10.000 offene Stellen im öffentlichen Dienst

Mehr als 10.000 Stellen sind nach Angaben des Beamtenbunds dbb allein in Nordrhein-Westfalen unbesetzt. Die Auswirkungen auf die Bürger zeige eine repräsentative Befragung, teilte der dbb NRW in Düsseldorf mit. Über 60 Prozent von 2006 repräsentativ ausgewählten Befragten halten den Staat demnach für überfordert. Rund ein Drittel ist der Meinung, die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes habe abgenommen. Das geht aus einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Befragung des Instituts Forsa hervor, die der dbb jährlich in Auftrag gibt.

20.08.2019, 13:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Die Ergebnisse wiegen umso schwerer, da fünf von sechs Bürgerinnen und Bürger im vergangenen Jahr mindestens einmal Kontakt mit einer Behörde hatten“, unterstrich der Landesvorsitzende Roland Staude. Grund für die negative Einschätzung sei die steigende Arbeitsbelastung im öffentlichen Dienst. „Immer mehr Aufgaben müssen von immer weniger Beschäftigten erledigt werden.“

Zwar seien im Landeshaushalt Stellen zur Verfügung gestellt worden, die könnten wegen des Fachkräftemangels jedoch häufig nicht besetzt werden. Wegen der absehbaren Pensionierungswelle werde sich das Problem in den nächsten Jahren verschärfen, prognostizierte Staude.

Er verlangte von der Landesregierung eine Attraktivitätsoffensive: „Starre Strukturen, lange Arbeitszeiten und eine Besoldung, die deutlich unter der Privatwirtschaft liegt - das alles macht den öffentlichen Dienst für Fachkräfte nicht gerade attraktiv.“

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