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5 kleinere, bessere Spiele für den Juli

Videospiel-Tipps

Große Spiele gibt es fast jeden Monat. Aber der Juli? Der gehört niemandem. Kein großer Titel traut sich zum Sommerloch in den Handel. Das ist die Chance für einen Haufen toller Geheimtipps.

von Jan Bojaryn

,

NRW

, 30.06.2018
5 kleinere, bessere Spiele für den Juli

„Sleep Tight“ ist ein hoch unterhaltsames Spiel, dessen Geschichte im Kinderzimmer angesiedelt ist. © We Are Fuzzy

Octopath Traveler

Kaum eine Plattform zieht derzeit kleine Geheimtipps so an, wie es die Switch tut. Auch dieses japanische Rollenspiel sieht viel versprechend aus. Nicht einfach eine Geschichte will der epische Fantasy-Titel erzählen, sondern gleich acht verschiedene, die sich verschränken und verbinden. Spieler wählen anfangs ihren Helden aus einer breiten Auswahl, vom Krieger bis zur Tänzerin. Jede Heldenreise beginnt ganz verschieden, aber natürlich begegnen die acht Gefährten einander auf ihrem Weg und verbünden sich.

Gute Ideen hat der Titel aber nicht nur beim Erzählen. Ein Hingucker ist auch die moderne Retro-Optik, bei der flache Objekte wie Aufsteller in einer dreidimensionalen Welt herumstehen. Ähnlich geschmackvoll wirkt der sparsam instrumentierte Soundtrack. Und in diesem Genre immer wichtig ist das variantenreiche Kampfsystem, um dem Titel mit rundenbasierten Taktikherausforderungen Ausdauer zu verschaffen. Wie gut die Reise auf der Langstrecke wird, ist noch offen – aber ein starker Anfang ist gemacht.

Octopath Traveller – für Wanderer. Ab 13. Juli für Switch, 60 Euro.


The Banner Saga 3

Rundenbasierte Kämpfe mit einer starken Geschichte verbinden können auch andere. Den dritten Beweis in Folge dürfte dieser Abschluss einer besonderen Trilogie liefern. Was als Überraschungshit auf der Plattform Kickstarter begonnen hat, geht nun in das verdiente Finale. Die „Banner Saga“ ist eine schwermütige, stark von Wikinger-Legenden inspirierte Fantasy-Geschichte um einen hoffnungslosen Trek in einer zugefrorenen Welt. Spieler führen eine atemberaubend schön handgezeichnete Zeichentrick-Truppe durch eine entbehrungsreiche Reise voller schwieriger Entscheidungen.

Immer wieder kommt es dabei zu Kämpfen, die hier als eine Art taktisches Brettspiel ausgefochten werden, bei der jeder der zerbrechlichen Helden wie eine Spielfigur über das Raster rückt. Fühlten sich die Scharmützel im ersten Teil noch etwas eintönig an, sind sie jetzt deutlich komplexer. Spieler wachsen mit dem Abenteuer, und die Geschichte aller drei Spiele hängt unmittelbar zusammen. Auch Neueinsteiger sollten bei Teil 1 anfangen und erleben dann eine persönliche Reise voller Tragödien und Erfolge. Im dritten Teil, verspricht der Entwickler, ist kein Held mehr sicher. Alle können sterben. Wer sich dem Trek noch nicht angeschlossen hat, kann die drei Spiele nun auch als Trilogie kaufen – das hält bis in den Winter.

The Banner Saga 3 – für Wikinger. Ab 24. Juli für PC, PS4, Xbox One, Switch, 25 Euro.

Adventure Time: Pirates of the Enchiridion

Der unwahrscheinliche Zeichentrick-Hit um einen kindlichen Helden und seinen nudelbeinigen Transformer-Hund hat bereits eine Auswahl an mehr und weniger guten Videospielen hervorgebracht. Dieses Spiel hier sieht aus, als würde es sich bei den richtigen Vorbildern bedienen – auch diesmal ist es ein Rollenspiel mit rundenbasiertem Kampf. Das gibt dem Geplänkel und Gepose der bunten Charaktere viel Raum. So könnte „Adventure Time“ gleichermaßen junge Spieler abholen und ältere Fans ansprechen, ohne jemanden zu überfordern.

Getragen wird das zurückgelehnte Abenteuer dann eher vom Humor der Serie, als von großen Herausforderungen. Finn und Freunde segeln durch das Land von Ooo, lösen Rätsel, bestehen Prüfungen und Minispiele, leveln hoch und steigern ihre Fähigkeiten. Die Original-Sprecher der US-Serie sind an Bord und tragen die gewohnt absurden Dialoge mit Verve vor. Wer schon die Serie nicht mag, der wird an der bewusst simplen Präsentation und dem eher altmodischen Spieldesign eher scheitern. Aber Anhänger der Serie können hier wohl beruhigt anheuern.

Adventure Time: Pirates of the Enchiridion – für Fans. Ab 20. Juli für PC, PS4, Xbox One, Switch, 40 Euro.


Flat Heroes

Eine der wichtigsten Qualitäten eines Spiels versteht nur, wer es spielt: Wie es sich anfühlt. Jeder Sekundenbruchteil ist wichtig, jedes Pixel Bewegung zählt, wenn ein Knopf gedrückt wird. Was sich am Ende komisch, was sich richtig anfühlt, das ist eine schwierige und undurchsichtige Frage. In den letzten Jahren finden vor allem minimalistische Plattformer brillante Antworten darauf. Und dieser Titel hier brilliert schon über ein Jahr als Vorab-Veröffentlichung vor sich hin, auch wenn er leider immer noch wenig Beachtung findet.

Die Helden in „Flat Heroes“ sind einfarbige Würfel, und Spieler können mit ihnen durch die Gegend hüpfen, Kullern, an Wänden kleben. Allein oder mit Freunden sausen die Würfel durch kompakte Level, die immer aberwitzigere Fallen und Hindernisse herabregnen lassen. Die Idee ist simpel, die Präsentation kompromisslos auf das Wesentliche reduziert. Das Ergebnis ist, vor allem mit Freunden auf dem Sofa, ein großer Spaß. Eine Vielzahl von Spielmodi erlaubt auch das brutale Hinarbeiten auf eine nie erreichbare Perfektion – ganz im Sinne moderner Klassiker wie „Super Meat Boy“.

Flat Heroes – für Akrobaten. Ab 5. Juli für PC, Switch, 8 Euro.


Sleep Tight

An diesem Spiel sitzt einfach alles. Dabei ist die Idee auf den ersten Blick gar nichts Besonderes: Es ist je nach Wortgeklaube ein Base-Building- oder Tower-Defense-Spiel, bei dem rundenweise immer neue Verteidigungsmaßnahmen errichtet werden, bevor eine neue Gegnerwelle anrollt und attackiert. Und dann ist es ein altmodischer Shooter, bei dem ein Joystick die Laufrichtung und der andere die Schussrichtung bestimmt.

Besonders an Sleep Tight ist weniger das ausgereifte, aber altbekannte Design – sondern der entwaffnende Charme. Knuffige Zeichentrickkinder kämpfen in dem Titel gegen die Monster ihrer Vorstellungskraft. 12 Kinderhelden in der Auswahl bringen alle ihren eigenen Stil, eigene Stärken und ihre eigene Bewaffnung mit. So werden die Monster nicht nur mit Schrotflinten, sondern auch mit Wasserbomben gestoppt. Die kurzen Runden eskalieren immer weiter, bis das unvermeidliche Ende und der Eintrag in eine Bestenliste winken. So gut und schön hat diese simple Idee länger niemand umgesetzt.

Sleep Tight – für Rotzbengel. Ab 26. Juli für PC, Switch, Preis noch unbekannt.


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