Älteste Bibliothek Deutschlands soll bald öffentlich sein

Nach dem Fund von Überresten der ältesten nachweisbaren Bibliothek Deutschlands mitten in der Kölner Innenstadt soll die Öffentlichkeit diese bald zu sehen bekommen. Man plane, im Tiefgeschoss der Antoniterkirche das Fundament und die erhaltenen Bestandteile zugänglich zu machen und mit digitalen Mitteln ein möglichst gutes Bild von der alten römischen Bibliothek zu vermitteln, wie die Evangelische Gemeinde in Köln am Freitag mitteilte.

25.10.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Älteste Bibliothek Deutschlands soll bald öffentlich sein

Blick auf das Fundament der Antoniter-Bibliothek. Foto: Hi-fly Foto/Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln/dpa/Archivbild

Der „archäologische Sechser im Lotto“, wie Pfarrer Markus Herzberg die Ausgrabung bezeichnete, hatte vor rund einem Jahr international für Schlagzeilen gesorgt. Für eine angemessene Aufbereitung fehle jedoch bislang das Geld. Auch bei einem solchen Fund zahlten nicht automatisch Bund, Land oder ein Museum. Die Gemeinde hat daher eine Spendenaktion gestartet. Wann die Bibliothek für die Öffentlichkeit zu sehen sein wird, hänge davon ab, wie gut die Aktion laufe, sagte eine Gemeindesprecherin.

Die älteste römische Bibliothek nördlich der Alpen soll im 2. Jahrhundert nach Christus im römischen Köln errichtet worden sein. Archäologen waren bei Bauarbeiten für ein neues Kirchenzentrum überraschend auf die massiven Mauerreste gestoßen. „Wir wussten direkt: Es ist sehr gut erhalten und birgt viele Rätsel“, sagte der Direktor des Römisch-Germanischen Museums, Marcus Trier.

Einen Vorgeschmack auf die Funde aus der aufwendigen Grabung bekommen die Kölner bereits jetzt: Ab Freitag sind in den Räumen der Kirche Fragmente von Säulen sowie alte Töpferarbeiten zu sehen, die Hinweise darauf geben, wie das frühere Leben und Arbeiten im Kölner Zentrum ausgesehen haben müssen. „Es ist überraschend, dass es einen handwerklichen Betrieb in der Innenstadt gegeben haben muss, der mit Feuer gearbeitet hat“, sagte der Archäologe Dirk Schmitz vom Römisch-Germanischen Museum in Köln bei der Vorstellung der Exponate.

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