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Nach dem Abitur für ein Jahr nach Washington

dzFreiwilligendienst

Wenn der Schulabschluss geschafft ist, stellt sich unweigerlich die Frage: Was nun? Die Kamenerin Pia Gianna Klawuhn hat sie bereits für sich beantwortet, sie absolviert einen einjährigen Freiwilligendienst im Ausland. Dazu fährt sie in die US-Hauptstadt Washington D.C., um eine jüdische Lobby-Organisation zu unterstützen.

Kamen

, 10.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Schulferien stehen bevor, die Schüler der Abschlussklassen von Kamens weiterführenden Schulen halten bereits ihre Zeugnisse in den Händen. Doch eine Frage drängt sich unweigerlich auf: Was nun? Studium, Ausbildung oder doch lieber eine Reise ins Ausland?

Die 18-jährige Kamenerin Pia Gianna Klawuhn hat die Frage bereits für sich beantwortet. Seit dem 5. Juli hat sie ihr Abitur, das sie an der Geschwister-Scholl-Schule in Unna absolviert hat, in der Tasche und macht sich nach den Ferien auf in die US-Hauptstadt Washington D.C. Dort wird die 18-Jährige im Rahmen eines Freiwilligendienstes beim American Jewish Committee (AJC) arbeiten, einer jüdischen Lobby-Organisation. Klawuhn fiebert bereits dem Abreisetag am 11. September entgegen.

„Die Lage in den USA ist im Moment nicht schön, aber durchaus interessant. Ich möchte mir davon ein eigenes Bild machen und mich mit den Menschen vor Ort unterhalten“, erzählt Klawuhn. Beim AJC wird sie vor allem Aufgaben in der Verwaltung übernehmen. Darüber hinaus sind auch Teilnahmen an Treffen mit Diplomaten und Politikern möglich. „Das ist teilweise normales Bürozeug, aber es gibt auch viele Projekte, bei denen ich mitwirken kann“, erklärt die 18-Jährige. Ein Beispiel dafür ist etwa der Deutsch-Jüdische Dialog, eine Diskussionsveranstaltung, die beim AJC von Freiwilligen wie Klawuhn organisiert werde. Zudem bekommt die Kamenerin ein kleines Taschengeld und Urlaub zugesprochen. „Ich möchte natürlich auch im Land rumkommen, besonders der Grand-Canyon reizt mich sehr“, sagt Klawuhn lächelnd.

Die Reise ermöglicht ihr der christlich geprägte Verein Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), der unter anderem auch internationale Freiwilligendienste anbietet. Über eine Bekannte ist Klawuhn auf den Verein gestoßen und hat sich gleich beworben. Nach einem längeren Auswahlverfahren mit persönlichen Gesprächen hat sie schließlich ihr Wunschprojekt zugesprochen bekommen, die Arbeit beim AJC. Klawuhn ist zwar nach eigener Aussage weder jüdisch noch religiös, dennoch ist sie vom Land Israel und der jüdischen Religion fasziniert. Während ihrer Schulzeit war sie bereits im Rahmen eines Schüleraustausches in Israel. Für Klawuhn eine schöne Zeit, auch wenn sie in ihrer letzten Nacht durch einen Raketenalarm aufgeschreckt wurde, der sich zum Glück aber als Fehlalarm herausgestellt hat.

Um die Reise in die USA antreten zu können, musste sich Klawuhn selbst ins Zeug legen. Sie musste eine Reihe von Paten gewinnen, die das Jahr mit jeweils 15 Euro pro Monat unterstützen. Das Geld gehe als Spende an die ASF, die es wiederum mit den eigenen Finanzmitteln auf die verschiedenen Freiwilligen aufteile. So könne jedem Teilnehmer der Freiwilligendienst ermöglicht werden, auch wenn es jemand nicht schafft, einige Paten zu akquirieren.

Bis zum Abflug am 11. September ist es nicht mehr lang, zu der Vorfreude mischen sich auch Sorgen und Ängste. „Ich war noch nie für eine so lange Zeit von Zuhause weg“, erzählt Klawuhn. Zudem hofft sie auf nette Mitfreiwillige und dass sie gut bei ihren neuen Kollegen ankommt. Moralische Unterstützung bekommt sie auch von ihren Eltern sowie von ihren besten Freundinnen, die ihre Heimat ebenfalls nach dem Abitur verlassen, eine zum Studium, die anderen für einen Auslandsaufenthalt in Tansania. „Nach dem Abi geht ja meistens jeder seinen Weg“, sagt Klawuhn, „jetzt ist die Zeit, in der wirklich jeder das machen kann, was er auch möchte.“

Wer Pia Gianna Klawuhn als Pate unterstützen möchte, kann sich bei ihr unter der Mailadresse pia.washington.asf@gmail.com melden.
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