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Ein Wochenmarkt ist mehr als eine Einkaufsmöglichkeit. Er ist auch ein Treffpunkt für die Menschen, die in einer Stadt leben. Kamens Wochenmarkt ist ein Markt im Wandel.

Kamen

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist ein trüber Freitag. Zum Regen kommt ein kalter Wind. Der Gedanke an den Hund, den man bei so einem Wetter nicht vor die Tür jagt, drängt sich auf. Doch der Wochenmarkt in der Kamener Innenstadt ist auch jetzt gut besucht. Die Besucher schätzen das Angebot - vor allem freitags.

Freitags besser besucht als dienstags

Zahlen, wie viele Besucher zum Wochenmarkt kommen, kann die Stadt Kamen nicht nennen. Die Beigeordnete Ingelore Peppmeier bestätigt aber den Eindruck, dass der Markt freitags generell besser besucht ist als dienstags. Das ist nicht nur in Kamen so. Mit Blick auf das Wochenende machen sich fast überall mehr Menschen auf den Weg, um frische Produkte zu kaufen.

Das mit der Frische sehen die Marktbesucher allerdings durchaus unterschiedlich. Eine Marktbesucherin, die dienstags und freitags kommt, bedauert, der Markt sei kleiner geworden. „Mehr Auswahl wäre schön“, sagt sie. Wenn sie die Stände ansteuert, greift sie am ehesten zu Obst und Gemüse sowie Blumen. Auch Brot und Eier landen oft in ihrem Einkaufskorb.

Befragung geplant

Öffnungszeiten werden erneut Thema

  • Wochenmärkte leiden zum Teil darunter, dass berufsbedingt viele Menschen das Angebot gar nicht wahrnehmen können. So wird immer wieder der Ruf nach verlängerten Öffnungszeiten oder einem Feierabendmarkt laut.
  • Kamens Beigeordnete Ingelore Peppmeier erklärt dazu, bei der letzten Befragung im November 2015 sei dies von den Händlern nicht begrüßt und unter anderem aus organisatorischen Gründen ausgeschlossen worden. Es sei geplant, eine erneute Befragung durchzuführen.
  • Der Wochenmarkt in Kamen findet in der Regel dienstags und freitags, jeweils von 8 bis 13 Uhr, in der Fußgängerzone statt.
  • Aus der Sicht des Stadtmarketings würden ein Feierabendmarkt oder auch generell verlängerte Öffnungszeiten begrüßt, erklärt die Beigeordnete.
  • Kamen sehe die Präferenz für die Ausrichtung von Feierabendmärkten bei ihren treuen Beschickern. Andere Städte beauftragten Agenturen mit der Organisation von Feierabendmärkten: „Wir wollen aber möglichst keine Konkurrenzsituation für die regulären Wochenmärkte schaffen.“

Ingelore Peppmeier bestätigt, dass in den letzten drei Jahren mehrere Händler ausgeschieden sind oder zumindest seltener kommen. Zwei Obst- und Gemüsehändler haben aufgehört - aus unterschiedlichen Gründen. In einem Fall waren gesundheitliche Gründe ausschlaggebend, im zweiten Fall wurde das Geschäft ganz aufgegeben. Der Spargelbauer Potthoff kommt nur noch während der Spargelzeit, Geflügel Evers nur noch freitags, das Pferdefleisch der Werner Metzgerei Mecke können Kunden in Kamen nur noch dienstags kaufen.

Neue Beschicker füllen Lücken

Kleiner geworden sei das Angebot dadurch aber nicht. Denn es gibt auch neue Marktbeschicker - und damit auch neue Angebote. Falafel, türkisches Brot, Schuhe (nur dienstags) und edles Fleisch (nur freitags). Seit drei Wochen ist auch Nicole Kortstiege mit ihrem „Leckermobil“ freitags auf dem Wochenmarkt. Sie bietet Spezialitäten an - von Desserts über Salate, Brote, Dips bis hin zu hausgemachten Speisen zum Selbsterwärmen.

„Das ist ein tolles neues Angebot, das es so bisher nicht gab und das auch niemand anderem wehtut“, sagt ein Obst- und Gemüsehändler, der seinen Stand nicht weit entfernt hat. Dienstags bauen rund 30, an guten Tagen auch bis zu 35 Händler ihre Stände auf dem Wochenmarkt auf, freitags sind es 35 bis 40. Sie sorgen für ein Angebot, das bei den meisten Marktbesuchern gut ankommt.

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Thomas Hecking hält die Auswahl für „völlig ok“. Er hat sich gerade Klettbänder und zwei Schnallen gekauft - Produkte, die er nicht überall bekommt, wie er betont. „Die lokalen Händler sind sehr sympathisch und ich war bisher auch nie von den Produkten hier enttäuscht.“

Wandel im Angebot: Weniger Gemüse, aber neue Delikatessen auf Kamens Wochenmarkt

Der Wochenmarkt in der Kamener Fußgängerzone ist auch bei mäßigem Wetter gut besucht. © Marcel Drawe

Es gibt Marktbesucher, die das Gefühl haben, die Zahl der Textilhändler habe zugenommen. Das aber sei falsch, sagt Ingelore Peppmeier: „Neue Textilhändler sind seit Jahren nicht dazugekommen.“ Dass es immer mehr Kleidung geben solle, scheine eine subjektive Wahrnehmung zu sein. Das liege offenbar daran, „dass die Textilhändler so gut wie nie absagen und bei Wind und Wetter kommen. Ebenso sind genau diese bei jeglichen Brückentagen anwesend und kommen zudem auch zu verlegten Markttagen zur Kirmeszeit.“

Ein Würstchen zum Einkauf

Zu den zufriedenen Kunden zählt auch Anneliese Ferkau. Sie kauft oft Fisch, isst beim Einkaufen gerne auch mal ein Würstchen. „Wenn das Wetter besser ist, gehe ich öfter zum Markt, immer Sommer gehe ich fast immer.“ Die Lebensmittel seien zwar teurer geworden, aber dafür stimme die Qualität.

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