Mehr als 30 Affen sterben bei Brand im Krefelder Zoo

Feuer in Silvesternacht

Ein Feuer hat in der Silvesternacht das Affenhaus im Krefelder Zoo vollständig zerstört. Fast alle Tiere kamen ums Leben. Mittlerweile ist die Brand-Ursache bekannt.

Krefeld

01.01.2020, 10:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr als 30 Affen sterben bei Brand im Krefelder Zoo

Das Affenhaus im Krefelder Zoo ist in der Silvesternacht komplett abgebrannt. © dpa

Im Krefelder Zoo ist in der Silvesternacht das Affenhaus abgebrannt, alle in ihm lebenden Tiere sind ums Leben gekommen. „Unsere schlimmsten Befürchtungen sind Realität geworden. Es gibt keine überlebenden Tiere im Affenhaus“, schrieb der Zoo am frühen Mittwochmorgen auf seiner Facebookseite.

Das direkt angrenzende Gorillagehege blieb aber verschont, wie der Zoo mitteilte. Das Affenhaus aber brannte bis auf die Grundmauern ab. Nach der Tragödie im haben Polizei, Feuerwehr und Zoo Details zu dem Großbrand bekannt gegeben. Es gibt demnach bereits konkrete Hinweise zur Brandursache: Sogenannte chinesische Himmelslaternen haben vermutlich das Feuer ausgelöst – dabei handelt es sich um ein verbotenes Feuerwerk.

Entsprechende Hinweise gaben Zeugen, drei der Fackeln wurden von der Polizei in der Nähe der Brandstätte sichergestellt – sie sind 34 Zentimeter groß und aus weißem Seidenpapier. Die Himmelslaternen wurden wohl aus dem Krefelder Stadtgebiet steigen gelassen, teilte die Polizei bei einer Pressekonferenz mit. Himmelslaternen sind seit 2009 in Nordrhein-Westfalen, genau wie in den meisten anderen Bundesländern, verboten. Nach Angaben der Ermittler können sie aber im Internet illegal gekauft werden. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Zwei Schimpansen überlebten das Feuer

Polizei und Feuerwehr wurden in der Neujahrsnacht um 0.35 Uhr alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte wenige Minuten später stand das Affenhaus bereits vollständig in Brand. Mehr als 30 Tiere starben, darunter Schimpansen, Orang-Utans und zwei ältere Gorillas.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: „Es grenzt an ein Wunder: Zwei Schimpansen haben das Feuer überlebt“, sagte Zoodirektor Wolfgang Dreßen am Mittag bei der Pressekonferenz. Sie wurden leicht verletzt. Es herrsche aber große Trauer unter Mitarbeitern und Pflegern. Es habe enge Bindungen zu den Tieren gegeben, die Mitarbeiter des Zoos müssten teilweise seelsorgerisch betreut werden.

„Eine unfassbare Tragödie“

Der Zoo schrieb: „Eine unfassbare Tragödie hat uns kurz nach Mitternacht überrollt.“ Das Menschenaffenhaus sei niedergebrannt. Die Kriminalpolizei ermittle. Der Zoo bleibe daher am Mittwoch geschlossen. Man habe bereits zahlreiche Hilfsangebote erhalten.

Das Affentropenhaus wurde den Zoo-Angaben zufolge im Jahr 1975 eröffnet. Die Grundfläche des Baus im Gewächshausstil lag bei 2000 Quadratmetern. Zuhause waren Orang-Utans, Schimpansen, Gorillas, Krallenaffen, Epauletten-Flughunde und Vögel. Bis 2020 sollten die Orang-Utans und Schimpansen noch Außenanlagen bekommen. dpa/RND

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