Als der 16-jährige Stift Dieter seine Liebe zum Westfalenpark Dortmund entdeckt

dzErinnerung an Buga

Der Westfalenpark Dortmund feiert in diesem Jahr 60. Geburtstag. Dieter Dzialas (76) aus Werne war damals 16 Jahre alt - und hatte sich gleich eine Dauerkarte besorgt.

Werne

, 10.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was trieb den einen 16-Jährigen dazu, sich für eine Grünfläche eine Jahreskarte zu besorgen? Hat man da nicht Spaß an ganz anderen Dingen? „Ich erzähle Ihnen mal, wie das so war“, sagt Dieter Dzialas und legt los.

Damals wohnte er mit seiner Familie in Fröndenberg. Am 1. April 1958 nahm er seine Ausbildung in Dortmund als Fernmelde-Lehrling bei der Deutschen Bundespost auf. „Von Fröndenberg bis Dortmund bin ich immer mit dem Zug gefahren“, sagt der seit fünf Jahren in Werne wohnende Rentner.

Bau des Florianturms aus dem Abteilfenster verfolgt

Unterwegs aus dem Abteilfenster bewunderte er den Bau des Florian-Turmes im späteren Westfalenpark. „Jeden Tag wuchs der um ein paar Meter, das war schon sehr interessant“, erzählt er. Der Keim für das Interesse am Park war gelegt.

Als der 16-jährige Stift Dieter seine Liebe zum Westfalenpark Dortmund entdeckt

Bild vom Bau des Florianturmes in den Jahren 1958/1959. © RN-Archiv

Der Fernsehturm mit dem spektakulären Dreh-Restaurant in luftiger Höhe war ein Markenzeichen der riesigen Grünfläche, die als Bundesgartenschau 1959 eröffnen sollte. Lehrling Dieter, der 60 D-Mark Lehrlingsgeld erhielt, entschloss sich im Eröffnungsjahr eine Dauerkarte zu kaufen. „Die kostete 5 Mark und galt für das ganze Jahr“, erzählt der 76-Jährige.

Doch dem damaligen Stift ging es weniger um Rosen oder Rosmarin. „Auf der Bundesgartenschau war immer was los. Beat-Gruppen spielten, es gab Tanzveranstaltungen , Künstler traten auf und mehr.“ Und besonders die allmonatlichen Feuerwerke lockten den angehenden Fernmelde-Techniker.

Als der 16-jährige Stift Dieter seine Liebe zum Westfalenpark Dortmund entdeckt

Dieter Dzialas (79) mit seiner Dauerkarte aus dem ersten Jahr des Dortmunder Westfalenparkes. © Jörg Heckenkamp

Die Fahrt von Fröndenberg zur Buga war auch am Wochenende kostenlos möglich, „ich hatte ein Monats-Bahnticket, das galt auch am Wochenende“. Im Schnitt sei er im Jahre 1959 alles 14 Tage im Dortmunder Vorzeigepark gewesen.

Und wieso erzählt Dieter Dzialas uns das alles? Weil er in den Ruhr Nachrichten eine Werbepostkarte zum 60. Geburtstages gesehen hat. „Da habe ich mich daran erinnert, dass ich doch damals die Jahreskarte gekauft hatte.“ Und nach einigem Suchen hat er dann das gute Stück tatsächlich in seinen Unterlagen gefunden und zum Termin in der Redaktion mitgebracht.

Liebe zum Westfalenpark kühlte nie ganz ab

Die Zuneigung zum Park ließ etwas nach, kühlte aber nie ganz ab. „Ich bin immer wieder seitdem dort gewesen“. Besonders gut erinnert er sich noch an seinen Besuch vor zehn Jahren, zum 50. Geburtstag des Parkes. Da hatte er spaßeshalber seine Dauerkarte aus dem ersten Jahr herausgekramt und mitgenommen.

Mit einem Zwinkern in den Augen erzählt Dizialas: „Dem Mann an der Kasse habe ich den alten Ausweis gezeigt und scherzhaft gefragt, ob der immer noch gültig ist. Der Mann hat gelacht und mich tatsächlich umsonst hereingelassen.“

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