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300 Ehrungen an einem Abend! Alle auf einer Bühne. Mit den Sportlern des Jahres: Sportschützin Michelle Hundertmark, Stabhochspringer Lars Koller und die Basketballer des TVG Kaiserau.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 12.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Ehre, wem Ehre gebührt. Das Kamener Fest des Sports steht ganz im Zeichen der Bestleistungen. Der Vereinssport hat in Kamen einen hohen Stellenwert, deswegen bleibt am Samstagabend in der Stadthalle kein Platz unbesetzt. Glanzlichter setzen die Ehrungen der Sportlerin, des Sportlers und der Mannschaft des Jahres.

„Insgesamt 11.198 Mitglieder sind in 53 Sportarten organisiert“, rechnet Bürgermeisterin Elke Kappen den ca. 700 Besuchern vor. „Damit sind 25,64 Prozent der Kamener in einem Sportverein tätig.“ Besonders schätze sie die große Vielfalt, die die vielen ganz unterschiedlichen Vereine in die Stadt bringen würden. „Von Fußball über Sportschießen bis hin zum Ultimate Frisbee ist in Kamen alles vertreten, die Vereinsarbeit ist ein hohes Gut in Kamen.“

Sportskanonen und Perfektionisten: Die Sportler des Jahres geehrt

Sportler des Jahres Lars Koller im Interview. „Ich habe schon als Kind meinen älteren Geschwistern immer zugeschaut und wollte das unbedingt auch können.“ © Borys Sarad

Altersspanne reicht von 10 bis über 80 Jahren

Bevor die ersten Gruppen auf die Bühne gebeten werden, stimmt die Majoretten-Tanztruppe „Silver Lights“ aus Holzwickede das Publikum auf einen bunten Abend ein. Untermalt von temporeicher Musik wirbeln die Damen in den roten Tops und schwarzen Shirts ihre sogenannten Batons oder Staffs durch die Luft. Diese besondere Form der Jonglage mit Metallstäben stammt aus den USA und heißt „Twirling“, auf Deutsch „Wirbeln“.

Nach dem rasanten Auftritt beginnt der erste Ehrungsblock. Insgesamt 300 Ehrungen erwarten die Zuschauer, so Martin Kusber, Vorsitzender des Kamener Sportverbandes. „Einige der 240 Ehrengäste haben sich nämlich gleich in mehreren Kategorien qualifiziert.“ Auch hier wird deutlich, wie allumfassend der Vereinssport in Kamen ist, die Altersspanne der Sportler auf der Bühne reicht von 10 bis über 80 Jahren. Im Bereich Ehrenamt empfangen Christa und Werner Herrmann eine Urkunde. Seit 40 Jahren ist Christa Herrmann als Sportabzeichenabnehmerin beim TVG Kaiserau aktiv, ihr Mann Werner sogar schon seit 44 Jahren, 40 Jahre lang ist er Sportabzeichen-Obmann. „Wir sind Anfang der 70er-Jahre zum Verein gekommen“, erinnert sich Herrmann. „An der Begeisterung für den Sport hat sich bis heute nicht viel geändert.“ Die Arbeit würde ihnen auch heute noch viel Spaß bereiten, erklären die Beiden. Solange sie könnten, würden sie also weitermachen. Für ihr langjähriges Engagement wird den Beiden noch eine Sonderehrung zu Teil.

Sportskanonen und Perfektionisten: Die Sportler des Jahres geehrt

Sonderehrung für Werner und Christa Herrmann, die sich mit großem Einsatz über viele Jahrzehnte beim TVG Kaiserau um den Breitensport in Methler verdient gemacht haben. © Borys Sarad

Die Sportlerin der Jahres: Michelle Hundertmark

Auf der Bühne geht es weiter mit „Maxim Rola-Rola Act“, einer atemberaubenden Performance in schwindelnder Höhe. Auch auf wackeligsten Konstruktionen aus losen Rollen und Brettern hält Showman Maxim die Balance, nur einmal bricht das Gebilde unter ihm zusammen. Ganz Profi, lässt sich der mittlerweile auf der ganzen Welt aktive Unnaer nicht verunsichern und landet den Trick im zweiten Anlauf. Nach dem zweiten Ehrungsblock und den Sonderehrungen ist des dann soweit, die Sportlerin des Jahres wird verkündet. Mit acht Stimmen, einem Anteil von 44,5 Prozent, konnte Sportschützin des SV Methler, Michelle Hundertmark, das Rennen mit der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft im Kleinkaliber Dreistellungskampf für sich entscheiden. Auf der Bühne erscheint Jörg Hundertmark, der Vater der 15-Jährigen. Michelle ist bei einem Wettbewerb in Frankfurt, die Fahrt hin- und zurück wäre zu aufwenig gewesen. „Ich habe sie aber gerade angerufen“, verrät Vater Jörg nach der Preisverleihung. „Sie hat sich wahnsinnig gefreut.“ Bei einer Veranstaltung in Methler hätten er und seine beiden Töchter beim Laserschießen den Schießsport für sich entdeckt. „Seitdem ist das unser gemeinsamer Tag. Leistungstechnisch haben mich meine Töchter allerdings schnell überholt.“

Sportskanonen und Perfektionisten: Die Sportler des Jahres geehrt

Bürgermeisterin Elke Kappen gratuliert Benjamin Wolbert vom TV Germania Kaiserau. Er ist einer von 241 Sportlerinnen und Sportlern, die beim glanzvollen „Fest des Kamener Sports“ im Mittelpunkt stehen. © Borys Sarad

Der Sportler des Jahres: Lars Koller

Den Sportler des Jahres stellt der VfL Kamen. Stabhochspringer Lars Koller hat mit 61,1 Prozent elf Stimmen der Jury erhalten. Im vergangenen Jahr machte er den dritten Platz im Stabhochsprung bei den Westfälischen Jugendmeisterschaften, seine Rekordhöhe liegt aktuell bei 4,13 Meter. „In meiner Familie war Leichtathletik schon immer ein großes Thema“, so Koller. „Ich habe schon als Kind meinen älteren Geschwistern immer zugeschaut und wollte das unbedingt auch können.“ Sein jetziger Trainer habe ihm damals gesagt, dass er mit zehn Jahren auch am Training teilnehmen könne. „Zwei Wochen nach meinem zehnten Geburtstag stand ich in den Startlöchern.“ Für dieses Jahr hat sich Koller das Brechen des Vereinsrekordes im VfL vorgenommen, der liegt momentan noch bei 4,22 Meter.

Die Mannschaft des Jahres: Der TVG Kaiserau

Die Mannschaft des Jahres kommt in diesem Jahr aus Methler. Die Herren-Basketballmannschaft des TVG Kaiserau ist im vergangenen Jahr in die Oberliga aufgestiegen, damit konnten sie neun Jurymitglieder und einen Stimmenanteil von 50 Prozent für sich gewinnen. Auch die 16 Sportler freuen sich sehr, hätten aber eher mit einem Sieg der Radpolomannschaft des RV Wanderlust gerechnet. Topscorer der Mannschaft ist mit einem Durchschnitt von rund 20 Punkten pro Spiel Janne Brömisch. Mit ihm spielen Christian Block, Mats Bromisch, Felix Engelskind, Quentin Führing, Jonas Kassan, Sebastian Kauch, Max Kück, Alexander Lass, Louis Rother, Tobias Schürmann, Dennis Simeunovic, Fabian Stöwe und Erik Vogel. Auch einen Platz für die blaue Glastrophäe haben die Basketballer schon auserkoren. „Die kommt in unseren Trophäenschrank, zumindest wenn da noch ein Platz frei ist“, scherzt Trainer Markus Jochimsen.

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