Alleinerziehende im Stress - So könnten die Paten in Schwerte für Hilfe sorgen

Freiwillige Helfer

Einkaufen, Arzttermin oder Hilfe bei den Hausaufgaben, in Familien mit alleinerziehenden Müttern oder Vätern ist das schnell ein Problem. Betroffenen in Schwerte kann bald geholfen werden.

Holzen

, 15.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alleinerziehende im Stress - So könnten die Paten in Schwerte für Hilfe sorgen

Das Team der Awo-Familienbildung und des Freiwilligenzentrus Die Brücke laden Menschen mit Zeit ein, sich für anderen Menschen zu engagieren. © Foto Holger Bergmann

Väter oder Mütter, die sich allein um eines oder mehrere Kinder kümmern müssen, stehen vor vielen Problemen. Manchmal scheint die Menge an Aufgaben über ihren Köpfen zusammenzuschlagen. Frühstück und Pausenbrot, Kindergarten oder Schule, hin- und zurückfahren, Mal- oder Ballett-Schule und das Training im Fußball-Verein. Zeit ist Luxus. Und wenn Opa und Oma, Onkel oder Tante selbst berufstätig sind, gibt es auch keine Hilfe.

Dabei gibt es so viele Menschen, die genug Zeit haben. „Gerade die Väter und Mütter, deren Kinder gerade das Haus verlassen haben und den Trubel vermissen, kommen zu uns, unabhängig vom Alter“, berichtet Projektkoordinatorin Melanie Pietruck-Mücke. Das weiß sie, weil man bereits viele Erfahrungen mit Familien-Paten gesammelt hat.

Alleinerziehende Eltern

Denn Familienpaten gibt es als Projekt des Freiwilligenzentrums „Die Börse“ und der Familienbildung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Schwerte schon seit zehn Jahren. Momentan sind es 31 Ehrenamtliche, die Zeit investieren, um Familien in herausfordernden Lebenslagen beizustehen. Nun starten beide Partner ein neues Patenprojekt. „Famigo“ richtet sich speziell an die Familien alleinerziehender Väter oder Mütter.

Für das Paten-Programm werden Ehrenamtler gesucht, die zwei Dinge mitbringen müssen: Zeit und die Bereitschaft zu helfen. Ein Pate sollte zwei bis drei Stunden pro Woche erübrigen, mehr geht immer. Das hört sich einfach an, doch es gibt eine Menge Detailfragen. Die werden am Montag, 16. September, ab 18 Uhr im Raum 1 der VHS beantwortet.

Unverbindlich informieren

An diesem Abend können sich Menschen, die sich angesprochen fühlen, ganz unverbindlich bei Fachleuten des Freiwilligenzentrums und der Awo unterhalten. Und mit erfahrenen Familien-Paten. Denn es gibt viel zu tun. Fast alles wird den Paten abgenommen, aber sie müssen ja zumindest darüber informiert werden. Zum Beispiel, dass sie versichert sind, wenn sie sich in der anderen Wohnung um nicht verwandte Kinder kümmern.

Dabei haben die Paten spezielle Vorgaben. Sie sollen die Kinder nicht nur bespaßen, sondern konkret Hausaufgabenhilfe leisten. Keine fachliche Nachhilfe, aber motivierende Unterstützung, die den Lernerfolg und die sprachliche Entwicklung fördern soll. Den Eltern kann der Pate zum Beispiel bei Behördengängen unter die Arme greifen.

Ein Netzwerk von Partnern

Die betreuten Familien und die Paten können sich dabei beruhigt auf ein ganzes Netzwerk von Unterstützern verlassen. Hinter dem Patenprojekt stehen Kindertageseinrichtungen, Familienzentren, Schulen, das Jugendamt, verschiedene Beratungsstellen, Kinderärzte, der Arbeitskreis Asyl und das Lokale Bündnis für Familie. Irgendeine fachliche Qualifikation benötigen die Paten nicht, bei den Netzwerkpartnern gibt es aber praxisorientierte Fortbildungen.

Paten werden einer Familie nicht einfach zugelost. Die an Famigo beteiligten Akteure achten darauf, dass die Charaktere zueinander passen. Das sogenannte „Matching“ funktioniert so gut, dass es manchmal zwischen Paten und Familien zu engen Beziehungen kommt. Oft dauert die Zusammenarbeit aber auch nur bis zu dem Punkt, an dem die Familie ihre problematische Situation überwunden hat. Paten müssen also keine Sorge haben, sich auf unberechenbare Zeit an fremde Menschen zu binden.

Das Engagement der Paten ist ehrenamtlich und kostenfrei. Lohn ist das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun und die Wertschätzung von den Eltern und den Kindern.

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