Adil Demirci darf zur Beerdigung der Mutter Türkei verlassen

Der wegen Terrorvorwürfen in der Türkei angeklagte Kölner Sozialarbeiter Adil Demirci darf nach rund 14 Monaten Untersuchungshaft und Ausreisesperre die Türkei verlassen. Das bestätigte sein Anwalt Keles Öztürk der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend. Ein Gericht habe die Aufhebung der Ausreisesperre am frühen Freitagabend beschlossen. Allerdings gelte sie noch, bis Demirci am Montag bei der Bank eine Kaution von 20 000 Lira (rund 3000 Euro) hinterlegt habe und der Beleg in den Gerichtsakten sei. Danach werde das Gericht auch die Reisesperre außer Kraft setzen.

14.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Die Auflage hatten Demirci und Öztürk selber vorgeschlagen, wie Öztürk sagte. Sie hatten Mitte der Woche erneut eine Aufhebung der Ausreisesperre beantragt, nachdem am Mittwoch in Deutschland Demircis Mutter an Krebs gestorben war. Demirci hatte der Deutschen Presse-Agentur am Freitagvormittag gesagt, dass er an der Beerdigung teilnehmen wolle.

Der Kölner ist in der Türkei wegen Terrorvorwürfen angeklagt und war seit Mitte Februar auf freiem Fuß. Er durfte allerdings Istanbul nicht verlassen. Vor der jüngsten Verhandlung Ende April hatte Demirci gesagt, er mache sich Sorgen um seine Mutter. Seine Anwälte hatten mit ihrem Antrag auf Aufhebung der Ausreisesperre ein Gutachten der Ärzte eingereicht.

Demircis Fall ist einer der prominentesten verbliebenen Fälle gegen einen Deutschen in der Türkei. Demirci, der die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit hat, war im April 2018 während eines Urlaubs in Istanbul festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei vor. Die MLKP gilt in der Türkei als Terrororganisation. Demirci weist die Vorwürfe zurück.

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