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Würgeschlange entpuppt sich als harmlose Natter

Zuerst eine Tiger-Python vermutet. Tier eingefangen

Eine angebliche Würgeschlange sorgte für Aufregung an der Herbert-Wehner-Straße. Im parkartigen Bereich an der Seseke soll eine Tiger-Python unterwegs gewesen sein. Bevor sie entkommen kann, konnte sie gerade noch gestellt werden. Es handelt sich um eine Kornnatter.

Kamen

, 10.08.2018
Würgeschlange entpuppt sich als harmlose Natter

Die Erstmeldung der Polizei mit dem Titel „Aufregung im Park“ klingt nach Sensation. Eine Würgeschlange an der Herbert-Wehner-Straße, womöglich eine Tiger-Python. Kräfte der Feuerwehr und der Polizei sind gegen Freitagmittag, 11.30 Uhr, eilig im Einsatz, um das möglicherweise gefährliche Tier einzufangen. Und das gelingt.

„Es handelt sich aber keineswegs um eine Tiger-Python“, entkräftet Wachabteilungsleiter Michael Armoneit kurz nach dem Einsatz. „Es war eine Kornnatter.“ Und die ist – zumindest für Menschen – harmlos. Sie ernährt sich als dämmerungs- und nachtaktiver Lauerjäger von kleinen Säugern, Amphibien, Reptilien und Vögeln.

Trotzdem sollte das Tier, das Spaziergänger im Gebüsch liegend entdeckt hatten, nicht entwischen. „Die Schlange wirkte glücklicherweise sehr entspannt“, so Armoneit. Und so ließ sich das etwa 1,20 Meter lange Tier widerstandslos in eine Kiste setzen, nachdem Polizeibeamte die Schlange daran hinderten, sich zurück ins Unterholz zu schlängeln. Kornnattern können eine Länge von 1,50 Metern erreichen. Sie gilt als ungiftige Schlangenart aus der Familie der Nattern und ist eigentlich in Nordamerika beheimatet. „Vielleicht kann sie ein bisschen zwicken. Aber das ist nicht gefährlich“, so der Feuerwehrmann. Die Schlange ist nun in Obhut eines Kollegen, der Schlangenzüchter ist. Ob die Kornnatter zuvor ausgesetzt worden war oder ausgebüchst ist, bleibt erst einmal ungeklärt.

Laut Polizei hätte es sich auf den ersten Blick auch um eine Tiger-Python handeln können. „Das Verbreitungsgebiet dieser Würgeschlange liegt jedoch üblicherweise eher im Bereich der Tropen und Subtropen Südostasiens“, hieß es in der Polizeimeldung. Schon kurze Zeit später kam dann die Entwarnung von der Feuerwehr. Es handele sich um eine harmlose Kornnatter.

Kornnattern, so heißt es, gelten im Allgemeinen als nacht- und dämmerungsaktive Tiere, können aber teilweise auch tagsüber an exponierten Stellen beim Sonnenbad beobachtet werden, so wie das am Freitag offenbar an der Herbert-Wehner-Straße der Fall war. Die Suche nach geeigneten Beutetieren, so Schlangenexperten, finde zumeist nachts oder in der Dämmerung statt. Den Großteil ihres Lebens verbringe die Kornnatter verborgen unter Laubstreu, Rindenmulch, Felsen sowie in hohlen Baumstämmen und Höhlen. Die Tiere seien ausgesprochen gute Kletterer und somit auch in Bäumen anzutreffen, wo sie Vögel erbeuten oder deren Nester plündern – Wasser wird, obwohl die Tiere gute Schwimmer sind, weitestgehend gemieden.

Wie lange die Schlange in dem Bereich schon lebte, wird kaum zu ermitteln sein, es sei denn, ein Besitzer meldet sich. Für Armoneit bleibt es ein ungewöhnlicher Einsatz. „Vor zwei Jahren sind wir schon einmal gerufen worden, um eine Kornnatter zu bergen. Doch die war nicht mehr aufzufinden.“

Wie die Schlange an die Herbert-Wehner-Straße im sommerlich warmen Westfalen kam, ist noch nicht klar. Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 02307/921-3220 oder 921-0 entgegen.