Selmer Wertstoffhof sorgt für Ärger – doch Änderungen sind geplant

dzWertstoffhof Selm

Der Selmer Wertstoffhof sorgt immer wieder für Diskussionen. In den Grundfragen sind sich die einzelnen Fraktionen einig. Es gibt aber auch noch weitergehende Vorschläge.

Selm

, 18.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Es gibt zwei Punkte, die beim Selmer Wertstoffhof immer wieder für Frust sorgen. Zum einen die Treppen, die den Einwurf von Abfällen erschweren, zum anderen der geringe Platz auf dem Gelände an der Industriestraße, wo es immer wieder zu Rückstaus kommt.

„Der alte Wertstoffhof ist fast nicht mehr hinnehmbar“, sagt Werner Sell von den Linken. Er fahre auch regelmäßig als Kunde dorthin und ärgere sich über genau diese zwei Punkte. So geht es auch seinen Kollegen der anderen Ratsfraktionen.

Darf etwas kosten

Die SPD hat sich bereits Gedanken gemacht, wie ein neuer Wertstoffhof aussehen könnte. Mit breiten Rampen statt Treppen werde die Sicherheit für die Nutzer erhöht, meint SPD-Fraktionschef Thomas Orlowski. „In Nordkirchen etwa gibt es eine Rampe, über die die Container angefahren werden können.“ Wichtig wäre in Selm, dass mindestens zwei Fahrspuren gebaut würden, um einen Rückstau auf der Rampe zu vermeiden. „Ideal wären drei Spuren.“ Außerdem sei es wichtig, dass bei der Planung eines neuen Wertstoffhofs auch das zu erwartende Bevölkerungswachstum durch neu entstehende Baugebiete beachtet werde, so Orlowski.

„Es müssen verschiedene Dinge neu gedacht werden“, sagt auch Dieter Kleinwächter von der CDU. „Das darf dann auch ruhig etwas kosten:“ Kosten, die dann in die Abfallgebühren fließen würden, wie er einräumt. Allerdings könne man keinen neuen Wertstoffhof erwarten, der nichts koste, so Kleinwächter.

Selmer Wertstoffhof sorgt für Ärger – doch Änderungen sind geplant

Wer etwas in die Container schmeißen möchte hat keine Rampe, die dabei hilft, leichter an die Container zu kommen. © Sylvia vom Hofe

In diesem Jahr hat eine vierköpfige Familie in Selm 255,96 Euro für eine 80-Liter-Tonne Restmüll gezahlt. Die Entsorgung des Biomülls schlug mit 71,88 Euro für eine 60-Liter-Tonne zu Buche. 2019 wird es in beiden Fällen ein kleinwenig günstiger. Der Vier-Personen-Haushalt wird dann für den Restmüll 252,96 Euro (1,5 Prozent weniger als 2018) und für die Biotonne 69,96 Euro (minus 2,67 Prozent) zahlen.

Der Stadtrat selbst hat sich auch schon mehrfach mit dem Thema Wertstoffhof beschäftigt. Die Stadtverwaltung begrüßt eine Verlegung des Wertstoffhofs, wie Stadtsprecher Malte Woesmann sagt. Das kann aber noch dauern. „Eine Realisierung der Maßnahme ist für 2020 geplant“, sagt er.

Neben der Kostenthematik sei insbesondere die Genehmigungsfähigkeit des Wertstoffhofes noch zu klären. „Ein Wertstoffhof muss auf der Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes in einem aufwendigen Verfahren genehmigt werden“, so Woesmann. Die zuständige Genehmigungsbehörde sei die Bezirksregierung Arnsberg.

„Aktuell wird in Absprache zwischen Stadt und Stadtwerken eine Detailplanung erarbeitet, auf deren Basis dann eine belastbare Kostenschätzung vorgenommen werden kann“, erklärt Woesmann. Eine bisherige Grobplanung für einen möglichen neuen Wertstoffhof sei von der Kommunalpolitik positiv beurteilt worden.

Längere Öffnungszeiten

„Ich bin der Meinung, der Wertstoffhof ist ein Anlaufpunkt für alle Bürger“, sagt Hubert Seier von der UWG. Auf längere Sicht könnte sich Seier vorstellen, dass auch über die Themen längere Öffnungszeiten und zusätzliches Personal, das dann auch mehr in Sachen Abfallbeseitigung berät, nachgedacht werden muss. Das habe aber derzeit nicht oberste Priorität.

Müll besser vermeiden

Marion Küpper von den Grünen spricht noch einen weiteren Punkt an. „Ich finde, dass man in Selm grundsätzlich mehr darüber nachdenken sollte, wie man den Müll reduziert“, so Küpper. Wie das konkret aussehen könnte, weiß Küpper nicht. Sie könnte sich vorstellen, dass es einen Bereich geben könnte, wo zum Beispiel Möbel abgegeben werden könnten, die noch bereit zur Weiterbenutzung sind.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Friedhof in Selm

„Verwahrloste Kindergräber“: Angehörige sind erschüttert über Zustand des Selmer Friedhofs

Hellweger Anzeiger Flüchtlingsunterkunft

Viele freie Plätze: Das passiert mit den leeren Räumen des größten Selmer Übergangsheims

Hellweger Anzeiger Ferienbetreuung

Über 100 Kinder machen aus Selm einen Dschungel: Ferienbetreuung an Sekundarschule