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Warnstreiks am Mittwoch: Angestellte Lehrer kämpfen für mehr Geld

Schulen im Kreis Unna

Angestellte Lehrer sind für Mittwoch zum Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft GEW kündigt „Beeinträchtigungen des Schulbetriebes auch im Kreis Unna“ an.

Kreis Unna

, 11.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Warnstreiks am Mittwoch: Angestellte Lehrer kämpfen für mehr Geld

Am Montag, 11. Februar, hat die GEW bereits an Schulen in Niedersachsen zum Warnstreik aufgerufen (Foto aus Hannover), am Mittwoch ist NRW an der Reihe. An dem Warnstreik sollen sich angestellte Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter und Erzieher beteiligen. © dpa

Die meisten Lehrer sind verbeamtet, dürfen deshalb nicht streiken. Ihre angestellten Kollegen dürfen dies sehr wohl – und sind genau dazu am Mittwoch, 13. Februar, von ihrer Gewerkschaft GEW aufgerufen. Von verschiedenen Orten im Kreis sei eine gemeinsame Fahrt zur regionalen Kundgebung in Dortmund geplant – zum Beispiel ab Kamen und Unna, heißt es in einer GEW-Mitteilung. Landesweit sind 40.000 von insgesamt 200.000 Lehrern tarifbeschäftigt, also angestellt und damit grundsätzlich streikberechtigt. Im Kreis Unna gelte dieses Verhältnis ebenfalls, sagte der GEW-Vorsitzende im Kreis Unna, Heinz-Werner Freitag, unserer Redaktion. Heißt im Klartext: Jeder fünfte Lehrer könnte am Mittwoch streiken.

„Bestes Mittel gegen Lehrermangel“

Und Heinz-Werner Freitag erwartet eine hohe Streikbeteiligung, denn die Stimmung der Tarifbeschäftigten sei kämpferisch: „Die öffentlichen Arbeitgeber müssen sich bewegen, unsere Forderungen sind berechtigt. Wir wollen die Schere zum TVöD schließen. Der Öffentliche Dienst der Länder muss attraktiv bleiben, das ist nur mit einer guten Bezahlung und fairen Arbeitsbedingungen machbar. Das ist auch das beste Mittel gegen den vielerorts grassierenden Lehrkräftemangel.“

Übertragung auf Beamte

Die GEW und die anderen Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes fordern wie gewohnt eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die beamteten Kollegen.

„Beeinträchtigungen des Schulbetriebes“ noch ungewiss

Heinz-Werner Freitag kündigt zudem an, dass die hohe Streikbereitschaft „zu Beeinträchtigungen des Schulbetriebes auch im Kreis Unna führen“ werde. Ebenso seien die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder, unter anderem die Schulsozialarbeiter und die pädagogischen Fachkräfte in der Schuleingangsphase, sowie die Hochschulbeschäftigten zum Streik aufgerufen. Dass Schulen wegen des Streiks geschlossen bleiben, ist aber nicht zu erwarten. Vielmehr ist Unterrichtsausfall wahrscheinlich. „Beamte dürfen Tarifbeschäftigte laut einem Urteil des Verfassungsgerichts im Streikfall nicht vertreten, sondern die Schüler nur beaufsichtigen“, erklärt Heinz-Werner Freitag.

Tarifparteien weit auseinander

Die Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) liegen mit ihren Positionen derzeit weit auseinander. Das Forderungspaket der Gewerkschaften umfasst eine Laufzeit von zwölf Monaten mit sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr Gehalt pro Monat, eine verbesserte Eingruppierung angestellter Lehrkräfte und die Einführung einer sogenannten Paralleltabelle für diese Beschäftigtengruppe, sowie Verbesserungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder.

Die öffentlichen Arbeitgeber haben die Forderungen als überzogen abgelehnt.

Weitere Informationen zu den Tarifverhandlungen und Warnstreiks aus Gewerkschaftssicht finden Sie hier.
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