2016 bis heute – die wichtigsten Entscheidungen zur Kita in der Gemeindemitte

Die Chronik zur Standortsuche

Seit 2016 ist die Gemeinde auf der Suche nach einem geeigneten Kita-Standort. Zunächst passierte lange nichts, dann wurden Standorte präsentiert, beschlossen und wieder verworfen.

Holzwickede

, 30.10.2018, 20:01 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die wichtigsten Entscheidungen zur Kita in der Gemeindemitte in der Chronologie:

  • Januar 2016: Der Kreis Unna beauftragt die Gemeinde damit, einen passenden Standort für eine Kindertagesstätte in der Gemeindemitte zu suchen. Träger der Kita ist die Awo. Bauen soll das Gebäude die Unnaer Kreis- Bau- u. Siedlungsgesellschaft (UKBS).
  • September 2016: Im Gemeinderat ist die Standort-Suche ein Thema. Die Verwaltung bestätigt, dass man Flächen im Bereich des Emscherparks ins Auge gefasst hat. Im November wird bekannt, dass die Gemeinde auch ein Grundstück an der Rausinger Halle prüft.
  • Januar 2017: Eine vierte Fläche rückt in den Fokus. Gemeinde und Kreis Unna befürworten einen Standort auf dem Parkplatz des Sportplatzes am Schulzentrum am Aachener Weg. Die politischen Vertreter fühlen sich davon mitunter vor den Kopf gestoßen, wurden vorab nicht in die Entscheidung eingebunden.
  • Februar 2017: Die Verwaltung markiert vier mögliche Standorte für eine Ortsbesichtigung im Planungs- und Bauauschuss. Im Rennen sind die Standorte am Aachener Weg, an der Rausinger Halle, auf dem Platz von Louviers und im Emscherpark. Mit acht zu sieben Stimmen empfiehlt der Ausschuss einen Standort im Emscherpark, wie ihn die SPD befürwortet.
  • März 2017: Der Rat der Gemeinde folgt der Empfehlung des Ausschusses nicht. Die CDU favorisiert den Platz von Louviers, der sich in der Abstimmung knapp durchsetzt. Wie schon im Ausschuss zuvor enthalten sich die Grünen. Ein weiterer Kita-Träger, die evangelische Kirchengemeinde, kündigt unterdessen ebenfalls einen Kita-Neubau in Opherdicke an.
  • Mai 2017: Erster Anwohnerprotest regt sich wegen der geplanten Zufahrt zum Platz von Louviers. Die soll über den nördlichen Teil des Festplatzes führen. Dagegen wehren sich die Mieter in den angrenzenden Wohnungen des Spar- und Bauvereins.
  • November 2017: Die Container-Übergangslösung der Awo an der Rausinger Straße nimmt den Betrieb auf, bis eine neue Kita in der Gemeindemitte steht.
  • Dezember 2017: Das zuständige Architekturbüro Weiss und Wessel aus Lünen präsentiert einen zweigeschossigen Entwurf für die vierzügige Kita auf dem Platz von Louviers. Das kommt überraschend, war bis dato immer von einer eingeschossigen Lösung die Rede.
  • Mai 2018: Während einer Info-Veranstaltung für Bürger regt sich Protest gegen eine geplante Hol- und Bringzone, die mittlerweile die Zufahrts-Pläne aus dem Jahr zuvor abgelöst haben. Die Anwohner rund um die Hamburger Allee fürchten das Verkehrsaufkommen, auch die Zweigeschossigkeit des Baus stößt auf Unmut.
  • Juli 2018: Im Gemeinderat wird der Beschluss aus dem März 2017 gekippt und neu über den Standort im Emscherpark abgestimmt. Zwar wird in geheimer Wahl abgestimmt, aber es ist klar, dass sich die Grünen diesmal nicht enthalten haben. Mit ihren Stimmen setzt sich der von SPD und FDP favorisierte Standort durch.
  • August 2018: Ursprünglich sollte die neue Kita zum 1. August eröffnen. Stattdessen arbeitet die Gemeinde daran, nach der Sommerpause eine entsprechende Baufläche im Park zu präsentieren. Als erste Details über mögliche Baumfällungen bekannt werden, regt sich Protest durch die Bürgerschaft und den Historischen Verein.
  • September 2018: Die Gemeinde präsentiert ein Baufenster, für das bis zu elf Bäume, darunter eine Jahrhunderte alte Eiche weichen müssten. Darüber muss der Umweltausschuss entscheiden und lehnt ab. Die Vorraussetzungen für einen Bau fehlen, die Standort-Suche beginnt erneut.
  • Oktober 2018: CDU und BBL wollen im Planungs- und Bauausschuss ein Zurück zum Platz von Louviers. SPD, FDP und Grüne bringen Argumente vor, die eine Kita im Park ermöglichen – ohne bis zu elf Bäume zu fällen. Die Kita soll doch im Park entstehen, die Verwaltung wird gezwungen, ein passendes Baufenster zu finden. Das Vorhaben setzt sich am 12. Oktober auch im Rat durch. Die Verwaltung wird damit beauftragt die Planunterlagen entsprechend anzupassen.
  • Oktober 2018: Die Bürgerinitiative „Pro Park“ formiert sich und strebt ein Bürgerbegehren gegen einen möglichen Kita-Standort im Park an. Am 30. Oktober stimmt der Rat der Gemeinde der Anpassung des Flächennutzungsplans zu, um damit die planungsrechtlichen Voraussetzungen zum Bau der Kita vorzubereiten.
  • Dezember 2018: Der Rat der Gemeinde schafft durch seinen Satzungsbeschluss zum entsprechenden Bebauungsplan in der Gemeindemitte Baurecht für die Kita. Die UKBS als Gemeinde kann beim Kreis Unna den Bauantrag stellen, die Gemeinde das Grundstück an die UKBS verkaufen. Der Baustart für den Kindergarten soll im April 2019 erfolgen, die Fertigstellung ein Jahr später.
  • Mai 2019: Der Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ ist gesetzt. 2,1 Millionen Euro will die UKBS investieren. Träger der Einrichtung ist die Arbeiterwohlfahrt. Im Juni oder Juli 2020 soll der Bau fertig sein.
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