Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Rowdy drängelt sich über die A2

Amtsgericht

Auf der A2 vor dem Kamener Kreuz fährt ein Rowdy gefährliche Überholmanöver und zwingt so ein Dortmunder Ehepaar zu einer scharfen Bremsung. Das hat nun rechtliche Folgen, obwohl der Fahrer die Vorwürfe abstreitet.

von Jana Peuckert

Kamen

, 04.07.2018 / Lesedauer: 3 min
Rowdy drängelt sich über die A2

Der Angeklagte streitet die Vorwürfe ab, kann den Richter aber nicht überzeugen. © picture alliance/dpa

Eine brenzliche Situation auf der A2 kurz vor dem Kamener Kreuz beschäftigte am Mittwoch den Richter im Amtsgericht Kamen. Laut Vorwurf war der 56 Jahre alte Mann auf der Anklagebank am 6. August vergangenen Jahres zunächst so dicht auf den vor ihm fahrenden Wagen aufgerückt, dass sein Nummernschild für den Vordermann nicht mehr sichtbar war. Dann soll der Angeklagte das Paar im Golf rechts überholt haben und so knapp vor ihnen wieder links eingeschert sein, dass der Dortmunder nur durch eine starke Bremsung von etwa 120 auf 30 Stundenkilometer einen Unfall verhindern konnte.

So sei es nicht gewesen, bestritt der Angeklagte den Vorwurf der versuchten Nötigung und der Gefährdung des Straßenverkehrs. Er habe sich in einer Notsituation befunden. Als er mit 180 Stundenkilometern auf der linken Spur gefahren sei, sei der andere Wagen plötzlich rüber gezogen. Um ein Auffahren auf den Vordermann zu verhindern, sei er schnell auf die mittlere Spur ausgewichen, so der Angeklagte. Dort habe sich ein weiteres Fahrzeug vor ihm befunden. Auch diesem habe er durch einen Spurwechsel nach links ausweichen müssen.

Die Dortmunder bestätigten im Zeugenstand die Anklageschrift. Kurz nach dem Geschehen habe das Paar den Fahrer in einer Baustelle wiedergesehen und ein Foto von Auto und Kennzeichen gemacht. Trotz einiger Gesten habe der Angeklagte nicht angehalten. Schließlich hätten sie die Polizei verständigt.

Am Ende stand also Aussage gegen Aussage. Der Richter glaubte letztlich dem Paar. Er habe nicht den Eindruck, dass sich die Zeugen etwas ausgedacht hatten. Ob die möglicherweise eingesetzte Lichthupe dazu gedient hatte, den Zeugen zum Spurwechsel zu bewegen, sei nicht klar. Der Vorsitzende könnte sich gut vorstellen, dass das eine Reaktion der Verärgerung des Angeklagten war. Darum sprach er den 56-Jährigen bezüglich der versuchten Nötigung frei.

Für die übrig gebliebene Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilte er den nicht vorbestraften Angeklagten zu einer Geldstrafe von 3600 Euro und verhängte ein Fahrverbot von vier Monaten. Schließlich handelte es sich um eine gefährliche Situation.

Lesen Sie jetzt