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Hennes & Mauritz steht für trendgetriebene, preisgünstige Kleidung. Der schwedische Konzern soll ein Partner des neuen Arvato-Logistikzentrums sein, dessen Bau in Riesenschritten vorangeht.

Kamen

, 26.07.2018 / Lesedauer: 2 min

Im Zusammenhang mit der Ansiedlung des Arvato-Logistikzentrums im Kamener Süden ist hinter den Kulissen ein bekannter Markenname zu hören: Hennes & Mauritz, oder kurz H&M. Kleidung aus dem Hause der schwedischen Weltmarke soll dem Vernehmen nach künftig von Kamen aus an Onlineshop-Kunden in ganz Deutschland verschickt werden.

Bislang war nur bekannt, dass die auf E-Commerce-Dienstleistungen spezialisierte Bertelsmann-Tochter „Arvato SCM Solutions“ ein Logistikzentrum in Kamen für einen oder mehrere Anbieter aus der Modebranche aufziehen wird. 1000 neue Arbeitsplätze sollen nach Arvato-Angaben bis Ende 2019 in dem Neubau an der Henry-Everling-Straße entstehen. Die Rekrutierung des Personals ist angelaufen.

Modekette H&M für Kamener Logistikzentrum im Gespräch

Neue fünfteilige Logistikhalle, erbaut vom Investor P3 auf dem früheren Kettler-Gelände an der Henry-Everling-Straße: Von 43.500 Quadratmeter Gesamtfläche wurden 37.325 Quadratmeter an Arvato vermietet. Zum Vergleich: Alle Geschäfte in der Kamener Innenstadt haben zusammen 25.730 Quadratmeter. © Stefan Milk

H&M soll nach Informationen unserer Zeitung einer der Arvato-Kunden sein, deren Waren in Kamen aus den Regalen gepickt werden. Die Deutschland-Zentrale des Modeanbieters wollte das auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Arvato hat sich bislang nicht zu dem Kunden geäußert. Das könnte sich erst zur Inbetriebnahme des Warenverteilzentrums ändern, das noch dieses Jahr an den Start gehen soll.

Arvato SCM Solutions hat erst Anfang Juli in Dorsten ein neues Logistikzentrum für Bekleidungs- und Schuhhersteller eröffnet. Kunden wie Woolrich, Versace, Mara Tozzi, Tamaris, Birkenstock, Converse, Triumph und Sloggi werden dort nach Angaben des Fachblatts DVZ bedient. Dazu kommt noch der Kaffeekapsel-Anbieter Nespresso. Das E-Commerce-Geschäft boomt, sodass der operative Leiter Christian Balzer schon neue Ausbaupläne für Dorsten ankündigte. Derweil entsteht in Kamen schon der 14. Arvato-Standort in NRW.

Die Kundschaft bestellt wie verrückt im Internet, während in Innenstädten immer mehr Geschäfte sterben. H&M ist bislang im Kreis Unna mit einem Laden in Lünen vertreten. Andere Städte wie Kamen, Bergkamen und Unna bemühten sich bislang vergeblich um einen solchen Einkaufsmagneten. Der kommt jetzt möglicherweise anders als gedacht.

Jetzt lesen

  • Die schwedische Textilkette H&M ist seit 1980 in Deutschland aktiv. Der Konzern gilt als Erfinder des sogenannten Fast-Fashion-Konzepts, also günstiger Saisonmode für den Massenmarkt, teilweise von berühmten Designern. Konkurrenten wie Primark, Zara oder TK Maxx haben dem Platzhirschen zugesetzt.
  • Den Schweden wird nachgesagt, dass sie den Online-Handel verschlafen haben. H&M investiert deshalb massiv in das Internetgeschäft, zum Beispiel personalisierte Kunden-Apps. Bekannt ist, dass sie bereits ein Partner von Arvato sind, der auf E-Commerce spezialisierten Bertelsmann-Tochter.
  • H&M stößt mit der Kernmarke an Grenzen. Deshalb gibt es mittlerweile weitere Marken, die neue Zielgruppen ansprechen, auch Käuferschichten, die auf nachhaltige Mode setzen. Bekannte H&M-Marken sind Arket, Cos, Cheap Monday, &other Stories, Weekday, Ivyrevel und Monki.
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