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Unternehmer sind mit der Wirtschaftslage zufrieden, fürchten aber den Brexit

Konjunkturumfrage

Der Brexit könnte Auswirkungen auf das aktuell gute konjunkturelle Klima in Deutschland. Westfälische Firmenchefs blicken voller Sorge auf die Insel. Noch ist die Auftragslage hoch.

von Gabriele Hoffmann

11.01.2019
Unternehmer sind mit der Wirtschaftslage zufrieden, fürchten aber den Brexit

Noch sind die Auftragsbücher bei den Unternehmen voll. Allerdings befürchten nicht wenige Firmenchefs Verschlechterungen durch den Brexit und die US-Zölle. © dpa

Drohende Zölle der USA und der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU das alles sind unkalkulierbare Risiken für die Wirtschaft in der Region und in der Republik. Und deshalb macht sich eine gewisse Unruhe breit. Gleichwohl sind die Unternehmer mit der gegenwärtigen Lage zufrieden. das ist das Ergebnis einer großangelegten Umfrage zur Konjunktur. Der Unternehmerverband Westfalen- Mitte hatte seine Mitglieder nach ihrer Einschätzung gefragt. Beteiligt haben sich über ein Drittel aller Mitgliedsbetriebe des Verbandes mit insgesamt über 50.000 Beschäftigten und rund 1200 Auszubildenden.

Das Ergebnis wurde jetzt offiziell vorgestellt.

Mit 96 Prozent machen derzeit fast alle teilnehmenden Unternehmen gute bis befriedigende Geschäfte. Das entspricht dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufwärtstrend seit der Weltwirtschaftskrise vor zehn Jahren, zu dem auch die Mitgliedsunternehmen ihren Beitrag geleistet haben. Es deutet sich aber bereits jetzt eine leichte Eintrübung an in Bezug auf die Erwartungen an die kommenden sechs Monate. Zwar zeigt sich mit knapp 80 Prozent noch eine breite Mehrheit der teilnehmenden Unternehmen optimistisch für das neue Jahr. Allerdings befürchten auch 20 Prozent schlechtere Geschäfte.

Die Auftragsbücher sind gut gefüllt

Die Zahlen zur aktuellen Auftragslage spiegeln die aktuelle Geschäftslage wider. Bei jeweils über 90 Prozent der Unternehmen sind sowohl die In- wie auch die Auslandsauftragsbücher gut gefüllt. Nur wenige klagen über zu wenige Aufträge.

Viele Unternehmer erwarten Einbrüche

Bei den Erwartungen an zukünftige Aufträge ergibt sich aber leider ein anderes Bild. Hier zeigt sich, dass die Unternehmen gewisse Risiken auf sich zukommen sehen: 26 Prozent der Betriebe befürchten einen Einbruch im Auslandsgeschäft, lediglich elf Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Egbert Neuhaus, Vorsitzender des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte: „Die Ursachen liegen sicherlich teilweise in der noch unklaren Situation in Großbritannien und auch den drohenden Zöllen durch die USA auf unsere Produkte. Aber auch hausgemachte Probleme spielen hier eine Rolle. Als Beispiel sei an dieser Stelle der anstehende Ausstieg aus der Kohleverstromung genannt nach einem schon planlosen Ausstieg aus der Atomenergie. Dies kann die Wirtschaft in Schwierigkeiten bringen, weil die Alternativen zur Energiegewinnung fehlen. Schließlich muss die Grundlastsicherung gewährleistet sein. Von den Auswirkungen der CO2 Reduzierung auf die Automobilindustrie ganz zu Schweigen.“

Mehr Personal und Ausbildungsplätze

Für die Beschäftigten zeichnet sich hier eine sehr positive Entwicklung ab: 44 Prozent der Unternehmen stockten die Belegschaft im vergangenen Jahr bereits auf und weitere 25 Prozent planen Neueinstellungen. Damit wollen sie rechtzeitig dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das gilt auch für die Entwicklung bei den Ausbildungsplätzen. 25 Prozent der teilnehmenden Unternehmen planen, weitere Ausbildungsstellen einzurichten.

Aber zwölf Prozent der Unternehmen mussten ihr Ausbildungsangebot reduzieren. Vermutlich haben diese Betriebe Probleme, qualifizierte Bewerber zu finden.

Unsicherheit wirkt sich auf die Investitionsbereitschaft aus

Die Investitionsbereitschaft ist ein guter Indikator, um die Stimmung in den Unternehmen zu erfassen. Und auch hier zeichnet sich in den Planungen für dieses Jahr eine gewisse Unsicherheit der Unternehmen ab. Die Anzahl der Betriebe, die mehr Geld für Investitionen in die Hand nehmen, ist zwar stabil. Allerdings wird ein genauso großer Anteil der Unternehmen bei den Investitionen sparen.

„Unsere Umfrage zeigt, dass die teilnehmenden Unternehmen schlechtere wirtschaftliche Zeiten auf sich zukommen sehen. Sie erkennen Risiken im In- und Ausland und wappnen sich, indem sie sparsamer in Bezug auf die Investitionen planen. Die Beschäftigungslage ist dabei weiter positiv“, fasst Neuhaus das Ergebnis der Umfrage zusammen.

Im Kreis Unna sind 88 Unternehmen mit fast 11.500 Beschäftigten im Unternehmensverband Westfalen-Mitte organisiert, insgesamt sind es rund 360 Betriebe mit ca. 60.000 Mitarbeitern.

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