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Konzeptlos, aber flexibel in die elektromobile Zukunft

Ladepunkte für E-Fahrzeuge

Die Stadt lehnt es zwar ab, ein Konzept aufzustellen, in dem der Bedarf für E-Ladestationen ermittelt wird. Sie setzt vielmehr auf Flexibilität, um auf den wachsenden Bedarf zu reagieren.

23.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Konzeptlos, aber flexibel in die elektromobile Zukunft

Reiner Steffen, Leiter des Baubetriebshofs, und der damalige Bürgermeister Herrmann Hupe im Dezember 2017 bei der Eröffnung der Ladestation an der Bahnhofstraße. © Boyrs Sarad

Konzeptlos in die elektrisch bewegte Zukunft der E-Mobilität? Die Stadtverwaltung begründet in ihrer Vorlage für den Umwelt- und Klimaschutzausschuss ausführlich, warum sie es zurzeit nicht für sinnvoll hält, ein derartiges Konzept zu entwickeln. Vielmehr setzt sie in Abstimmung mit den Gemeinschaftsstadtwerken Kamen-Bönen-Bergkamen auf eine Strategie in Teilschritten. Ohne starres Konzept, aber mit der Absicht, bei Bedarf zu handeln.

Die Verwaltung, so heißt es, sei der Elektromobilität sehr aufgeschlossen und befürworte diese. „Jedoch sind zum aktuellen Zeitpunkt die zu beachtenden Rahmenbedingungen und Voraussetzungen zu instabil und es gibt zu viele Variablen für die Erstellung eines Konzeptes mit längerfristigen Aussagen“, heißt es in dem im jüngsten Ausschuss diskutierten Schriftwerk.

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt sowie des Karlsruher Instituts für Technologie aus dem Jahr 2016 wird es im Jahr 2020 bundesweit einen Bedarf an etwa 330.000 öffentlichen und halböffentlichen Ladepunkten im Alltagsverkehr geben. Hinzu kämen circa 2600 Ladepunkte für den Fernverkehr. Zudem könnten 4000 Schnellladepunkte sinnvoll sein. Als Grundlage, so heißt es weiter, wurde allerdings davon ausgegangen, dass 2020 bereits eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein werden - rechnerisch würden sich in dieser Studie 25 E-Fahrzeuge einen dieser Ladepunkte teilen.

Doch die elektromobile Realität sieht anders aus. Zum 1. Januar dieses Jahres waren bundesweit lediglich 83.175 Elektrofahrzeuge angemeldet. Wegen der schleppenden Marktdurchdringung und dem damit verbundenen geringen Bestand hat die Bundesregierung bekanntlich bereits im Jahr 2018 Abstand vom Eine-Million-Ziel genommen. „Der tatsächliche Bedarf an Ladepunkten dürfte daher ebenso geringer ausfallen als in der Studie angenommen“, heißt es in der Verwaltungsschrift.

Im Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft waren zum Jahreswechsel 16.100 Ladepunkte registriert. In Bezug auf die 83.175 genutzten E-Fahrzeuge bedeutet dies rechnerisch, dass sich fünf Elektrowagen einen Ladepunkt teilen. In Kamen gibt es zurzeit im Übrigen zehn öffentliche Ladepunkte (beispielsweise Bahnhofstraße, Technopark, Ikea). „Die Verwaltung muss erkennen, dass die Entwicklung des Fahrzeugbestandes mit Elektroantrieb nicht sicher vorhersehbar ist“, steht in der Vorlage Standorte, die bevorzugt realisiert werden sollen, sind bereits identifiziert. Beispielsweise am Koepeplatz oder im bald neu gestalteten Stadtteilzentrum Heeren-Werve.

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