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Wie aus einem Hilferuf Lobgesang wird

Seniorenwohnprojekt Heeren

Es war im Jahr 2011, als das Sozialwerk „Bürger für Bürger“ auf den Notstand in Sachen altersgerechter Wohnungen aufmerksam machte. Sieben Jahre später ist das Problem weitgehend gelöst.

Kamen

, 25.06.2018 / Lesedauer: 3 min
Wie aus einem Hilferuf Lobgesang wird

Heerener Bürger, die sich für ihren Heimatort eingesetzt haben, darunter (v.l.) Volker Nordalm, Karin Clausing, Herbert Ritter und Heike Gerull. Mit Veronika und Peter Tengelmann (r.) besichtigen sie das neue Gelände. Vom Balkon oben grüßen die ersten Bewohner.Milk © Stefan Milk

Von Carsten Janecke

Es war im Juni vor sieben Jahren, als Mitglieder des Sozialwerks „Bürger für Bürger“ Alarm schlugen. „Wir haben hier nichts“, lautete der Hilferuf mit Blick auf fehlende Wohnungen für alte Menschen, verbunden mit der Forderung, die entsprechende Infrastruktur für altersgerechtes Wohnen zu schaffen. „Sonst geht der Ortsteil irgendwann vor die Hunde.“

60 neue Wohnungen

Das sagte im Jahr 2011 der damalige Pfarrer Herbert Ritter. Sieben Jahre später, jetzt im Ruhestand, steht er vor der neuen Wohnanlage für Senioren, der sogenannten Residenz. „Das ist wirklich gelungen“, sagt er zufrieden. Eines der beiden Wohnhäuser mit 24 altersgerechten Wohnungen ist bereits bezogen. Ein weiteres Haus mit 36 Wohneinheiten befindet sich in Bau.

Das gilt auch für die Pflegestation mit 60 Plätzen und einem angegliederten Gesundheitshaus. Der ehemalige Pfarrer, der sich stets engagiert für den Ortsteil eingesetzt hat und das auch nach wie vor tut, weiß, wie schwer es einigen Senioren gefallen ist, das eigene Haus aufzugeben und in eine Wohnung zu ziehen. „Die Befürchtung war groß, die Sorge, wie wird das denn?“, sagt er. Ängste, die schnell verflogen seien. „Die, die den Schritt gemacht haben, fühlen sich rundherum wohl“, berichtet er von den Gesprächen. „Ich habe noch kein negatives Wort gehört.“

Das hat auch Volker Nordalm festgestellt, der vor sieben Jahren ebenso zu der Bürgerinitiative zählte, die den Stein ins Rollen brachte. Er erinnert an den Vorsitzenden des Heerener Knappenvereins, der damals geklagt habe, dass er nun nach Bönen ziehen müsste, weil es in Heeren keinen entsprechenden Wohnraum gab. Und dieser sei nicht der einzige gewesen, der das nicht gut fand.

Idealer Standort

Der Stein kam ins Rollen. Mehrere Standorte wurden diskutiert, wie zum Beispiel die Fläche des ehemaligen Freibades an der Seseke. „Doch die Wohnungen wären zu weit weg gewesen“, sagt Karin Clausing, die im Sozialwerk Sprecherin des Helferkreises ist. Immer mehr rückte der Festplatz in den Blickpunkt. „Solch einen Riesenplatz für die wenigen Feste, die dort stattfinden, vorzuhalten, erschien nicht mehr zeitgemäß“, erinnert sich Vorstandsmitglied Heike Gerull.

Der Festplatz als neue Dorfmitte eines Seniorenwohnprojekts erschien ideal. „Ein Einkaufsmarkt nebenan, dazu der Luisenpark, das Pförtnerhaus und eine Haltestelle“, zählt Ritter auf. Dann habe sich die Planungsphase gezogen wie Kaugummi, was auch an der schwierigen Altlastensanierung auf der großen Fläche lag.

Nach sieben Jahren des Engagements sind nun handfeste Ergebnisse zu sehen. „Man merkt, die Leute sind angekommen, auch wenn es noch Baulärm gibt“, so Ritter. Die Bürger, die sich für Bürger stark gemacht haben, dürfen zufrieden sein. Und aus einem Hilferuf wird Lobgesang.

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