500 Jahre alte Engelssäule mit Gewalt beschädigt

St. Viktor

In St. Viktor wurde eine 500 Jahre alte Säule schwer beschädigt. Der Schaden am Kunstwerk könnte während der Kinderbibelwoche passiert sein.

Schwerte

, 19.10.2018, 16:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
500 Jahre alte Engelssäule mit Gewalt beschädigt

Mutwillig zerstört wurde der Kranz der 500 Jahre alten Engelssäule im Chorraum der Viktorkirche.giersch © Bruno Giersch

Zerschlagen hing der Kranz am Fuß des 500 Jahre alten Engels herunter: Erschüttert stand der stellvertretende Baukirchmeister Bruno Giersch am Freitag unter dem Kunstschatz im Chorraum des Gotteshauses: „Hier wurde zerstört, was Jahrhunderte erhalten blieb. Das ist grausam.“

Die Küsterin hatte den Schaden kurz zuvor bei ihrem Kontrollgang entdeckt und Giersch informiert. Am Freitag vergangener Woche sei die Säule noch heile gewesen, berichtete er: „Es muss innerhalb der letzten Woche passiert sein.“

Jetzt lesen
Wie genau, darüber wird noch gerätselt. Aber in diesem Zeitraum habe drei Tage lang die Kinderbibelwoche in der Kirche stattgefunden. „Es kann nicht sein, dass sie unkontrolliert Kinder herumtoben lassen“, sagte Giersch: „Das ist der teuerste Spielplatz von Schwerte.“

Täter kaum zu ermitteln

Pfarrer Tom Damm, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Schwerte zuständig ist, berichtete, dass er mit dem Kollegen gesprochen habe, der die Kinderbibelwoche geleitet hatte. „Er sagte, er habe nichts gesehen“, berichtete er. Man werde es niemals nachweisen können. „Es ist eine traurige Sache“, so Pfarrer Damm: „Irgendwie erschütternd.“ Er gehe davon aus, dass die Gemeinde eine Anzeige gegen unbekannt stellen werde. Man müsse die Säule jetzt restaurieren lassen. Ob eine der Versicherungen für diese Kosten aufkommt, ist noch offen.

Denkmalbehörde ist informiert

Der stellvertretende Baukirchmeister Giersch hat auch die zuständigen Denkmalbehörden über den Vorfall informiert. Bei der alten Säule handelt es sich um einen sogenannten Velenträger, an dem früher ein Tuch aufgehängt wurde, um den Altar während der Passionszeit vor Ostern zu verdecken. Ein entsprechender Haken ist noch vorhanden. Genauso wie sein Gegenstück auf der Rückseite des Goldenen Altars.

„Velensäulen gibt es nur noch ganz, ganz selten“, erklärte Giersch. Der daraufstehende hölzerne Engel sei bei der jüngsten Kirchenrenovierung restauriert worden. Der Kranz zu seinen Füßen sei aus Gips gefertigt: „Da muss jemand massiv draufgekloppt haben – das ist richtig zerbröselt.“ Als Konsequenz schlug Giersch vor, den Chorraum künftig mit einer Kette sichtbar für Besucher abzusperren. Davon mochte Pfarrer Damm allerdings nichts wissen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Rohrmeisterei
Theater am Fluss zeigt „Herr der Diebe“ – So war die Premiere des Jugendstücks
Hellweger Anzeiger Bahnhof Aplerbeck-Süd
BVB-Fan aus der Bahn geworfen – Jetzt äußert sich die Polizei zur Schlägerei im Zug
Hellweger Anzeiger B236 in Schwerte
B236-Ausbau soll erst im Frühling starten – Eigentümer bereitet sich auf Enteignung vor
Hellweger Anzeiger Viele Fotos
Elsebad, Hennen, Schwerte-Ost, Hof Klempt – so waren die Weihnachtsmärkte 2019 in Schwerte