1932 scheiterte die Umbenennung des Ruhrparks noch

dzHintergrund

18.10.2018, 16:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Stadtarchivar Jochen von Nathusius hat sich mit der Geschichte der Namensgebung des heutigen Hindenburghains eingehend beschäftigt. Anfang der 1920er Jahre wurde im Stadtteil Westick zwischen der Graf-Adolf-Straße und der Ruhr eine öffentliche Grünanlage im Rahmen von Arbeits-beschaffungsmaßnahmen eingerichtet und offiziell mit dem Namen Ruhrpark benannt. „Nach der erwiesenermaßen nur widerwillig erfolgten Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch den amtsmüden und politisch überforderten Reichspräsidenten Hindenburg“, schreibt von Nathusius, sei dann 1933 nach einem im Jahr zuvor noch gescheiterten Anlauf die Umbenennung in Hindenburghain erfolgt.

Der Ruhrpark, damals beliebter Treffpunkt für sonntägliche Spaziergänge und als Symbol für das kleinstädtische Ambiente der Industriegemeinde von großer ideeller Bedeutung, wurde im Verlauf der Beratungen einer Gemeinderatssitzung am Vorabend von „Führers Geburtstag“ am 19. April 1933 nach dem wenig später verstorbenen Reichspräsidenten benannt, der Symbolfigur für „Recht und Ordnung“ und Held des im „Felde unbesiegten“ kaiserlichen Heeres des Ersten Weltkriegs und Sieger der Tannenbergschlacht in Ostpreußen 1915, mit dem der Vormarsch der russischen Truppen in Ostpreußen gestoppt wurde.

Im Verlauf der gleichen Sitzung wurde der Marktplatz in Adolf-Hitler-Platz und die vom Marktplatz in westliche Richtung verlaufende Ardeyer Straße in Wilhelm-Feuerhake-Straße umbenannt.

In einer weiteren Sitzung des Gemeinderates am 27. Juni 1933 kam es zu weiteren Straßenumbenennungen bzw. Neubenennungen: Unter den heute davon noch bestehenden Namen wird die von-Tirpitz-Straße (früher Parkstraße) zu Teil kritisch gesehen. Großadmiral Alfred von Tirpitz betätigte sich in der Weimarer Republik als deutschnationaler Politiker.

Abgeschlossen wurde die nationalsozialistisch geprägte Epoche der Straßenbenennungen in Fröndenberg mit der Benennung der Ostmarkstraße im August 1938, wenige Monate nach dem „Anschluss“ der Österreichischen Republik an das Deutsche Reich im März 1938 und fortan Ostmark genannt. Ostmarkstraßen entstanden auch in den amtsangehörigen Gemeinden Ardey und Langschede. In Fröndenberg besteht dieser Name noch heute.

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