Aachen bereitet Tempo 30 gegen Dieselfahrverbote vor

Runter vom Gas für bessere Luft: Noch im November soll im Stadtzentrum von Aachen Tempo 30 gelten. Die über 100 Straßenschilder dafür sind bereits bestellt. Auch eine Umweltspur soll in Aachen kommen - ähnliche Pläne haben nur wenige Städte in NRW.

27.10.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aachen bereitet Tempo 30 gegen Dieselfahrverbote vor

Ein Verkehrsschild weist auf eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h zur Luftreinhaltung hin. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Wegen des drohenden Dieselfahrverbots bereitet die Stadt Aachen die Einführung von Tempo 30 im Stadtzentrum vor. Die Drosselung gehört zu einem vom Stadtrat beschlossenen Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Schadstoffbelastung, wie ein Sprecher der Stadt erklärte. 125 Tempo-30-Schilder seien bestellt und sollen nach Möglichkeit bis Ende November aufgestellt sein. In den Anwohnerstraßen gibt es den Angaben nach schon Tempo 30. Durch die Ausweitung auf den ganzen Bereich innerhalb des Alleenrings soll der Verkehr besser fließen.

Im Kampf für bessere Luft soll in Aachen zudem bis Anfang 2020 eine Umwelttrasse stadtauswärts kommen. Es handelt sich um einen Radfahrstreifen mit Freigabe für Busverkehr. Eine Umfrage bei den NRW-Bezirksregierungen zu Umweltspuren zeigt: Nur wenige Städte haben ähnliche Pläne. Düsseldorf hat schon drei Umweltspuren, die nur Busse, Taxen, Radfahrer und Fahrgemeinschaften benutzen dürfen. In Essen, Köln und Bielefeld soll ebenfalls eine Sonderspur kommen.

Die Stadt Aachen rechnet damit, dass durch die Einführung von Tempo 30 im Zentrum weniger Schadstoffe ausgestoßen werden. Effekte werden auch für die Lebensqualität erwartet - etwa durch Lärmreduktion. Daneben werde es durch Tempo 30 eine Signalwirkung für ein ausgewogenes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer geben.

Vergleichbare Maßnahmen gibt es einem Sprecher zufolge etwa in Stuttgart und Berlin. Zum Aachener Maßnahmenpaket für eine Schadstoffreduzierung gehören neben Tempo 30 und der Umwelttrasse die Ausstattung von Bussen mit einem besonderen Schadstofffilter und die Erprobung eines Straßenbelags, der gesundheitsschädliches Stickoxid binden soll.

Ende Juli hatte das Oberverwaltungsgericht Münster den ursprünglichen Luftreinhalteplan 2019 für die Stadt für rechtswidrig erklärt, aber kein Fahrverbot angeordnet. Stadt und Land mussten einen neuen Plan erstellen.

Weitere Meldungen
Meistgelesen