Actic Fitness in Selm: Schwimmen und Krafttraining unter einem Dach

dzFitnessstudio-Test

Fitnessstudios helfen, Bewegung ins Leben zu bringen. Aber sind die Besucher dort auch gut aufgehoben? Heute im Test: das Actic Fitness in Selm, das auch Training im Wasser bietet.

Selm

, 12.12.2018, 10:01 Uhr / Lesedauer: 5 min

Das Actic Fitness in Selm ist direkt mit dem Schwimmbad 4elements verbunden. Dementsprechend leicht ist das Studio am Sandforter Weg zu finden. Eine Woche zuvor habe ich telefonisch ein Probetraining vereinbart. Mein Wunschtermin, Montagvormittag, war leider nicht möglich. „Freitagvormittag könnte ich Ihnen anbieten“, hatte die Mitarbeiterin am anderen Ende der Leitung gesagt. Zum Probetraining sollte ich Sportkleidung, Turnschuhe, etwas zu trinken in einer Plastikflasche und ein kleines Handtuch mitbringen. „Die Schuhe aber erst im Studio anziehen“, bittet mich die Mitarbeiterin.

Dann fragt sie nach meiner sportlichen Vorerfahrung. „Ich war noch nie in einem Fitnessstudio“, flunkere ich, denn ich möchte ein Probetraining auf Anfänger-Niveau. „Gar kein Problem“, sagt die Mitarbeiterin. „Haben Sie gesundheitliche Probleme?“ Ich verneine, bin aber froh, dass sie diese Frage stellt. So könnte der Trainer beim Probetraining mögliche Einschränkungen berücksichtigen.

Umziehen wie im Schwimmbad

Am Tag meines Probetrainings betrete ich das Actic Fitness und suche erst einmal vergeblich nach einem Mitarbeiter. Doch auf dem Tresen an der Anmeldung steht eine Klingel. Und nur Sekunden nachdem ich diese betätigt habe, kommt ein Trainer aus dem Büro. „Du hast also heute ein Probetraining?“, begrüßt er mich und weist mir den Weg in die Umkleide. Dort angekommen fühle ich mich wie im Schwimmbad, denn die Türen der Spinde sind mit den gleichen Schlüsselarmbändern versehen, die ich aus Schwimmbädern kenne.

Wie funktioniert der Fitnessstudio-Test? Neben meinem Redaktions-Volontariat gebe ich Zumba-Kurse (lizenzierter Instructor) und habe schon in verschiedenen Fitnessstudios und bei verschiedenen Sportvereinen gearbeitet. Ich beschreibe die hier getesteten Studios und das Probetraining so, wie ich es erlebt habe.

Wie ich später erfahre, könnte ich das Bändchen jedoch an der Anmeldung hinterlegen, wenn es mich beim Training stört. Toiletten und Duschen sind direkt an die Umkleide angeschlossen und sehen ebenso wie die Umkleide selbst sauber aus. Im Spind ist ausreichend Platz für meine Tasche, zwischendurch kann ich meine Anziehsachen auf einer Bank ablegen. Wenn das Studio gut besucht ist, könnte es allerdings etwas eng in der Umkleide werden. Mehrere Spiegel und zwei Föne stehen den Besucherinnen dort zur Verfügung.

Erst die Ziele besprechen

Zurück an der Anmeldung stellt sich der Trainer als Christian Rinsche vor. „Bevor wir mit dem Training beginnen, setzen wir uns kurz und füllen diesen Bogen hier aus“, sagt er und weist auf einen Zettel in seiner Hand. Wir setzen uns an einen der Tische, die vor der Anmeldung stehen. An der Wand steht auch ein Kühlschrank mit verschiedenen Fitnessshakes und -drinks. „Warst du schon einmal in einem Fitnessstudio oder machst du Sport?“, fragt Christian mich als erstes. „Nein, aber ich tanze“, antworte ich. Auch er fragt noch einmal nach gesundheitlichen Einschränkungen.

Dann geht es um meine Ziele und darum, was ich besonders trainieren möchte. Ich wähle ein klassisches Ziel, das viele Fitnessstudiobesucher verfolgen: Abnehmen - und das, wie viele Frauen, insbesondere an Bauch, Beinen und Po. „Wie viel möchtest du abnehmen?“, fragt Christian und trägt alles in den Bogen ein. Eine solche Karte bekomme jedes Mitglied, erklärt Christian. Dort werden dann auch die Geräteeinstellungen eingetragen, die beim Probetraining vorgenommen werden. So könne ich jederzeit auf den Bogen zurückgreifen und die Geräte entsprechend einstellen.

Beim Probetraining nicht überanstrengen

Der Bogen helfe auch dabei, später das Training anzupassen und beispielsweise die Gewichte zu erhöhen. „Heute sollst du dich aber noch nicht überanstrengen“, sagt Christian. „Du kannst dich jetzt erst einmal aufwärmen, dann zeige ich dir fünf bis sechs Geräte und dann bist du auch schon fertig.“ Als erstes gehen wir in die Mitte des Studios, das eine große Halle ist. Ich darf mir ein Gerät zum Aufwärmen aussuchen und wähle den Cross Trainer - ich hätte aber auch ein Laufband oder ein Fitness-Fahrrad nehmen können.

Christian hilft mir, den Cross Trainer einzustellen und geht dann zu einem anderen Kunden. Ein weiterer Trainer ist zeitgleich auf der Fläche unterwegs, um sich um die Trainierenden zu kümmern. Das Publikum des Studios ist während meines Probetrainings eher älter, was aber auch an der frühen Tageszeit liegen kann. Während ich mich aufwärme, lasse ich meinen Blick durchs Studio schweifen.

Studio in verschiedene Bereiche unterteilt

Das Actic Fitness ist in vier Bereiche unterteilt. Neben dem Bereich fürs Ausdauertraining, in dem entsprechende Geräte in Reih und Glied stehen, gibt es einen Freihantelbereich, einen Bereich für freie Übungen und verschiedene Geräte zum Krafttraining, die im Studio verteilt stehen. Außerdem haben Kunden die Möglichkeit, TRX-Training zu machen, ein Ganzkörpertraining, das mit Bändern und dem eigenen Körpergewicht arbeitet.

Actic Fitness in Selm: Schwimmen und Krafttraining unter einem Dach

Im Ausdauer-Bereich des Studios kann man sich beispielsweise auf einem Laufband aufwärmen. © Jürgen Weitzel

Nach dem Aufwärmen holt Christian mich wieder ab und führt mich zum ersten Gerät: der Beinpresse. Er macht mir die Übung vor und erklärt dabei, was ich zu beachten habe: „Die Beine sollten etwa im 90-Grad-Winkel sein. Dann lehnst du dich hinten in den Sitz, drückst die Schultern an die Lehne und schiebst das Gewicht mit deinen Füßen nach vorne.“ Ich setze mich und stelle meine Füße auf die Platte vor mir. Den 90-Grad-Winkel erreiche ich, indem ich den Sitz entsprechend verstelle. Meine Füße stelle ich absichtlich, anders als Christian es mir vorgemacht hat, ganz eng nebeneinander.

Fehler nicht bemerkt

So sollte die Übung normalerweise nicht ausgeführt werden. Die Füße müssten etwa hüftbreit parallel zueinander stehen. „Wir machen heute bei jedem Gerät zwei Sätze mit je 15 Wiederholungen“, erklärt Christian, korrigiert mich allerdings nicht. Erst, als ich frage, ob ich die Übung richtig ausführe, sagt er: „Die Füße müssten etwas breiter auseinander.“ Normalerweise hätte er den Fehler jedoch von alleine bemerken müssen, bevor ich mit der Übung begonnen habe.

Bei allen weiteren Übungen, die entsprechend meiner Trainingswünsche vor allem Bauch, Beine und Po beanspruchen, erkennt Christian dann aber selbst kleinste Fehler sofort. Als ich beispielsweise an der Rückenmaschine die Rolle, die an meinen Schulterblättern anliegt, zu weit nach hinten drücke und ins Hohlkreuz gehe, sagt er: „Bei dieser Übung solltest du nicht in die Überstreckung gehen.“ Er hält seine Hand an meinen Rücken und zeigt mir so, wie weit ich zurück gehen kann. Er erklärt mir geduldig, wie welche Übung funktioniert und wie ich die Geräte einstellen kann. Um trainieren zu können, muss ich das richtige Gewicht und teilweise Lehne, Sitz oder Polster einstellen - Informationen, die ich beim nächsten Training meinem Plan entnehmen könnte.

Kurse an Land und im Wasser

Christian ist nicht nur ausgebildeter Trainer, sondern auch Rettungsschwimmer. „Das ist für die Kurse, die im Schwimmbad stattfinden, gut“, sagt er. Denn das Actic Fitness bietet neben normalem Kurstraining auch Aqua Gymnastik im 4elements an. „Unsere Mitglieder können das Schwimmbad auch sonst ohne weitere Kosten nutzen.“ Mich interessieren jedoch eher die Kurse an Land, denn hier ist die Variation größer. Christian geht mit mir in den Kursraum, der groß und hell ist. Wenn nötig, könne man den Raum mit einer Trennwand teilen, um zwei Kurse gleichzeitig stattfinden zu lassen.

Insgesamt zwölf verschiedene Kurse hat das Actic Fitness im Angebot, unter anderem Spinning, Jumping, Step Workout und Rückenfit. Ein Zumba-Kurs fehlt derzeit, weil das Studio auf der Suche nach einer neuen Trainerin ist. Der früheste Kurs beginnt um 10 Uhr, der späteste um 20.30 Uhr. Die meisten Kurse finden montags bis freitags statt, samstags gibt es einen. Kurs-Specials sind einem Aushang zu entnehmen. Auf dem Kursplan, den Christian mir ausdruckt, steht außerdem, dass man sich für manche Kurse, wie Spinning und Jumping, anmelden muss. Denn es steht nur eine gewisse Anzahl an Rädern und Trampolinen zur Verfügung.

Preise sind nach Vertragslaufzeit gestaffelt

Am Ende des Probetrainings, das circa eine Stunde dauerte, frage ich Christian nach den Preisen des Studios. „Das kommt darauf an, wie lang deine Vertragslaufzeit ist“, antwortet er. Als Normalmitglied zahle ich für sechs Monate 49,90 Euro, für zwölf Monate 39,90 Euro und für 24 Monate 29,90 Euro. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. „Wir haben aber auch immer wieder Sonderangebote, auf die wir dann im Studio und im Internet hinweisen“, sagt Christian.

Einen dauerhaften Sonderpreis gibt es jedoch auch für Senioren und Studenten. Studenten zahlen für zwölf Monate nur 29,90 Euro, Senioren 32,90 Euro. Auch für die kürzere oder längere Vertragslaufzeit sind die Preise entsprechend günstiger. „Und mit einer Mitgliedschaft kann man nicht nur Kraft- und Kurstraining machen“, erklärt Christian. „Auch das Schwimmbad kann mitgenutzt werden und Mitglieder erhalten mit ihrer Mitgliedskarte 20 Prozent auf die Sauna.“ Eine Ernährungsberatung biete das Actic Fitness nicht an, dennoch können die Kunden die Trainer jederzeit ansprechen und nach Tipps fragen.

Training nach Wunsch

Bei meinem Probetraining habe ich mich gut aufgehoben gefühlt. Insbesondere, weil vor Trainingsbeginn über mögliche gesundheitliche Einschränkungen und meine sportliche Vorerfahrung gesprochen wurde. Gefallen hat mir auch, dass mein Trainingsziel sogar in Kilogrammzahlen festgehalten wurde - denn oft trainiert es sich mit einem Ziel vor Augen leichter. Und wenn man es sich bei jedem Training vor Augen hält, wenn man den Mitgliedsbogen hervorholt, umso besser. Christian war aufmerksam, hat mir alle Geräte und Übungen ausführlich erklärt und alle Fehler - bis auf einen - umgehend korrigiert. Außerdem war das Training an meine Wünsche angepasst.

Mein Fazit: Im Actic Fitness Selm wird sowohl im Krafttraining- als auch im Kursbereich einiges geboten. Auch wenn ich die Qualität der Kurse an dieser Stelle nicht beurteilen kann, ist doch laut dem Kursplan sowohl Kraft- als auch Ausdauertraining abgedeckt. Schon beim Probetraining wurde mithilfe des Mitgliedsbogens alles für eine mögliche Mitgliedschaft vorbereitet. Der Trainer hat sich entsprechend Zeit genommen und alles ausführlich besprochen. Außerdem kann das Studio mit der Besonderheit aufwarten, dass auch Aqua Gymnastik angeboten wird und Mitglieder das Schwimmbad nutzen können.

Actic Fitness Selm Das Actic Fitness Selm befindet sich am Sandforter Weg 2. Kunden können ihr Auto oder Fahrrad direkt vor dem Studio abstellen (Parkplatz 4elements). Einen Termin für ein Probetraining kann man online, persönlich oder telefonisch unter Tel. (02592) 9 89 00 85 vereinbaren. Das Actic Fitness Selm gehört zu einer Fitnessstudio-Kette. Ursprünglich hieß diese Nautilus Gym und wurde 1981 in Schweden gegründet. 2010 erfolgte die Namensänderung. Actic Fitness-Studios sind meist an ein Schwimmbad angeschlossen. In Schweden, Norwegen, Deutschland und Österreich gibt es rund 180 Actic Fitness-Studios. Weitere Informationen zum Actic Fitness Selm, wie Ausstattung, Sonderangebote, Öffnungszeiten und Preise, gibt es auf der Homepage und der Facebookseite des Studios.
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