Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Eine Frau gießt im Garten die Blumen, dreht sich um, und da steht plötzlich ein fremder Mann auf ihrem Grundstück, der sie fragt, ob sie ihm helfen könne. Er hat ein Schild dabei, auf dem steht: „Geld?“ Als die Frau verneint, wird er aggressiv. Fälle wie diese waren jetzt Thema im Gleichstellungsbeirat des Stadtrats.

von Ann-Christin Herbe

Kamen

, 06.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Wie ist es um die Sicherheit der Kamener Bürger bestellt? Antworten und Zahlen zu dieser Frage lieferten Polizeihauptkommissar Martin Volkmer und Kriminaloberkommissarin Heike Redlin jetzt den Mitgliedern des Gleichstellungsbeirats im Rathaus und informierten über die Entwicklung der Kriminalität in Kamen.

Christiane Klanke (SPD) wies mit Sorge auf eine steigende Fallzahl bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und den Vergewaltigungen beziehungsweise der sexuellen Nötigung hin. 2016 waren in Kamen 13 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung angezeigt worden und 2017 19. Sieben Fälle konnten 2016 aufgeklärt werden und 14 von 19 im Jahr 2017.

Frauen wehren sich mehr

Kriminaloberkommissarin Heike Redlin erklärte daraufhin, dass steigende Zahlen nicht unbedingt bedeuten, dass Frauen mehr Gewalt angetan wird. „Jede Anzeige aus diesem Bereich ist natürlich eine zu viel, aber trotzdem muss man es auch so sehen, dass mehr Straftaten angezeigt werden, weil Frauen sich trauen, sich zu wehren“, sagte Redlin.

Obwohl die Zahl vor diesem Hintergrund nicht mehr ganz so beunruhigend scheint, weiß Redlin trotzdem, dass „die Ängste jeder Frau subjektiv sind und weder durch eine Statistik noch durch Diskussionen gänzlich verschwinden können“. An dieser Stelle meldete sich eine der Frauen zu Wort und erzählte eine Geschichte, die ihr erst kürzlich passiert war.

Ein Fremder im Garten

Als sie im Garten die Blumen goss und sich umdrehte, stand plötzlich ein fremder Mann auf ihrem Grundstück, der sie in gebrochenem Deutsch fragte, ob sie ihm helfen könne und holte ein Schild hervor, auf dem „Geld?“ stand. Als die Dame ihn daraufhin ihres Grundstücks verwies, begann der Mann sie lautstark zu beschimpfen und ging erst, als sie ihn wiederholt dazu aufgefordert hatte. Vor ihrem Gartenzaun blieb der Mann stehen und pöbelte weiter.

Polizeihauptkommissar Martin Volkmer sagte dazu, dass man in einem solchen Fall immer die Polizei rufen solle. „Aggressives Betteln ist eine Ordnungswidrigkeit. Gerade auch in der Innenstadt erhalten aggressiv bettelnde Menschen einen Platzverweis von unserem Ordnungsdienst, wenn sie es mitbekommen“, sagte die Beigeordnete Ingelore Peppmeier.

Präsenz in der Stadt zeigen

Die Verwaltung habe ihren zentralen Außendienst verstärkt. Dazu gehören nicht nur die Mitarbeiter, die Strafzettel an falschparkende Autos heften, sondern auch solche, die in der Innenstadt Streife laufen und gegen Verstöße wie aggressives Betteln oder Trinkertreffs vorgehen. „Diese Kollegen werden durch einen externen Ordnungsdienst unterstützt die werktags von 19 bis 23 Uhr und am Wochenende bis 1 Uhr nachts nach dem Rechten sehen“, sagte Peppmeier. Die Sicherheit gewinne zunehmend an Bedeutung. Auch hinsichtlich der Planung von großen Veranstaltungen. Ohne ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept geht es nicht mehr. „Es stimmt schon nachdenklich, wenn man teilweise mehr Geld für das Sicherheitskonzept in die Hand nehmen muss als für die Buchung der Künstler“, so Peppmeier.

Grundsätzlich könne man sich in Kamen aber sehr sicher fühlen, sind sich Volkmer und Redlin einig. „Das Risiko in Kamen Opfer einer Straftat zu werden liegt im Bereich Kamen deutlich unter dem Landesdurchschnitt“, sagt Volkmer, die die Wache Kamen leitet. Die Kriminalität im gesamten Kreis Unna ist mit 19.507 Straftaten, von denen 3.142 auf Kamen entfallen, auf dem niedrigsten Wert seit 2007. Für Kamen bedeutet das einen Rückgang der Straftaten um sechs Prozent zum Vorjahr.

Der Ordnungsdienst der Stadt Kamen ist unter Tel. (0175) 5410584 zu erreichen. Die Ordnungshüter gehen vor allem gegen aggressives Betteln sowie ausufernde Trinker- und Jugendtreffs vor. Eine Ordnungspartnerschaft zwischen Stadt und Polizei sichert die Zusammenarbeit und den Austausch von Einsatzprotokollen.
Lesen Sie jetzt