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Von 912 Fahrern sind nur sechs nicht zu schnell

Poller riegeln Straße jetzt ab

Auf der Hansastraße wird deutlich zu schnell gefahren. Statt Schrittempo mit höchstens sieben Stundenkilometern liegt das Tempo bei mehr als 30. Deswegen wird die Straße nun abgeriegelt.

Kamen

, 09.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Von 912 Fahrern sind nur sechs nicht zu schnell

An dieser Stelle sollen Poller die Durchfahrt zur Hansastraße verhindern, sodass nur noch Anwohner durch die Straße fahren sollten. © Stefan Milk

Erfolg für zwei Südkamener Eheleute, die sich bei der Stadtverwaltung über zu hohes Tempo in ihrer Straße beschwerten. Die Hansastraße soll nun an der nördlichen Einmündung zur Dortmunder Allee mit Pollern abgebunden werden, um den Durchgangsverkehr, besser: Schleichwegverkehr, auszuschließen.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von sieben Stundenkilometern (Schrittgeschwindigkeit) werde „regelmäßig nicht unerheblich überschritten“, so hieß es in dem Schreiben des Ehepaars an die Stadtverwaltung. Außerdem würden von der Dortmunder Allee aus oftmals Fahrzeuge verbotswidrig in die Hansastaße einfahren und diese Verbindung als Abkürzung nutzen. Sie forderten eine dauerhafte Lösung, beispielsweise durch den Einbau von Fahrbahnschwellen.

Das soll nun nicht passieren, aber es kommt für die Anwohner eigentlich viel besser: Poller sollen verhindern, dass von der Dortmunder Allee aus in südliche Richtung in die Hansastraße eingefahren werden kann. Ursache der drastischen Maßnahme ist nicht die Zahl der Fahrzeuge, die täglich lediglich bei 120 bis 200 liegt (zum Vergleich: Werver Mark: 12.000 täglich). Sondern die hohe Geschwindigkeit, die in dem verkehrsberuhigten Bereich eigentlich bei lediglich maximal sieben Stundenkilometern liegen darf.

Von 912 Fahrern sind nur sechs nicht zu schnell

Der Bereich an der Hansastraße aus der Vogelperspektive. An dieser Stelle kommen nur noch Fahrradfahrer und Fußgänger durch. © Stadt Kamen

Von 912 Fahrzeugen nur sechs im Limit

Gemessen wurden aber durchschnittlich 30 bis 31 Stundenkilometer, die Spitzenreiter lagen sogar bei über 50 km/h. „Von insgesamt 912 gemessenen Kraftfahrzeugen haben sechs die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 7 km/h und insgesamt 43 eine Geschwindigkeit von maximal 10 km/h eingehalten“, so heißt es im Bericht der Stadtverwaltung. Gemessen worden war vom 18. bis 23. Januar. 136 Fahrzeuge seien mit über 30 km/h unterwegs gewesen, einige deutlich schneller als 50. Alarmierende Ergebnisse, aufgrund deren nun gehandelt werden soll, eben mit Pollern, die in die Einmündung zur Dortmunder Allee gesetzt werden, „sodass sie nur noch für Fußgänger und Radfahrer nutzbar bleibt“, wie es in der Verwaltungsschrift heißt. „Hierdurch wird eine Durchfahrt für Verkehre, die nicht ihre Quelle oder Ziel in der Hansastraße haben, weitestgehend ausgeschlossen.“ Im Angesicht der Verkehrszeichen und zusätzlicher Piktogramme sei davon auszugehen, dass sich alle Fahrer bewusst seien, dass sie durch eine Spielstraße fahren. Zusätzlich könnten die Einfahrtsbereiche in die Hansastraße an der Perthesstraße und am Schleppweg baulich so umgestaltet werden, dass der Unterschied zur Tempo-30-Zone deutlich werde. „Die Umsetzung ist relativ einfach. Und wir hoffen auf Erfolg, weil die Anlieger wissen, wie sie sich dort zu verhalten haben“, so Stadtplaner Matthias Breuer im Planungs- und Straßenverkehrsausschuss am Montag.

Im verkehrsberuhigten Bereich

Das sind die Vorschriften

  • Fußgänger dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt.
  • Der Fahrzeugverkehr muss Schrittgeschwindigkeit (max 7 km/h) einhalten.
  • Die Fahrzeugführer dürfen die Fußgänger weder gefährden noch behindern; wenn nötig müssen sie warten.
  • Die Fußgänger dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig behindern.
  • Das Parken ist außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen unzulässig, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen und zum Be- oder Entladen.

Aktion zunächst zeitlich befristet

Weitergehende bauliche Maßnahmen, so führt Breuer aus, seien nicht verhältnismäßig im Angesicht der gering frequentierten Straße. Ein Vollausbau zum verkehrsberuhigten Bereich mit verschwenkter Fahrbahn und Baumbeeten sei zu kostspielig. Auch vom Einbau von Schwellen, Kissen oder ähnliches wird abgesehen, da diese eine Gefahr für Radfahrer darstellen und eine Barriere für Menschen mit Gehbehinderungen sein können. Außerdem sei zu erwarten, dass dann zusätzlicher Lärm entstünde.

Die Poller sollen zunächst zeitlich befristet aufgestellt werden. Im Herbst soll dann noch einmal das Messgerät aufgestellt werden, um zu prüfen, ob sich das Problem dann gelöst hat.

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