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Bewerberkreis für Stelle des Kreisdirektors deutlich erweitert

dzStellenausschreibung verabschiedet

Das Auswahlverfahren für die Stelle des Kreisdirektors beginnt: Mit dem Beschluss über die Stellenausschreibung hat der Kreistag den formalen Startschuss für die Suche nach einem Nachfolger für Dr. Thomas Wilk gegeben. An entscheidenden Punkten hat die Politik jedoch noch in die Stellenausschreibung eingegriffen.

Kreis Unna

, 31.01.2018 / Lesedauer: 3 min

Spätestens im Sommer soll die Vakanz an der Spitze der Kreisverwaltung behoben sein: Der Kreistag hat im Rahmen einer Sondersitzung die Stellenausschreibung auf den Weg gebracht und damit das Auswahlverfahren für die Position des Kreisdirektors eröffnet.

Dr. Thomas Wilk als bisheriger Amtsinhaber war dem Lockruf von Landesministerin Ina Scharrenbach aus Kamen nach Düsseldorf gefolgt und hatte seinen Platz im Kreishaus zum Jahreswechsel überraschend geräumt. Eine durchaus brisante Personalie, zumal er als Kreisdirektor in Personalunion auch Kämmerer der Kreisverwaltung war - und als solcher mit der wirkungsorientierten Steuerung gerade erst angestoßen hatte, dass die Haushaltsführung der Kreisverwaltung buchstäblich umgekrempelt wird. Eine Mammutaufgabe im Zusammenspiel von Politik und Verwaltung. Dass der Ideengeber jetzt von Bord gegangen ist - für nicht wenige ein herber Rückschlag.

Wohl auch deshalb hat der Kreistag den zunächst vorgeschlagenen Text der Stellenausschreibung angepasst und damit den potenziellen Bewerberkreis erweitert: Die Befähigung zum Richteramt ist nicht mehr obligatorisch. Wer alternativ die Voraussetzungen für die Laufbahngruppe 2 des allgemeinen Verwaltungsdienstes und damit für den ehemaligen höheren Dienst erfüllt, zählt ebenfalls zum Kreis der formal geeigneten Nachfolger Wilks. Auch hat der Kreistag auf Vorstoß der Freien Wähler und nach Abstimmung im Ältestenrat in die Stellenausschreibung aufgenommen, dass die strategische Ausrichtung des Kreises im Rahmen einer wirkungsorientierten Steuerung ein Aufgabenschwerpunkt des neuen Kreisdirektors sein wird. Damit wird die Ausschreibung dem Wunsch gerecht, dass jemand mit Erfahrung in dieser alternativen Form der Haushaltsführung gefunden wird. In Anbetracht der Tatsache, dass bislang kaum Behörden in der Bundesrepublik auf die wirkungsorientierte Steuerung setzen, erscheint das allerdings als eher frommer denn realistischer Wunsch. Die Freien Wähler jedenfalls sahen ihren Wunsch mit dieser Formulierung als erfüllt an – und zogen ihren entsprechenden Ergänzungsantrag zurück.

Grünen-Fraktionschef Herbert Goldmann war es indes wichtig, Wilk in Abwesenheit noch einmal für seine fachliche wie menschliche Art und Weise zu danken. „Dr. Wilk hat einen bleibenden und nachhaltigen Eindruck hinterlassen“, so Goldmann. „Die Messlatte für den Nachfolger liegt hoch.“ Auch Helmut Stalz brachte sein Bedauern ob der Entwicklung zum Ausdruck. „Dr. Wilk hat die wirkungsorientierte Steuerung angestoßen. Schade, dass er die bereits begonnene Arbeit nicht fortführen kann.“

Die Stellenausschreibung wird jetzt veröffentlicht, die Bewerbungsfrist läuft bis Anfang März. Bereits Anfang April sollen die Bewerbungsgespräche geführt werden, damit der Kreistag in seiner Sitzung Anfang Mai über die Besetzung des Stelle des Kreisdirektors abstimmen kann. Bis dahin teilen sich Landrat Michael Makiolla und Dr. Detlef Timpe die bisherigen Aufgaben Wilks - Timpe ist bis dahin zugleich Allgemeiner Vertreter des Landrates. Ob die Dezernate mit Einstellung eines neuen Kreisdirektors möglicherweise neu zugeschnitten werden, halten sich Politik und Verwaltung übrigens ausdrücklich offen: Die Festlegung des zukünftigen Aufgabenbereiches bleibe vorbehalten, heißt es in der Stellenausschreibung. Dr. Thomas Wilk verantwortete als Kreisdirektor und -kämmerer in Personalunion auch das Kulturdezernat.

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