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Gericht schickt Tankstellen-Räuber für drei Jahre ins Gefängnis

Überfall Cappenberger Straße

Knapp drei Monate nach dem Überfall auf die Aral-Tankstelle in Nordlünen landete die Tat vor Gericht. Es ist ein Fall mit gleich mehreren Kuriositäten nach dem Motto „Kaum zu glauben“.

von Heinrich Höckmann

Lünen

, 05.12.2018
Gericht schickt Tankstellen-Räuber für drei Jahre ins Gefängnis

Die Aral-Tankstelle an der Cappenberger Straße. Nur circa eine Minute habe der Überfall gedauert, sagte die Kassiererin vor Gericht aus. © Fiedler (A)

Mit gezücktem Messer bedrohten zwei Jugendliche die Kassiererin einer Tankstelle an der Cappenberger Straße. Bei dem Überfall am 14. September 2018 erbeuteten sie 680 Euro Bargeld und sechs Schachteln Zigaretten. Nur wenig später fielen die beiden in der Alfred-Meermann-Straße fahndenden Polizeibeamten in die Hände: der eine mit dem Bargeld in der Hand, der andere mit einem Klappmesser in der Jackentasche.

Bewährung für Komplizen

Am Dienstag, 4. Dezember, musste sich die beiden jungen Männer vor Gericht verantworten. Der heute 18-jährige Haupttäter, ein Lüner, wurde vom Jugendschöffengericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Sein ebenfalls 18-jähriger Komplize zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Wegen eines Einbruchs in eine Garage gemeinsam mit dem Haupttäter wurde zudem ein 16-jähriger Lüner zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Telefonisch hatten sich die beiden 18-Jährigen am Tattag 4 Uhr morgens verabredet. Beide brauchen Geld für ihren Drogenkonsum. Gegen 8 Uhr betreten sie die Tankstelle. Der eine mit einer Mütze mit Sehschlitzen, der andere mit einem ins Gesicht gezogenem Hemd getarnt.

Staatsanwalt: Haarsträubend

Es sei alles ganz schnell gegangen, sagte die Kassiererin, sie war bei der Tat 57 Jahre alt, vor Gericht, nur eine Minute habe der Überfall gedauert. Kurios: Der Haupttäter hatte dieselbe Tankstelle schon einmal überfallen, damals allerdings ohne Beute. Das Urteil zu diesem Überfall ist noch nicht rechtskräftig. Der Staatsanwalt brachte es auf den Punkt: „Während des laufenden Berufungsverfahrens den gleichen Überfall nochmals zu begehen, ist haarsträubend“, sagte er.

Unbelehrbar ist wohl auch der 16-Jährige, der an dem Garageneinbruch beteiligt war. Nur vier Tage lagen zwischen seiner Verurteilung wegen eines Fahrraddiebstahls und dem Einbruch.

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