälter nur auf die andere Seite neben seinem Grundstück gestellt. Das sei sehr ärgerlich gewesen, so Holtkamp.

Der Lärm, den das Reinwerfen des Glases in die vier Container verursacht, sei das eine Problem. Ein anderes ist das Entleeren der Behälter. „Ich bin Tagesmutter. In unserem Garten spielen manchmal bis zu fünf Kinder. Der Lkw, der das Glas abholt, schwenkt den Container immer über einen Teil unseres Grundstücks“, erzählt Lydia Holtkamp.

Gefährliche Scherben

Wenn sie mal kurz ins Haus muss und nicht weiß, wann der Container jetzt genau geleert wird, muss sie erst einmal alle Kinder ins Haus holen. Denn wenn der Behälter, voll mit Glas und gefährlichen Scherben, über die Ecke des Grundstücks schwingt, fallen nicht selten auch mal Scherben auf die Wiese der Holtkamps.

„Das kann nicht sein. Ich muss erst die Wiese nach Glassplittern absuchen, bevor ich die Kinder wieder in den Garten lassen kann“, so die Tagesmutter. Der Entleerungsdient schwenkt über das Grundstück, weil auf der anderen Seite eine Laterne steht.

Altglascontainer schwingt über Garten, in dem kleine Kinder spielen

Die Holtkamps zwischen dem Container und ihrem Grundstück. © Laura Stampoulis

Unerwünschter Lärm

Gisbert Bensch, Tiefbauamtsleiter der Stadt Werne, hat auch schon von dem Problem gehört: „Wir von der Stadt finden auch, dass das nicht geht. Ein Termin mit der Containerfirma, die für die Entleerung zuständig ist, wurde schon vereinbart, damit wir das Problem schnell lösen können.“

Für die Anwohner der Goerdelerstraße ist aber auch der Lärm ein Problem. Viele Leute halten sich nicht an die Zeiten für das Einwerfen des Altglases. Die Zeiten stehen groß an dem Container: immer werktags von 7 bis 13 Uhr und von 15 bis 20 Uhr. „Es gibt aber immer wieder Menschen, die am Wochenende hier ihr Glas einwerfen“, erzählt Andre Holtkamp. Das bestätigt auch Bensch von der Stadt: „Es gibt Menschen, die sehr undiszipliniert sind und sich nicht an die Zeiten halten wollen.“

„Irgendwo müssen die Container stehen“

Das Lärmproblem außerhalb der Einwurfzeiten hatten auch zwei weitere Nachbarn. Sie wandten sich gemeinsam an die Stadt. „Es ist schwierig, einen Standort zu finden, mit dem jeder Anwohner zufrieden ist. Keiner will solche Glascontainer vor seinem Grundstück haben. Aber irgendwo müssen sie ja stehen“, so Bensch. Die Stadt habe schon dafür gesorgt, dass lärmgedämmte Container eingesetzt wurden.

„Bei der Standortauswahl muss man auch immer darauf achten, dass ein Abholfahrzeug gut halten kann und die Container gut für die Anwohner zu erreichen sind“, erklärt Bensch.

Wachpersonal ist keine Lösung

Der Vorschlag der Familie, etwa Wachpersonal an dem Container in regelmäßigen Abständen vorbeizuschicken, habe Bensch schon mit dem Ordnungsamt besprochen. „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir das personaltechnisch nicht hinkriegen. Wir müssen wirtschaftlich arbeiten und können nicht alles kontrollieren. Die Frage wäre, wie lange sollte sich das Wachpersonal vor die Container stellen?“, erklärt sich Bensch.

Altglascontainer – alle brauchen sie, aber keiner will sie vor dem Haus stehen haben.

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