Alkoholverbot funktioniert – neues Sicherheitskonzept bei Sim-Jü geht am Wochenende auf

Sicherheitskonzept

Das größte Volksfest an der Lippe steuert seinem Ziel entgegen. Dabei scheint sich das neue Verbot, Alkohol mitzubringen, auszuzahlen – die Liste der Vergehen ist laut Polizei kurz.

Werne

, 29.10.2018, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alkoholverbot funktioniert – neues Sicherheitskonzept bei Sim-Jü geht am Wochenende auf

Auch in den Abendstunden war es sehr ruhig für die Sicherheitskräfte auf Sim-Jü 2018. © Jörg Heckenkamp

Die monatelange Vorbereitung auf vier Tage voll Trubel, Heiterkeit, bunter Lichter, wirbelnder Fahrgeschäfte und Leckereien, soweit das Auge reicht, brachte ein neues Sicherheitskonzept hervor.

Vor allem neu in diesem Jahr war das Alkohol-Mitbring-Verbot – in jeglicher Form. Egal ob Dose, PET- oder Glasflasche. Besonders am Samstag, 27. Oktober, gab es verstärkte Kontrollen.

Neben den normalen Sicherheitskräften gingen Gruppen mit Mitarbeitern von Polizei, Jugendamt, Ordnungsamt und Sicherheitsdienst umher und sprachen gezielt Kirmesbesucher an, die mit Flaschen oder Dosen gerüstet waren.

Die Reaktionen der Angesprochenen? „Sehr positiv. Teilweise haben sie sogar sehr freundlich reagiert“, zieht Alina Mertens, Marktmeisterin in spe, ein zufriedenes Fazit der Maßnahme.

Fast alle wussten Bescheid

Insbesondere die von Massen trinkender Jugendlicher blockierten Zuwege waren den Ordnungshütern in den vergangenen Jahren ein Dorn im Auge. Wie etwa der zum Festzelt am Autoscooter Am Hagen.

„Es gab gefühlt wirklich weniger Personen, die offensichtlich mit mitgebrachtem Alkohol umherliefen“, so Mertens. „Ich war etwas überrascht davon, dass fast alle von dem Verbot wussten. Das hat sich sehr gut herumgesprochen“, erklärte Alina Mertens, die das Amt vom scheidenden Kollegen Jürgen Menke zur nächsten Sim-Jü übernimmt.

Einzig zwei bis drei Personen hätten nach der genauen Begründung gefragt, da sie nur von einem Glasflaschenverbot ausgingen. Von den Schaustellern, die sich das neue Verbot gewünscht hatten, gab es laut Mertens auch sehr positive Reaktionen auf die Umsetzung.

Kurzer Bericht der Polizei

Auch die Polizei zeigte sich laut Kreispolizei-Sprecher Thomas Röwekamp zufrieden. Am Samstag hätte es laut Polizeibericht eine kleine Rangelei gegeben und einen Rettungswageneinsatz für eine stark alkoholisierte Person.

Für Sonntag ständen lediglich eine leichte Körperverletzung und eine sichergestellte Softair-Waffe – eine druckluftbetriebene, nicht tödliche Waffennachbildung – im Bericht, so der Polizeisprecher auf RN-Nachfrage.

Ein paar Schnapsleichen gab’s trotzdem

Das Verbot, Alkohol mitzubringen, hinderte die Besucher jedoch nicht daran, schon vor dem Kirmesgang das ein oder andere hochprozentige Getränk zu sich zu nehmen.

So hätte es am späteren Abend schon den einen oder anderen gegeben, „dem man etwas helfen musste, sich zurecht zu finden“, gab Röwekamp die Aussagen vom Gespräch mit der Werner Polizeichefin Stephanie Müller sinngemäß weiter. „Aber das ist bei einer solchen Veranstaltung denke ich normal“, so Röwekamp.

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