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Kamens Straßenverzeichnis soll weiblicher werden

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In Kamen gibt es 444 Straßen, die einen offiziellen Namen tragen. Nur zehn davon erinnern an Frauen - und die hat es noch nicht einmal alle auch leibhaftig gegeben. Die Frauenquote soll steigen.

Kamen

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Frage, ob die Fritz-Haber-Straße in Methler umbenannt und künftig den Namen seiner Frau Clara Immerwahr tragen soll, hat eine weitere Diskussion ausgelöst. Im Fokus steht die Frauenquote im Kamener Straßenverzeichnis - denn die ist auf einem auffällig niedrigen Niveau.

Zunächst wird sich daran auch nichts ändern, denn die Fritz-Haber-Straße wird ihren Namen behalten und Clara Immerwahr (noch) nicht Namensgeberin für eine Straße in Kamen werden. Das hat der Stadtrat mit großer Mehrheit entschieden.

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Wohl aber sind sich die Politiker bewusst, dass es durchaus mehr Straßen mit Frauennamen geben sollte. Und auch Bürgermeisterin Elke Kappen schloss den Tagesordnungspunkt mit dem Hinweis, dass die „Mütter des Grundgesetzes“ in den Blick genommen werden könnten, wenn künftig neue Straßen benannt werden sollen.

Als „Mütter des Grundgesetzes“ gelten die beiden SPD-Politikerinnen Elisabeth Selbert und Friederike (Frieda) Nadig, Helene Weber von der CDU und Helene Wessel, die 1949 zur Vorsitzenden der Zentrumspartei gewählt wurde und damit zugleich die erste Frau an der Spitze einer Partei in Deutschland war. Nach Elisabeth Selbert ist bereits eine Straße in Kamen benannt, die drei übrigen Namen sucht man im Straßenverzeichnis vergeblich.

Frauenquote liegt bei 2,25 Prozent

Das verblüfft auf den ersten Blick: In Kamen gibt es 444 Straßen, nur zehn tragen die Namen von Frauen. Das sind nur 2,25 Prozent. Die Zahl relativiert sich allerdings etwas bei einem Blick auf die „männlichen“ Straßennamen. Denn es gibt auch nur 97 Straßen, die an berühmte Männer erinnern. Die Erklärung ist einfach: Die meisten Straßennamen beziehen sich auf Städte, Regionen sowie Pflanzen oder auf die konkrete Lage der jeweiligen Straße.

Dennoch sprachen sich Vertreter aller Ratsfraktionen dafür aus, die Frauenquote zu erhöhen. Das wäre am ehesten bei der Benennung von neuen Straßen möglich. Die Umbenennung von Straßen ist - das hat das Beispiel Fritz-Haber-Straße gezeigt - alles andere als einfach. Da ist es im Zweifelsfall leichter, ein Zusatzschild anzubringen, auf dem erklärt wird, was der Namensgeber einer Straße geleistet hat - und was in der Nachbetrachtung möglicherweise auch kritisch zu bewerten ist. „Das würde ich mir viel öfter wünschen“, erklärte etwa Heike Schaumann (FW/FDP).

Kurios: Nicht alle Frauen, nach denen Straßen benannt wurden, hat es auch leibhaftig gegeben: „Die fromme Helene“ etwa ist eine Figur von Wilhelm Busch.

Eine ausführliche Berichterstattung über die weiblichen Namensgeberinnen von Straßen in Kamen gibt es in unserer digitalen Sonntagszeitung.
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