Wieder kein BVB-Sieg: Reus sorgt sich nach 2:2 gegen Bremen

Wieder kein Sieg. Der BVB spielt gegen Bremen nur unentschieden. Die Einstellung stimmt, es reicht aber nicht für den Titelkandidaten, der vorerst auf Platz sieben darben muss.

28.09.2019, 20:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Spieler schlurften ratlos und mit enttäuschten Gesichtern über den Platz, Trainer Lucien Favre verharrte nach dem erneut sieglosen Auftritt von Borussia Dortmund kurz auf der Bank. Nach einer schwierigen Woche mit viel schlechter Stimmung hat der BVB erneut wichtige Punkte verloren. Sechs Tage nach dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt und der von Kapitän Marco Reus entfachten Mentalitätsdebatte kam der Titelkandidat auch gegen das ersatzgeschwächte Werder Bremen nicht über ein 2:2 (2:1) hinaus.

„Wir haben es heute nicht zu Ende gebracht“, sagte Reus dem Bezahlsender Sky: „Hintenraus hatten wir zu wenige Torchancen, um das Spiel für uns zu entscheiden.“ Bremen habe es richtig gut in der zweiten Hälfte gemacht, der BVB weniger, befand der BVB-Kapitän.

Milot Rashica (7. Minute) und Marco Friedl (55.) schossen die ohne sieben verletzte Spieler angetretenen Gäste zum nicht unverdienten Punkt. Für Dortmund waren die Treffer von Mario Götze (9.) bei seinem Startelf-Debüt in dieser Saison und von Reus (41.) am Samstagabend vor heimischer Kulisse zu wenig für einen Sieg.

Die Einstellung eines Club-Rekords aus der Ära von Ex-Coach Jürgen Klopp war ein schwacher Trost für das Team vom aktuellen Trainer Lucien Favre. Im 28. Heimspiel in Serie gelang den Borussen mindestens ein Tor. Vom überraschenden 1:3 des bisherigen Tabellenführers der Fußball-Bundesliga, RB Leipzig, gegen den FC Schalke 04 profitierte der BVB nicht: Mit elf Punkten fielen die Schwarz-Gelben am sechsten Spieltag sogar auf Rang sieben zurück. „Ich mache mir in dem Fall sorgen, weil wir die Spiele nicht gewinnen“, betonte Reus mit Blick auf die Meisterschaft. „Wir haben schon ein bisschen Rückstand. Wir sind in der Schuld, die Spiele zu gewinnen.“ Bremen ist mit sieben Punkten zumindest bis Sonntag Zehnter.

Nach der überraschenden Schützenhilfe des Dortmunder Erzrivalen Schalke wollte die Borussia von Beginn an eine Reaktion zeigen. Der BVB war spielbestimmend, druckvoll und engagiert. Trotz einer Vielzahl an Chancen tat sich das Favre-Team dennoch schwer gegen die von Trainer Florian Kohfeld bestens eingestellten Gäste. Werder agierte taktisch variabel, verteidige klug und setzte im richtigen Moment gefährliche Angriffe.

Schon früh schockten die Bremer den BVB, nachdem Axel Witsel im Mittelfeld einen Zweikampf gegen Bremens Davy Klaassen verloren hatte. Dessen Klasse-Zuspiel auf Rashica nutzte der Kosovare mit einem ebenso tollen Abschluss ins lange Eck zur frühen Führung.

Die konnte Dortmund noch drehen. Zunächst antwortete Götze prompt. Der 27 Jahre alte Weltmeister von 2014 durfte vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Slavia Prag endlich mal von Beginn an ran und zeigte beim schnellen Ausgleich bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison, welchen Wert er immer noch für die Mannschaft haben kann. Allerdings profitierte der mit 1,76 Meter verhältnismäßig kleine Götze bei seinem Kopfball-Tor auch von einem Stellungsfehler seines knapp zehn Zentimeter größeren Gegenspielers Michael Lang.

Kurz vor der Pause nutzte Reus eine Vorlage von Thorgan Hazard zur verdienten Führung. Nach dem Remis in Frankfurt am vergangenen Sonntag hatte Reus noch mit einem Ausraster vor der Sky-Kamera die Mentalitätsdebatte der vergangenen Tage entfacht. „Ihr mit eurer Mentalitätsscheiße. Jede Woche dieselbe Kacke“, hatte der BVB-Kapitän derbe auf eine entsprechende Frage gepöbelt. Die BVB-Fans feierten ihren Liebling dafür schon vor dem Spielbeginn mit demonstrativen Sprechchören.

Das vierte Saisontor des Nationalspielers war aber zu wenig. Ohne den zuletzt starken Weltmeister Mats Hummels, der wegen muskulärer Probleme nicht im Kader stand, sah der BVB nach der Pause gar nicht gut aus: Friedl nickte eine Kopfballverlängerung von Joshua Sargent nach einer Ecke zum Ausgleich ein.

Fehlende Mentalität konnte keiner der 81 365 Zuschauern den Dortmunder Spielern vorwerfen: Sie stürmten weiter und erspielten sich etliche Möglichkeiten - nutzen konnten sie aber keine mehr.

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