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Spiel und Spaß wie im Mittelalter

dzFerienaktion

Einblicke in eine vergangene Zeit bot ein Mittelalter-Workshop, der am Wochenende hinter dem Haus der Stadtgeschichte in Kamen kampierte. Schwert und Rüstung brauchten die Teilnehmer nicht, dafür aber viel Neugierde.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 22.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Während der Koch bereits das Mahl für den Abend vorbereitet, macht Herr Andreas auf Massen, seines Zeichens Ritter und Beschützer der Gruppe, eine Runde durch das Lager. Das „Castra Camensia“ (Lager Kamen) bringt mittelalterliche Bräuche auf den Hinterhof des Hauses der Stadtgeschichte. Die Ferienaktion am Wochenende lockt zahlreiche junge Besucher an.

Am Tisch der Gesindemeisterin Elke geht es geschäftig zu. Schon seit 14 Uhr sind die Kinder, die den Workshop der Mittelalter-Gruppe besuchen, voll und ganz in die Welt des Spätmittelalters abgetaucht. Die Gesindemeisterin weiht sie nun in die große Kunst des Filzens ein, unterstützt von ihrem Mündel Alex.

Tatsächlich sei das gar nicht so kompliziert, gibt die Gesindemeisterin zu, die im bürgerlichen Leben Elke Willingmann heißt. „Was man braucht, ist Wolle, möglichst langfaserig, so wie in unserem Fall vom Schaf.“ Die wird in Form gelegt, zum Beispiel die einer Maus, um dann mit einer Nadel darauf einzustechen. „Auf diese Weise verbinden sich die einzelnen Fasern und verfilzen.“ Und nicht nur Mäuse hat Willingmann im Programm. Die Besucherin Nele ist etwa gerade mit einem Waldgeist beschäftigt, einem gutmütigen Fabelwesen, das der Legende nach vor Bösem schützt. „Der heißt Tom“, erklärt Nele stolz. Doch Tom habe ein Problem, der Waldgeist habe sich erkältet. Nele hat ihm deshalb Handschuhe und Schal verpasst, natürlich ebenfalls aus Filz.

Spiel und Spaß wie im Mittelalter

Beim Mittelalterlager konnten die Kinder unter anderem lernen, wie man einen Lederbeutel herstellt. © Stefan Milk

Das „Castra Camensia“ ist eine Gruppe Historien-Darsteller, die sich das Mittelalter auf die Fahnen geschrieben hat. Die Ferienaktion hinter dem Haus der Stadtgeschichte vermittelt den Kindern einen Einblick in die Sitten, Gebräuche und vor allem handwerklichen Techniken des Mittelalters. Die Gruppe arbeitet ehrenamtlich und wird neben dem Förderverein des Museums auch von der Stadt unterstützt.

Zu den Kindern, die an der Aktion teilnehmen, gesellt sich auch Berenike. Als Tochter vom Herrn Andreas ist ihr offizieller Titel „Bastard auf Massen“, denn Vater Andreas hat nicht geheiratet. Der demonstriert den Kindern gerade, wie man einen einfachen Beutel aus Leder herstellt. Insgesamt 20 junge Teilnehmer bevölkern am Samstag das Lager, zwölf sind es am Sonntag.

Spiel und Spaß wie im Mittelalter

Mit Stockbrot am Lagerfeuer endet schließlich der Ausflug in die Vergangenheit. © Stefan Milk

Neben all der Handwerksarbeit soll auch das Spielen nicht zu kurz kommen, doch auch hier steht die Arbeit vor dem Vergnügen. Denn die Ringe für den Ringwurf sind aus Weidenruten gefertigt, Elisabeth Bestenmennes alias Witwe Kortendick zeigt den Kindern, wie das am besten geht.

Mit Stockbrot am Lagerfeuer endet schließlich der Ausflug in die Vergangenheit. Die jungen Teilnehmer werden diese Tage wohl so schnell nicht vergessen.

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