Aachener Karlspreis gründet Akademie für EU-Zukunftsfragen

Der internationale Aachener Karlspreis will mit einer neuen Akademie ganzjährig ein Forum für Zukunftsfragen der Europäischen Union bieten. Jedes Jahr bekommen künftig fünf Nachwuchswissenschaftler Stipendien, um an der Akademie an Themen von den Folgen des Brexits bis zur weiteren Integration in der EU zu forschen. Das teilten die nordrhein-westfälische Landesregierung und das Karlspreis-Direktorium am Dienstag in Düsseldorf mit.

05.11.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aachener Karlspreis gründet Akademie für EU-Zukunftsfragen

Die Medaille des Karlspreises trägt ein Preisträger nach der Preisverleihung. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Viele Probleme wie etwa die Flüchtlings- oder Euro-Krise hätten schon Jahre vor ihrem Beginn identifiziert werden können, sagte der Direktoriumsvorsitzende Jürgen Linden. Die neue Akademie solle daher die Augen für Zukunftsfragen Europas öffnen.

Die ersten fünf mit jeweils 25 000 Euro ausgestatteten Stipendien sind bereits vergeben. Drei davon finanziert das Auswärtige Amt. 114 junge Wissenschaftler aus 37 Ländern - weit über die EU hinaus - hätten sich beworben, sagte Linden. Die Ergebnisse sollen beim jährlichen „Karlspreis Europa Summit“ präsentiert werden.

Aus dem Karlspreis müsse „mehr gemacht werden als nur ein Festakt an Christi Himmelfahrt“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Im politischen Diskurs müsse stärker für die europäische Idee gekämpft werden. Wenn aber in den Regierungen und Parlamenten der Mitgliedstaaten, auch in Deutschland, „antieuropäische Töne immer lauter werden, ist das die eigentliche Gefahr“.

In diesem Jahr war UN-Generalsekretär António Guterres geehrt worden. Im kommenden Jahr feiert der Karlspreis sein 70. Jubiläum. Seit 1950 wird er für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen.

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