„Albtraum“ gegen Nürnberg: Endspiel für 96-Coach Slomka

Eigentlich wollte Hannover 96 sofort wieder um den Aufstieg mitspielen. Doch nach der erschütternden Leistung gegen Nürnberg geht es für die Niedersachsen erst einmal gegen den Abstieg. Trainer Mirko Slomka bekommt noch ein Endspiel in Dresden.

01.10.2019, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mirko Slomka bleibt trotz des 0:4-Debakels gegen den 1. FC Nürnberg Trainer von Hannover 96 - zumindest vorerst.

Nach intensiven Gesprächen zwischen Mehrheitsgesellschafter Martin Kind und Sportdirektor Jan Schlaudraff entschieden die 96-Bosse, dass Slomka die Mannschaft des Fußball-Zweitligisten auch am Samstag im Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden betreuen wird. Eine weitere Niederlage darf sich der 52-Jährige dort aber nicht erlauben. Dann ist seine Zeit in Hannover abgelaufen.

Denn die Verantwortlichen machten klar, dass sie in Dresden eine deutliche Reaktion des Teams erwarten, das nach dem vierten sieglosen Heimspiel der Saison bis auf Platz 15 abgerutscht ist. „In Dresden wird – unabhängig vom Ergebnis – eine erkennbare Leistungssteigerung der Mannschaft und eine deutliche Antwort auf die enttäuschende Vorstellung gegen Nürnberg erwartet“, hieß es auf der Club-Homepage. Die Leistung gegen die Franken sei die „schlechteste in der bisherigen Zweitligasaison“ gewesen, hieß es weiter - Abstiegskampf statt Aufstiegsrennen heißt es daher für den Bundesliga-Absteiger.

Unmittelbar nach dem ernüchternden Auftritt gegen Nürnberg hatte Kind die Zukunft von Slomka noch offen gelassen. „Natürlich müssen wir das in aller Ruhe und Vernunft, aber auch in aller Ehrlichkeit analysieren, wie so eine Leistung zustande kommen kann“, hatte ein sichtlich schockierter Kind nach dem desaströsen Auftritt gesagt. Mehr wollte sich der Mehrheitsgesellschafter nicht entlocken lassen, als er gut eine Stunde nach der blutleeren Vorstellung der 96er im Nieselregen vor der HDI-Arena stand.

Dabei hatte Slomka, der 96 in seiner ersten Amtszeit in Hannover in die Europa League geführt hatte, vor dem Nürnberg-Spiel noch davon gesprochen, er habe den Aufstieg noch nicht abgehakt. Die Mannschaft habe genügend Potenzial, um ganz oben mitzuspielen. Doch am Montag ließ ihn die Mannschaft bitterlich im Stich, was auch Fragen zum Verhältnis zwischen Team und Trainer aufwirft.

„Das ist ganz schwer zu verdauen. Es war ein absoluter Albtraum“, sagte der angeschlagene Slomka nach der Partie, in der Georg Margreitter (3. Minute, 83.), Hanno Behrens (26.) und Robin Hack (45.) die Treffer für die effektiven, aber keineswegs überragenden Gäste erzielten. „Das habe ich nicht kommen sehen und auch nicht für möglich gehalten.“ Schlaudraff hatte Slomka unmittelbar nach der Partie dennoch den Rücken gestärkt und überzeugte dann am Dienstag in den Gesprächen wohl auch Kind, Slomka noch eine letzte Chance zu geben.

Die Fans haben ihr Urteil dagegen längst gefällt. Zwar gab es am Montag noch keine Slomka-raus-Rufe. Aber auch nur, weil beim Schlusspfiff fast niemand mehr im Stadion war. Selbst die treuesten Anhänger hatten sich bereits auf den Heimweg begeben. „Das war ein Tiefpunkt heute. Das ging allen im Stadion so“, sagte Slomka.

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