101 Kilometer Radschnellweg von Hamm nach Duisburg

Eckdaten RS1

Vorfahrt für das Fahrrad auf gut 100 Kilometern zwischen Hamm und Duisburg: Das ist die Idee des Radschnellwegs Ruhr. Als RS1 wäre er der erste Radweg dieser Art in NRW und zugleich ein Prototyp.

23.07.2019, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Radschnellwege sollen die Fahrt mit dem Fahrrad erleichtern und beschleunigen, dadurch zumindest einen Teil der Verkehrsströme in Metropolregionen vom Auto aufs Rad verlagern. Die Trasse des RS1 ist so gewählt, dass wichtige Stadtzentren im Ruhrgebiet auf möglichst direktem Weg miteinander verbunden werden.

Durchgängig asphaltiert, in der Regel sechs Meter breit, innerorts beleuchtet und mit klarer Trennung zwischen Rad- und Fußgängerverkehr sollen Radfahrer auf dem Weg so effizient rollen können, wie es das Fahrrad eben zulässt.

Auf dem Papier ist der RS1 durchdacht

Grundlage für die Planung des RS1 ist eine Machbarkeitsstudie, die im September 2014 vorgelegt wurde. Demnach ergibt sich eine 101 Kilometer lange Strecke von Duisburg über Mühlheim, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen und Bergkamen bis nach Hamm. Davon umgesetzt ist bislang eine etwa sechs Kilometer lange Strecke zwischen dem Hauptbahnhof in Mühlheim und dem Uni-Campus in Essen.

Fünf weitere Radschnellwege in Prüfung

Trotz der Schwierigkeiten bei der Umsetzung denkt das Land bereits über den RS1 hinaus. Für fünf Projekte fördert das Land weitere Machbarkeitsstudien. Sie prüfen die Möglichkeiten kürzerer Radschnellwege von 8 bis 45 Kilometern Länge im Raum Aachen, am Niederrhein bei Köln und bei Düsseldorf, im westlichen Münsterland und in Ostwestfalen.

Der RS1 gilt als besonders ambitioniertes Projekt und hat dem Land Nordrhein-Westfalen international Beachtung geschenkt. Inzwischen aber sind andere deutsche Bundesländer gleichgezogen. Radschnellwege sind auch ein Imageträger, und es scheint eine Art Wettbewerb ausgebrochen zu sein, wer wann als erstes eine nennenswerte Strecke vorweisen kann.

Trassen sind bereits gefunden

Dabei liegt der Sinn eines Radschnellweges weniger darin, bei einer Tour von Anfang bis Ende befahren zu werden. Touristische Nutzer anzusprechen ist eher ein Nebeneffekt. Vor allem sollen Radschnellwege wie der RS1 den Alltagsradler ansprechen, der einen Weg in die Nachbarstadt sucht.

Wichtiger als das Fernziel Duisburg sind aus der Perspektive des Unnaers laut Machbarkeitsstudie die unmittelbaren Nachbarstädte Dortmund und Kamen.

Die Studie sieht dafür eine Trasse vor, die entlang der S-Bahn von Königsborn über Massen nach Dortmund und auf der alten Klöcknerbahntrasse nach Kamen und Bergkamen führt.

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen