Für ein paar Euro kann jeder Werner die Adresse eines anderen erfragen - ganz ohne Grund

dzMelderegister-Auskunft

Wie viel sind unsere Daten wert? Im Bürgerbüro sind es genau 11 Euro. Kaum jemand weiß, dass jeder ganz einfach die Adresse jedes Werners erfragen kann - ganz ohne Grund.

Werne

, 05.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die neue Datenschutzgrundverordnung hat 2018 viele Menschen ins Schwitzen gebracht. Die verschärften Vorschriften bedeuteten viel Arbeit für kleinere Unternehmen und Sportvereine. Selbst Einschulungsfotos haben einige Schule verboten. Doch andere Daten kann jeder über jeden erfragen - ganz einfach, ganz ohne Grund und für wenig Geld.

Für 11 Euro teilt die Stadtverwaltung jedem Bürger bestimmte Daten eines anderen Werners mit. Die einfache Melderegister-Auskunft umfasst Namen und Anschriften, einen möglichen Doktorgrad und die Information, ob die Person noch lebt oder verstorben ist. Für all diese Informationen gibt es nur wenige Bedingungen.

Das ist für die Melderegister-Auskunft nötig

Die Person, die die Auskunft verlangt, muss versichern, die Daten nicht für Werbezwecke oder Adresshandel zu missbrauchen. Für eine Anfrage muss man zudem Vor- und Nachnamen sowie entweder das Geburtsdatum oder eine bisherige Anschrift des Gesuchten kennen.

Möglich sind diese Auskünfte, um beispielsweise Einladungen für ein Klassentreffen verschicken zu können. „Jede Privatperson kann das beantragen“, sagt Angelika Seifert vom Bürgerbüro Werne. Seinen Vornamen, Nachnamen und seie Anschrift müsse der Antragsteller vorlegen. Doch es ist noch mehr möglich.

Wer möchte, kann auch eine erweiterte Melderegister-Auskunft beantragen. Hierfür müssen Antragsteller allerdings ein begründetes Interesse nachweisen. Leichtfertig gibt die Stadt Werne die Daten wie Geburtsdatum, Familienstand, frühere Anschriften, Name des Lebenspartners, eventueller Sterbetag und andere Informationen also nicht heraus.

15 Euro kostet der erweiterte Antrag, der beispielsweise genutzt werden kann, um zum Beispiel eine Großtante zu finden. Eine Archivanfrage zum Preis von 30 Euro ist ebenfalls möglich.

Kann man sich gegen die Auskunft wehren?

Möglich macht die einfach Melderegister-Auskunft Paragraf 44 des Bundesmeldegesetzes, das eine anlasslose Auskunft vorschreibt. Schützen kann man sich vor der Herausgabe seiner Daten kaum, sagt Angelika Seifert.

Solche Auskunftssperren fordern zahlreiche Vorgaben, die es zu erfüllen gilt. Hier komme nur ein kleiner Personenkreis infrage.

Online-Anfragen für Melderegister-Auskunft in der Arbeit

Nötig ist für eine Auskunft noch der Weg ins Bürgerbüro am Konrad-Adenauer-Platz 1. Eine Online-Abfrage, wie beispielsweise in Dortmund, gibt es für die Melderegister-Auskunft noch nicht, soll aber bald folgen.

So arbeitet die Stadt Werne bereits daran, die Anträge online einreichen zu können. In Dortmund bedeutet das nicht nur die Möglichkeit, eine Melderegister-Auskunft vom heimischen Computer zu senden, sondern auch eine Geldersparnis von 5 Euro.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Jugendliche in Werne

Treffpunkt für Jugendliche kommt wohl nicht mehr in diesem Jahr: „Wir wollen es vernünftig machen.“

Hellweger Anzeiger Lippebrücke

Streit unter Nachbarn mit historischem Ausmaß: „Die da drüben, das sind doch die Klopper!“

Hellweger Anzeiger Auswanderung nach Schweden

Auswanderin Ellen Schöneborn (63) aus Werne: „Die Gemeinschaft im Evenkamp war einzigartig“

Hellweger Anzeiger Villa zu verkaufen

Traum-Villa mit 400 Quadratmetern in Werne zu verkaufen - ein Mediziner will sie haben

Hellweger Anzeiger Discounter in Stockum

Einfahrt zum Lidl in Stockum: Nach monatelanger Sperrung sind bald wieder beide Spuren frei

Hellweger Anzeiger Sharing in Werne

Teilen nicht nur an St. Martin: Diese Dinge kann man in Werne mit anderen Menschen teilen

Meistgelesen