Ärztemangel: NRW plant Notarztversorgung per Video

Ärzte sind bundesweit Mangelware, NRW will deshalb neue Wege bei der Notarztversorgung gehen: In vielen Fällen sollen Ärzte nicht mehr im Rettungswagen sitzen, sondern am Bildschirm. In Aachen klappt das bereits.

11.10.2018, 09:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ärztemangel: NRW plant Notarztversorgung per Video

Ein Arzt hält ein Stethoskop und tippt auf einer Tastatur. Foto: Marijan Murat/Archiv

Angesichts des zunehmenden Ärztemangels will Nordrhein-Westfalen flächendeckend Tele-Notärzte einsetzen, die per Videoverbindung in die Rettungswagen am Einsatzort geschaltet werden. Einen entsprechenden Bericht der „Rheinischen Post“ (Donnerstag) bestätigte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums. Hintergrund seien positive Erfahrungen mit einem entsprechenden Pilotprojekt in Aachen und Umgebung. Dort läuft das Modell bereits im Regelbetrieb.

„Nicht bei jedem akuten Notfall muss eine Notärztin oder ein Notarzt physisch anwesend sein“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der Zeitung. Tele-Notärzte könnten per Video alle erhobenen Messwerte und die Krankengeschichte der Patienten bewerten. Vor allem für ländliche Regionen berge dies ein großes Potenzial. Die Tele-Notärzte sollen zunächst ergänzend eingesetzt werden. Ob später Stellen für herkömmliche Notärzte eingespart werden sollen, sei noch unklar.

Ein Grund für die Pläne liege auch darin, dass Kranke außerhalb der Sprechzeiten von Arztpraxen zunehmend Notaufnahmen und Rettungsdienste in Anspruch nähmen, sagte die Sprecherin.

Weitere Meldungen
Meistgelesen