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Hilfe im Katastrophenfall: Sieben Stadtwerke schmieden Bündnis

dzEnergieversorgung

Schnee, Hochwasser, Sturm: Naturkatastrophen können die Energieversorgung und damit das alltägliche Leben empfindlich stören. Sieben Stadtwerke und Netzbetreiber schmieden deshalb ein Bündnis.

Kreis Unna

, 13.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Frei nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ sichern sich die Energieversorger aus dem östlichen Ruhrgebiet in einer gemeinsamen Absichtserklärung gegenseitige Unterstützung im Not- und Krisenfall zu. Für den Fall, dass ein Unternehmen bei einem Schadensereignis die kritische Situation nicht mehr mit eigenen Mitteln bewältigen kann, könne es ab sofort auf die Unterstützung der Kooperationspartner zurückgreifen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Erinnerung an Schneekatastrophe und Sintflut im Münsterland

Frank Weiland, Hauptabteilungsleiter Energieservice bei den Stadtwerken Unna, präzisiert dies im Gespräch mit unserer Redaktion. Gemeint sei nicht der Standard-Stromausfall, sondern der Ausnahmefall, der eben nicht mehr mit dem eigenen Personal und eigenen Mitteln zu bewältigen sei. Als Beispiel nennt Weiland die Schneekatastrophe im Münsterland 2005, in deren Folge 250.000 Menschen in 25 Gemeinden von der Stromversorgung abgeschnitten waren. Damals waren die Überlandleitungen vereist und wurden ob der Schneemassen irgendwann so schwer, dass auch die Strommasten umknickten. Als weiteres Beispiel nennt Weiland die „Sintflut von Münster“, bei der 2014 an einem Abend fast 300 Liter Regen pro Quadratmeter fielen.

„Wenn ein paar Keller voll laufen oder ein Mast umknickt, ist das kein Problem. Aber wenn eine ganze Stadt betroffen ist, braucht es ein Backup-Szenario“, führt Weiland aus.

Checklisten für Ausfälle der Gas-, Wasser- und Stromversorgung

Und genau dieses schaffen die beteiligten Stadtwerke nun mit der Nothilfevereinbarung. Um im Fall der Fälle schnell und unbürokratisch handeln zu können, seien bereits im Vorfeld sämtliche Organisations- und Haftungsfragen geklärt worden. Getrennt nach den Sparten Gas, Wasser und Strom wurden Checklisten erstellt, die aufzeigen, welche Unternehmen in welchen Fällen am besten helfen können.

Notfallübung noch in diesem Jahr

Ein Jahr haben die Beteiligten an dem Konzept gearbeitet, das in diesem Jahr mit einer ersten Notfallübung einem Praxistest unterzogen werden soll.

Hilfe im Katastrophenfall: Sieben Stadtwerke schmieden Bündnis

Die Nothilfevereinbarung unterzeichneten (v.l.n.r.) Jürgen Braucks (Centerleiter E-Netz GSW Kamen, Bönen, Bergkamen), Martin Schack (Prokurist Strom SW Lünen), Jürgen Schäpermeier (Geschäftsführer SW Unna), Bernd Heitmann (Geschäftsführer SW Fröndenberg), Robert Stams (Geschäftsführer SW Werl), Michael Grüll (Geschäftsführer SW Schwerte) und René Kattein (Geschäftsführer DO-Netz). © Stadtwerke

Diese Stadtwerke und Netzbetreiber haben die Nothilfevereinbarung unterzeichnet:

  • Stadtwerke Unna
  • Stadtwerke Lünen
  • Gemeinschaftsstadtwerke Kamen, Bönen, Bergkamen
  • Stadtwerke Fröndenberg
  • Stadtwerke Schwerte
  • Stadtwerke Werl
  • DEW 21/DO-Netz

Zudem laufen den Partnern zufolge aktuell Gespräche mit den Stadtwerken Hamm, Menden und Iserlohn, die sich ebenfalls an dem Bündnis beteiligen möchten.

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