ADAC warnt vor Staus rund um die Weihnachtstage – hier könnte es eng werden

Staus in Deutschland

Vor und nach den Weihnachtstagen kommt es traditionell zu Staus auf deutschen Straßen und Autobahnen: Alle wollen nach Hause zu ihrer Familie fahren. Der ADAC wagt eine Verkehrsprognose.

20.12.2019, 12:08 Uhr / Lesedauer: 4 min
ADAC warnt vor Staus rund um die Weihnachtstage – hier könnte es eng werden

Um die Weihnachtstage kommt es häufig zu Staus. © Daniel Reinhardt/dpa

An Weihnachten wollen alle nach Hause zu ihrer Familie: Da wird es um die Feiertage oft voll auf den Straßen in Deutschland. So warnt auch der ADAC in diesem Jahr wieder vor Staus in den verschiedenen Bundesländern. Voll dürfte es auch auf den Autobahnen im österreichischen Bundesland Tirol werden. Dort starten am Samstag neue Winterfahrverbote.

Stau in Hamburg und Schleswig-Holstein

In Hamburg und Schleswig-Holstein ist bis Weihnachten mit einem erhöhten Reiseaufkommen auf den Straßen zu rechnen. Der ADAC erwartet im Norden Freitagnachmittag bereits einen ersten Höhepunkt der Reisewelle, wie ein Sprecher sagte.

  • Besonders betroffen seien die Autobahnen 1 und 7 rund um Hamburg sowie die A24 Richtung Berlin.
  • Auf der A7 kommt es zwischen Waltershof und dem Elbtunnel zusätzlich zu Verkehrsbehinderungen durch einen Lamellenbruch.

Am Wochenende sei mit einer leichten Beruhigung der Lage auf den Straßen zu rechnen. In den Ballungsräumen Hamburg und Kiel erwartet der ADAC aber am Samstag erneut ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Am Montag stehe dann die nächste große Reisewelle an.

Stau in Niedersachsen und Bremen

Autofahrer müssen vor Weihnachten auf vielen niedersächsischen Autobahnen mit Verzögerungen rechnen. Insbesondere auf der A7 werde es ohne Staus nicht gehen, teilte der Automobilclub ADAC mit.

  • So werde zwischen dem Autobahndreieck Hannover und Berkhof ebenso weitergebaut wie im südlichen Niedersachsen zwischen Hildesheim und dem Dreieck Salzgitter.
  • Für den Abschnitt zwischen Nörten-Hardenberg (Kreis Northeim) und Seesen (Kreis Goslar) müssten Autofahrer ebenfalls Geduld mitbringen.
  • Auch auf der Autobahn 1 in den Großräumen Hamburg, Bremen und Osnabrück rechnet der ADAC am vierten Adventswochenende und am 23. Dezember mit verstärktem Reiseverkehr.
  • Probleme könnte es auch auf einzelnen Abschnitten der Autobahnen 27, 28 und 31 im Nordwesten des Landes geben. Die A2 dagegen sei „baustellenfrei“.

Stau in Rheinland-Pfalz und Saarland

Für Hunderttausende Schüler in Rheinland-Pfalz und im Saarland beginnen nach dem letzten Schultag am Freitag die Weihnachtsferien. Da viele Familien dann in den Urlaub starten und gleichzeitig Pendler unterwegs sind, müssen Autofahrer in beiden Ländern mit dichtem Verkehr auf den Straßen und Bahnreisende mit vollen Zügen rechnen.

  • Der Automobilclub ADAC geht von einer Staugefahr insbesondere auf den Autobahnen 6 (Metz/Saarbrücken–Ludwigshafen/Mannheim–Nürnberg) und A61 (Mönchengladbach–Koblenz–Ludwigshafen) aus.

Stau in Hessen

Auch in Hessen beginnen am Freitag die Ferien für Hunderttausende Schüler. Autofahrer und Bahnreisende müssen daher mit vollen Straßen und Zügen rechnen. Der Automobilclub ADAC geht davon aus, dass besonders die Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet dicht sein werden. Auch in den Tagen danach kann es noch zu Staus auf hessischen Autobahnen kommen, insbesondere am Samstag, der als Anreisetag für Wintersportler gilt.

Stau in Berlin und Brandenburg

Berliner und Brandenburger Autofahrer müssen ebenfalls bereits am Freitag mit vollen Straßen rechnen. Der ADAC erwartet für Freitagnachmittag und Samstagvormittag stadtauswärts ein hohes Verkehrsaufkommen, wie der Verkehrsclub am Donnerstag mitteilte.

  • Staugefahr bestehe auf dem Berliner Ring und auf den Autobahnen 9 und 13 in Richtung Süden. Auch die Ost-West-Verbindung (A2, A10, A12) könnte zur Geduldsprobe werden.
  • An zahlreichen Baustellen kann es zudem länger dauern: Die Baustellen zwischen dem Dreieck Pankow und der Anschlussstelle Neuruppin (A10, A24) sowie zwischen Dreieck Nuthetal bis zum Autobahndreieck Werder gelten als Staufallen.
  • Zwischen Hellersdorf und Genshagen und in Höhe der Anschlussstelle Michendorf kann es ebenso voll werden.
  • Wer Richtung Norden unterwegs ist, muss auf der A11 mit mehreren Baustellen rechnen.

An den Weihnachtstagen wird es laut Vorhersage eher ruhig bleiben, jedoch beginnt bereits am späten Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertags die erste Rückreisewelle. Freitagnachmittag (27.12.) und Samstagvormittag (28.12.) sollen die Straßen dann erneut voller werden. Die Verkehrsexperten vom ADAC raten, sehr früh am Morgen oder in den Abendstunden aufzubrechen.

Stau in Baden-Württemberg

Vor dem vierten Adventswochenende müssen sich Autofahrer auf Staus einstellen. Am Freitagnachmittag, 20. Dezember, könnte es besonders voll auf den Autobahnen werden, wie der ADAC Württemberg am Montag in Stuttgart mitteilte. Auch am 26. Dezember müssen Reisende demnach mit viel Stau auf Fernstraßen rechnen.

  • Im Südwesten seien vor allem die A5 (Frankfurt–Basel), die A6 (Mannheim–Nürnberg) und die A8 (Karlsruhe–München) betroffen.

Wer am Freitag in den Urlaub startet, habe vor 13 Uhr beste Chancen auf freie Fahrt, hieß es. Auch für Samstag, 21. Dezember, sei starker Reiseverkehr zu erwarten. An Heiligabend und an den beiden Weihnachtsfeiertagen könnte sich die Lage auf den Fernstraßen beruhigen.

  • Zu besonders staugefährdeten Strecken im Südwesten zählen der Großraum Stuttgart mit dem Leonberger Dreieck, die A6 mit den Abschnitten Bad Rappenau–Heilbronn und Hockenheim–Kreuz Walldorf sowie die Strecken Hohenstadt–Merklingen und Esslingen–Wendlingen auf der A8.
  • Zudem müssen Autofahrer auf der A5 zwischen Bruchsal und Karlsruhe und auf der A7 im Bereich Aalen/Oberkochen–Giengen/Herbrechtingen mit viel Verkehr rechnen.

Weitere vom ADAC angekündigte Staustrecken in ganz Deutschland:

  • Großräume Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt und München
  • A1 Köln–Dortmund–Bremen–Hamburg
  • A2 Dortmund–Hannover–Braunschweig–Berlin
  • A3 Köln–Frankfurt–Nürnberg–Passau
  • A4 Kirchheimer Dreieck–Erfurt–Dresden
  • A5 Hattenbacher Dreieck–Karlsruhe–Basel
  • A6 Metz/Saarbrücken–Mannheim–Heilbronn–Nürnberg
  • A7 Hamburg–Hannover–Kassel–Würzburg–Füssen/Reutte
  • A8 Karlsruhe–Stuttgart–München–Salzburg
  • A9 München–Nürnberg–Berlin
  • A24 Hamburg–Berlin
  • A61 Mönchengladbach–Koblenz–Ludwigshafen
  • A81 Stuttgart–Singen
  • A93 Inntaldreieck–Kufstein
  • A95 /B2 München–Garmisch-Partenkirchen
  • A96 München–Lindau
  • A99 Umfahrung München

Winterfahrverbote in Tirol: Ausweichrouten für Transit gesperrt

Wer nach Österreich in den Urlaub will, sollte beachten, dass pünktlich zum Beginn der Weihnachtsferien das österreichische Bundesland Tirol dem Ausweichverkehr wieder mit Fahrverboten und Dosierampeln den Kampf ansagt. Die Maßnahmen treten am Samstag (21. Dezember) in Kraft und gelten bis Mitte April jeweils an den Wochenenden und an Feiertagen. Sie sollen ähnlich wie die Fahrverbote im Sommer dafür sorgen, dass Autofahrer möglichst lange auf der Autobahn bleiben. Die Landesregierung in Tirol will so Staus und Behinderungen in kleinen Orten vermeiden.

Die Winterfahrverbote gelten vom 21. Dezember bis zum 13. April, samstags jeweils von 7 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 17 Uhr.

  • Betroffen sind Straßenabschnitte in den Tiroler Bezirken Kufstein, Reutte, Schwaz und Innsbruck-Land. So werden etwa die L211 (Unterinntalstraße, ab Kirchbichl in Fahrtrichtung Kufstein) und die L7 (Jenbacher Straße, zwischen Lärchenwiese und Jenbach) für den Durchgangsverkehr gesperrt.
  • Auf der Brennerstraße (B182), die parallel zur A13 (Brennerautobahn) verläuft, werden Dosierampeln den Verkehr regulieren, ähnlich wie auf einigen Straßen rund um Kufstein.
  • Im Bezirk Reutte sind die L69 und die L288 ab der Anschlussstelle Vils gesperrt.

RND/hsc/dpa

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