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Falsche Polizisten und Gewinnbenachrichtigungen: Massenweise Betrug per Telefon

dzAbzocke

Die Maschen sind unterschiedlich, das Ziel immer dasselbe: Betrüger wollen Menschen per Telefon um ihr Geld bringen. Aktuell sind „Enkel“, „Gewinnbenachrichtungen“ und „Polizisten“ in Unna im Umlauf.

Unna, Kamen, Bergkamen, Holzwickede

, 05.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Einen verdächtigen Brief hatte eine Unnaerin vor einigen Tagen in ihrem Briefkasten: eine „Gewinnbenachrichtigung“. Eine Absenderadresse stand nicht darauf, wohl aber Termin und Ort für ein Treffen in Unna. Die Angeschriebene erkannte, dass dieses Schreiben unseriös war, und warf es weg. Am Montag dieser Woche dann fassten die Betrüger offenbar nach bei ihrem potenziellen Opfer. Sie habe eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter gehabt, berichtete die Unnaerin. Eine Stimme habe sie an die Gewinnmitteilung erinnert. Sie habe 500 Euro gewonnen. Auf dem Anrufbeantworter angezeigt wurde eine Nummer mit der Ländervorwahl aus Österreich. Auch auf diese Kontaktaufnahme reagierte die Frau nicht, stattdessen machte sie den Fall öffentlich. Die Telefonnummer, die sie unserer Redaktion verriet, taucht in Internetforen auf, verbunden mit Warnungen.

Der Unnaer Polizei sind die unterschiedlichsten Betrugsmaschen bekannt. Die Kombination aus Gewinnmitteilung und dem Locken des Opfers zu einem bestimmten Termin sei allerdings ungewöhnlich, sagte Polizeisprecherin Ute Hellmann. Nicht zu reagieren, sei richtig gewesen, bestätigt sie. Allerdings hätten sich ihre Kollegen wohl besagten Ortstermin notiert, wenn sie den Hinweis erhalten hätten.

Kontakt zur Polizei

Betrugsversuche im Zweifel immer melden

Hinweise auf Betrugsversuche egal in welcher Form nimmt die Polizei in Unna entgegen. Wer verdächtige Anrufe oder Schreiben bekommt, sollte bei der Wache in Unna anrufen unter Tel. (02303) 921-3120 oder 921-0 oder auch den Polizeinotruf 110.

„Dort hätten wir gern Personen angetroffen, um ihnen dann ein paar Fragen zu stellen“, sagt Hellmann. Perfekt wäre also diese Reaktion gewesen: Erst die Polizei anrufen und ihr dann bei Bedarf das verdächtige Schreiben übergeben.

Betrugsversuche per Telefon sind im Moment wieder an der Tagesordnung. Allein am Montag habe es in einer Stunde zehn Anrufe bei Haushalten an der Lessingstraße in Unna gegeben, berichtet Hellmann. Und das seien nur die gemeldeten Fälle gewesen. Bei der Serie am Montag haben die Täter sich als Polizisten ausgegeben und so versucht, Geld oder Wertsachen zu erschleichen – eine bekannte Masche.

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Die Polizei werte derzeit eine „Flut von Strafanzeigen“ aus, berichtete die Behörde am Dienstag. Nach wie vor verwendet werde der „Enkeltrick“, bei dem sich ein angeblich naher Verwandter in Geldnot befindet. Oder Betrüger geben sich als Polizeibeamte aus, die angeblich in der Nähe einen Einbrecher gefasst haben, der auch Unterlagen über die Vermögensverhältnisse des Angerufenen bei sich führte. Einen 87-jährigen Unnaer müssen die Täter irgendwie überzeugt haben, dass es das Beste sei, wenn er Geld von der Bank holt, um es der Polizei zu übergeben. Einen fünfstelligen Betrag, also mindestens 10.000 Euro, hatte der Senior von seinem Konto abgehoben. Nun wartete er auf den angeblichen Polizisten, der das Geld abholen würde. Als es an der Tür des Mannes klingelte, waren es aber zu seinem Glück echte Polizeibeamte. Sie waren im Rahmen ihrer Ermittlungen auf den Geschädigten aufmerksam geworden.

Nüchtern betrachtet erscheint es kaum vorstellbar, dass jemand auf so etwas hereinfällt. „Aber die Täter gehen sehr professionell vor“, warnt Hellmann. Die Betrüger seien gut trainiert darin, ihre Opfer unter Druck zu setzen. Wer einen Anruf von einem vermeintlichen Polizisten bekommt, sollte der Person niemals Auskünfte geben, sondern sich nur den Namen nennen lassen, auflegen und selbst bei der Polizei anrufen, um den Fall zu melden. Weitere Tipps veröffentlicht die Polizei auf ihrer Internetseite.

Aufgrund des aktuellen Falls um den 87-Jährigen veröffentlicht die Polizei einen Appell an die Bevölkerung: „Warnen Sie auch Ihre Freunde und Verwandten und geben Sie niemals persönliche Daten am Telefon weiter. Kein echter Polizeibeamter würde Vermögensfragen telefonisch mit Ihnen klären. Wenn Sie unsicher sind, legen Sie auf und rufen Sie unter 110 die Polizei an. Lassen Sie sich von den Tätern nicht hinhalten, auch wenn diese noch so eindringlich und manches Mal auch äußerst frech auf Sie einreden. Informieren Sie nahe Angehörige und nehmen Sie gemeinsam Kontakt zur Polizei auf.“

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