Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

„Stadt darf Wettbewerb nicht verhindern, aber definieren, wo er stattfindet“

dzWirtschaftsexperte Ulf Wollrath

Wirtschaftsexperte Ulf Wollrath verfolgt aufmerksam die Diskussion um die Entwicklung des Handels in Kamen. Der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund begrüßt, dass die Stadt ein neues Einzelhandelskonzept plant.

Kamen

, 25.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Edeka sucht einen Standort in Südkamen, darf aber nicht auf dem Gelände des ehemaligen Praktiker-Baumarkts bauen. In Heeren-Werve steht der frühere Rewe-Markt leer. In der Innenstadt hat Edeka Nüsken aufgegeben, außerdem haben Fachgeschäfte wie Schuhe Wolter und Kindermode Fiffikus geschlossen, begründet mit Konkurrenz durch den Online-Handel.

Es gibt also einige Baustellen – und für 2019 plant die Stadt Kamen ein neues Einzelhandelskonzept. „Eine Stadt darf Wettbewerb im Handel nicht verhindern, aber sie darf definieren, wo der Wettbewerb räumlich stattfindet“, erläutert Wollrath, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (IHK). „Ein solches Konzept ist die Voraussetzung dafür, die Ansiedlung, Erweiterung und Verlagerung großflächiger Handelsbetriebe in den Griff zu bekommen.“

Der IHK-Chef begrüßt, dass Kamen das Einzelhandelskonzept als Steuerungsinstrument erneuern will. Die aktuelle Ausgabe stammt von 2005, seinerzeit erarbeitet vom Büro Dr. Hesse & Partner aus Dortmund, und seitdem hat es einige Umwälzungen gegeben. Auch haben sich rechtliche Voraussetzungen verändert, die wichtig sind, um die Ansiedlung großflächiger Handelsbetriebe zu beurteilen.

„Die Stadt Kamen muss ihre Ziele für die jeweiligen Zentren, Hauptzentren und Nebenzentren, definieren, muss die Bereiche räumlich abgrenzen und überprüfen anhand des Bestandes, welche Sortimente zentrenrelevant sind“, erläutert Wollrath die Vorgehensweise der Erstellung eines Konzepts, das letztlich vom Stadtrat beschlossen wird.

Bei der 2005er-Auflage des Einzelhandelskonzepts spielte der Online-Handel noch keine Rolle. Wollrath befürchtet, dass Innenstädte wie Kamen „ein Problem kriegen“, wenn Leitsortimente wie Bekleidung zunehmend online gekauft werden. „Solche Punkte sind in einem Einzelhandelskonzept zu erörtern. Und: Wie sieht es mit der Nahversorgung der Bevölkerung mit Drogerieartikeln aus? Welche Standorte sind im Gespräch?“, nennt Wollrath als Beispiele.

Einzelhandelskonzepte sind aus Sicht der IHK sehr wichtig für die Kommunen. Deshalb wolle man im Laufe des Jahres noch eine Broschüre zu der Bedeutung herausgeben. Wollrath würdigt das Engagement des scheidenden Bürgermeisters Hupe für den Handel. „Auf seine Initiative ist maßgeblich die Umnutzung der Hertie-Immobilie zustande gekommen“, sagt er mit Blick auf das Einkaufszentrum „Kamen Quadrat“.

Lesen Sie jetzt