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Wenn die Ferienzeit für Eltern zur Belastung wird

dzOffene Ganztagsschulen

Die Sommerferien sind für viele Kinder der Höhepunkt des Jahres. Wochenlang keine Hausaufgaben, kein Unterricht, keine Schule. Doch besonders für Haushalte, in denen beide Elternteile berufstätig sind, kann die Ferienzeit zur Belastung werden. Was tun mit den Kindern? Die Lösung: Offene Ganztagsschulen.

Kamen

, 19.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Eine Horde Kinder tummelt sich auf der Polizeistation am Bahnhof. Aufgeregt staunen sie über die ungewohnte Umgebung und lauschen den Erklärungen der Beamten. Die Kinder kommen von der Schule, obwohl gerade mal die erste Woche der Sommerferien zu Ende geht. Das Tagesprogramm der Offenen Ganztagschulen (OGS) in Kamen macht es möglich. Denn obwohl die Ferienzeit für die Kinder oftmals der Höhepunkt des Jahres ist, ist sie für manche Eltern eine Belastungsprobe. Die Kleinen wollen versorgt werden, doch in vielen Haushalten sind beide Elternteile berufstätig.

„Die Eltern haben nicht so viel Urlaub, wie es Ferien gibt“, sagt die Erzieherin Nicole Herbort. Gemeinsam mit ihren Kollegen organisiert sie zurzeit das Programm an der Diesterwegschule, der Träger der dortigen OGS ist die Awo-Tochtergesellschaft Bildung und Lernen. Auch in den Ferien können Eltern ihre Kinder nämlich zur Schule schicken, die OGS öffnet ihre Pforten von 7.45 bis 16 Uhr. Normalen Unterricht gibt es natürlich nicht, dafür aber Spiele, eine warme Mahlzeit und oftmals auch interessante Ausflüge – und vor allem: Betreuung der Kinder. „Die meisten Kinder kommen sehr gerne zu uns“, erzählt Herbort, die ihren Beruf bereits seit 17 Jahren ausführt. Natürlich gebe es auch mal Probleme, gerade das Anpassen an neue Gruppen mache Kindern und auch den Erziehern manchmal zu schaffen. Die Kinder kommen nicht nur aus der Diesterwegschule, sondern auch aus anderen Grundschulen Kamens, mit Ausnahme der Methleraner Schulen, die ein eigenes Programm bieten. „Man muss sich immer wieder auf die neuen Gruppen einstellen“, sagt Herbort.

Die OGS Diesterwegschule ist für die ersten zwei Ferienwochen für die Kinder zuständig. Weiter geht es dann in der dritten und vierten Woche in der OGS Südschule und in der fünften und sechsten Woche in der OGS Astrid-Lindgren-Schule. Im Bereich Methler teilen sich die Aufgabe die OGS an der Jahnschule und der Eichendorffschule.

Die Erzieherin Regina Schmidt, die Herbort an der OGS unterstützt, ist erstaunt über den großen Zulauf, den das Angebot dieses Jahr bekommen hat. 97 Anmeldungen seien aus den Schulen gekommen, 60 bis 70 Kinder seien pro Tag vor Ort. Normalerweise seien es 30 bis 60 Kinder, die pro Tag das Angebot der OGS nutzen. 14 Erzieherinnen kümmern sich in drei Schichten um die Kleinen, die unregelmäßig zur OGS kommen.

Spontan lässt sich an den OGS aber kein Platz ergattern. Bereits vor den Ferien müssen sich die Eltern ihre Kinder für das Ferienprogramm anmelden. „Wir müssen ja planen können, zum Beispiel beim Essen“, erklärt Herbort. Zudem sei das Ferienangebot nur denjenigen Eltern zugänglich, die sich bereits für das Jahresangebot der OGS angemeldet haben. Dieses sei für ein Jahr verpflichtend und mit einem Kostenbeitrag verbunden, der sich an dem Gehalt der Eltern orientiere. Die OGS leisten nämlich das ganze Jahr über ihre Arbeit, etwa auch, wenn die Kinder außerhalb der Ferien nach dem Unterricht noch nicht direkt nach Hause können.

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