Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

SPD und CDU befassen sich mit Sicherheit auf dem Kamener Marktplatz

dzGehäufte Polizeieinsätze

Anwohner und Wirte hatten genug von Störungen rund um den Marktplatz und schlugen Alarm im Rathaus. Nun melden sich politische Stimmen: Verstöße ahnden und Zivilcourage zeigen.

Kamen

, 07.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Die SPD hat sich auf ihrer jüngsten Fraktionssitzung mit der Sicherheit und Ordnung in der Innenstadt befasst. Dabei ließen sich die Ratsmitglieder über die Reaktion der Stadtverwaltung auf die Beschwerden von Wirten und Anwohnern informieren. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) hatte bereits angekündigt, dass es häufiger gemeinsame Streifen von Polizei und Ordnungsdienst geben soll und dass die Präsenz des Ordnungsdiensts rund um den Marktplatz verstärkt wird. Zudem sollen Streetworker das Gespräch mit den jungen Leuten suchen.

SPD-Ratsherr holt Jugendliche von Buswartehäuschen-Dach

SPD-Ratsherr Gökçen Kuru findet es überzeugend, wie die Verwaltung nun handelt. Er selbst wurde schon Zeuge davon, wie Jugendtreffs aus dem Ruder laufen. Das Wartehaus an der Bushaltestelle ist ein beliebter Treffpunkt von jungen Leuten. Dort sah Kuru jemand auf das Dach klettern und schritt ein. Sein Motto dabei: „Zivilcourage zeigen“.

Doch das traut sich nicht jeder zu, der Störungen sieht: Die Zweckentfremdung von öffentlichen Anlagen und Fußballspielen auf dem Marktplatz sind dabei wohl noch die harmlosesten Ordnungsverstöße, die laut städtischer Verordnung zu ahnden sind. Die Polizei hat von Januar bis April insgesamt 62 Einsätze auf dem Marktplatz, auf der Weststraße und auf der Bahnhofstraße verzeichnet. Abzüglich von 20 Einsätzen wegen mutmaßlicher Ruhestörungen, die zu einem auffälligen Anteil von Kneipen selbst ausgingen, gingen etliche Einsätze auf Meldungen möglicher Straftaten zurück. Polizeisprecher Thomas Röwekamp hatte gegenüber unserer Zeitung folgende Gründe für das Erscheinen der Polizei genannt: Schlägereien (11 Mal), Streitigkeiten (4), Randale (11), Einbrüche (3), hilflose Person (1), Hausfriedensbruch (1), allgemeine Hilfeersuchen an die Polizei (3), Raubüberfälle (2), sexuelle Belästigung (1).

„Ein solcher Angstraum, der Unsicherheit und Unbehagen auslöst, ist der Kamener Marktplatz, der schon in einer Bürgerbefragung der Kreispolizeibehörde Unna Anfang 2000 als Angstraum eingestuft wurde.“
Ernst-Dieter Standop

Die Senioren-Union sorgt sich um die Sicherheit. Vorsitzender Ernst-Dieter Standop erklärt in einer Stellungnahme mit dem Titel „Ist der Marktplatz noch ein sicherer Ort?“, dass es keine befriedigende Antwort auf die Frage gebe. Erfreulich sei, dass die erfasste Kriminalität in Kamen seit Jahren zurückgegangen sei – von rund 3500 Straftaten vor 15 Jahren auf rund 2700 Fälle im Jahr 2018. Das Sicherheitsempfinden von Bürgern lässt sich nach Einschätzung der Senioren-Union von der Statistik aber nur schwer beeinflussen. Die Deutschen fühlten sich zunehmend insbesondere auf öffentlichen Plätzen bedroht. Auch wenn diese Einstellung durch die reale Kriminalität nicht bestätigt werde, beeinflussten Angsträume immer das Sicherheitsgefühl. Schon vor knapp 20 Jahren habe eine Bürgerbefragung der Polizei ergeben, dass der Marktplatz als Angstraum eingestuft wurde. „Als angstauslösende Fakten wurden lärmende und gewaltbereite Jugendliche, Alkoholkonsum, Betrunkene sowie ausländische junge Männer genannt. An dieser Situation scheint sich seit fast 20 Jahren nichts geändert zu haben.“

Für die Senioren-Union ist die zentrale Frage, wie das Sicherheitsgefühl erhöht werden kann. Sie fordert: „Hohe Präsenz der Ordnungsbehörde und der Polizei, ggf. auch durch private Sicherheitsdienste zu den Brennpunktzeiten, konsequente Ahndung von Normverstößen, Platzverweise für angetrunkene Personen, Bewohner am Kamener Marktplatz müssen in Präventionskonzepte eingebunden werden, auch eine Videoüberwachung darf kein Tabuthema sein.“ Abwarten sei der falsche Weg.

Polizei-Sprechstunde: Polizeihauptkommissar Frank Ellerkmann, Bezirksbeamter für den Bezirk Nordost (Innenstadt), bietet am Freitag, 10. Mai, ab 11 Uhr während des Wochenmarkts auf dem Willy-Brandt-Platz eine Sprechstunde an.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger Gehäufte Polizeieinsätze

Faktencheck: Ist es noch sicher, abends über den Kamener Marktplatz zu gehen?

Wie ist es um die Sicherheit in der Kamener Innenstadt bestellt? Wirte berichten von Gästen, die sich nach dem Kneipenbesuch lieber abholen lassen, statt allein zu gehen. Ein Faktencheck. Von Carsten Fischer

Lesen Sie jetzt